Wer Werbung macht, ist mit 40 entweder zu alt für die Branche oder Geschäftsführer und Inhaber. In jedem Fall angeekelt von der Hurenhaftigkeit seines Gewerbes, von sich selbst, vom zwanghaften Jugendkult, der Dekadenz. Dirk Bender ist all dies, und ein Zyniker obendrein. Dabei geht es gar nicht um Werbung. Es geht um Urlaub, um Sonne, um Kreta und natürlich um Frauen. Mulisch erzeugt eine Stimmung wie Eisbeutel auf dem Schädel bei 30 Grad (man kann sich nicht entscheiden, ob schwitzen oder frieren) und Aspirin an der Magenwand (das eigentlich gegen die Kopfschmerzen helfen sollte und stattdessen Übelkeit erzeugt). Das Gefühl, es sei eigentlich sowieso alles irgendwie vergeblich und vorbei, und zwar bei hellem Sonnenschein auf dem Badetuch am blauem Meer - die schrecklichste aller Depressionsformen. Dass Hobbytaucher Bender auf seinem letzten Tauchgang vor der Heimreise von einem Löschflugzeug an der Meeresoberfläche schwimmend eingesogen und dann mit dem Löschwasser über einem Feuerherd entladen wird, ist an dieser Stelle ja eigentlich eine unfaire Vorwegnahme. Aber das ist nur der Schlusspunkt, zudem total unglaubwürdig, wüsste man nicht, dass es tatsächlich passiert ist. Lesenswert ist das Büchlein wegen der Gedanken über die Existenz. Mulisch ...