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Die Einsamkeit der Primzahlen
 
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Die Einsamkeit der Primzahlen (Gebundene Ausgabe)

von Paolo Giordano (Autor), Bruno Genzler (Übersetzer)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,95 Kostenlose Lieferung. Siehe Details.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Karl Blessing Verlag (17. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896673971
  • ISBN-13: 978-3896673978
  • Originaltitel: La solitude dei numeri primi
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 460 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zwei Kinder, zwei Familien, zwei Schicksale: Da ist Alice, deren Vater seiner Tochter einen Skikurs aufdrängt, die das aber gar nicht will, Angst hat, ein „Hosenscheißer“ zu sein, schließlich verunglückt und ein steifes Bein zurückbehält. Und da ist Mattia, der einmal, nur ein einziges Mal nicht auf seine behinderte Zwillingsschwester aufpassen wollte, und das mit fatalen Folgen.

Schon der Titel löst Beklemmung aus: Das Bild der Primzahlen, isoliert von anderen und einsam, wie Menschen, die mit der Unmöglichkeit leben, sich jemals zu berühren, Nähe zu empfinden, zueinander zu finden. Diese Unmöglichkeit, dass auch tiefste Gefühle diese Distanz brechen könnten, beherrscht von Begin an den ungeheuer imponierenden und eindringlichen Roman des noch so jungen und schon mit Italiens renommiertestem Literaturpreis ausgezeichneten Italieners.

Alice hat es schwer in der Schule, wird aufgrund ihrer Behinderung gehänselt und gemobbt von der „Vier- Zicken- Phalanx“, einer "geschlossenen, gnadenlosen Front", geradezu gequält. „Dir ist es ganz egal, dass du mein Leben zerstört hast.“ Sie hasst ihren Vater, gibt ihm die Schuld für ein nicht gelingen wollendes Leben. Ebenso wie Mattia, den sie während der Schulzeit kennen lernt, trägt sie sich mit Schuldgefühlen: nie hat sie dem Wunschbild des Vaters entsprechen können. Tiefe Wunden auch bei Mattia, der die unausgesprochenen Vorwürfe der Eltern fühlt. Auch er zieht sich in sich zurück und was Alice die Essstörungen, das sind Selbstverletzungen für ihn. Sehnsüchte, verborgene Liebe auf beiden Seiten, und nirgendwo ein Weg sie auszuleben, mitzuteilen, die Wunden der Kindheit und Jugend zu überwinden. Nur immer wieder die starke gegenseitige Anziehungskraft: „...zwei Menschen, die im jeweils anderen die eigene Einsamkeit wiedererkannt hatten.“

Als „sensationelles Romandebüt“ wird er gefeiert, der junge Autor aus Turin und in der Tat, es ist auffällig, geradezu ergreifend, dass ein junger Mann, Jahrgang 1982, über 370 Seiten hinweg ohne Mühe und Schwächen sich so tief in die zwei Seelen seiner Protagonisten begeben kann. Überaus einfühlsam, so, dass man Verletzungen fast wie selbst erlebt empfindet, es stellenweise fast körperlich weh tut, dem Schicksal von Alice und Mattai zu folgen. Ein schmerzhafter, aber sehr warmherziger Roman über das Erwachsenwerden und die Wunden der Kindheit.

Alice macht ihren Weg als Fotografin, begegnet Mattia, der Mathematik studiert immer wieder in ihrem Leben, und obwohl sie beide wie füreinander bestimmt scheinen, bleibt die entscheidende Frage: „Du musst dich nur entscheiden. Gehst du oder nicht. 1 oder 0, wie ein binärer Code.“ Bei der Frage Lesen oder Nicht-Lesen ist die Antwort absolut eindeutig und schnell gegeben: Unbedingt lesen! -- Barbara Wegmann

Pressestimmen

„Der große Roman einer unvollendeten Liebe.“ (La Stampa )

„Die Genauigkeit und Leichtigkeit, mit der dieser 25 Jahre junge Autor diesen ebenso dramatischen wie schwierigen Stoff meistert, sind unfassbar ... Schon allein die ersten beiden Kapitel sind herzzerreißend ... ein einzigartiger Bildungsroman.“ (La Repubblica )

"Mit traumwandlerischer Sicherheit und stilistischer Meisterschaft stellt Paolo Giordano die Schmerzen der Erwachsenwerdens und das Verlangen nach Anerkennung dar." (Corriere della Sera )

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104 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Primzahlenzwillinge, 20. August 2009
Von Daniela Möhrke "http://buchbegegnungen.blog.de" (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Mit seinem Roman "La solitudine dei numeri primi" (dt. "Die Einsamkeit der Primzahlen") ist dem 26-jährigen Autor Paolo Giordano bereits in Italien ein riesiger Erfolg gelungen. Mehr als eine Millionen verkaufter Exemplare und die Auszeichnung mit dem renommiertesten Literaturpreis Italiens, dem Premio Strega, sprechen für dieses Buch. Tatsächlich ist "Die Einsamkeit der Primzahlen" derart eindrucksvoll geschrieben, dass man sich der Besonderheit des Buches von Anfang an bewusst ist.

Erzählt wird die Geschichte zweier Kinder, die im Laufe des Buches zu Jugendlichen und Erwachsenen heranwachsen. Es handelt sich um Alice und Mattia. Beide stehen aufgrund traumatischer Ereignisse in ihrer Kindheit ein Stück weit neben sich. Im Alter von sieben Jahren erlitt Alice bei einem Skiunfall schwere Verletzungen. Dabei blieben nicht nur körperliche, sondern auch seelische Narben zurück. Mattia hingegen ließ seine geistig behinderte Zwillingsschwester Michela eines Tages in einem Park zurück, weil er allein zu einer Geburtstagsfeier gehen wollte. Bei seiner Rückkehr war Michela verschwunden - für immer!

Auf diese Weise geprägt leben beide vor sich hin und wissen nicht recht, wie sie ihr Leben meistern sollen. Mattia neigt dazu, sich selbst zu verletzten und Alice beginnt zu hungern und magert zusehends ab. Sie grenzen sich ab und sind meistens für sich allein. Der Umgang mit anderen Menschen ist oft schwierig für Alice und Mattia. Ähnlich jenen Zahlen, die nur durch eins und sich selbst teilbar sind, den Primzahlen, scheinen sie auf weiter Ebene einsam und allein dazustehen.

Dem Autor gelingt es hier auf erstaunliche Art und Weise die Psyche der Protagonisten darzustellen. Die nüchterne Präzision, mit der Paolo Giordano die Geschichte von Mattia und Alice erzählt, trifft den Leser und berührt ihn zutiefst. Das Verhalten der beiden mutet schon extrem skurril an und dennoch entwickelt man im Laufe des Buches ein immer tieferes Verständnis für sie.

Lediglich miteinander scheinen Mattia und Alice eine Art Angelpunkt in dieser komplizierten und einsamen Welt zu finden. Nimmt man Mattias Leidenschaft zur Mathematik, speziell den Primzahlen, als Anlass zu einem Vergleich, so kann man sagen: Alice und Mattia sind wie Primzahlenzwillinge. Hierbei handelt es sich um eine ganz besondere Art der Primzahlen - sie werden nur durch eine einzige gerade Zahl getrennt (z.B. 3 und 5; 17 und 19). Folglich sind sich Alice und Mattia so nahe wie möglich und immer noch ein Stück voneinander entfernt. Dennoch brauchen sie einander und können doch nicht richtig miteinander.

"Die Einsamkeit der Primzahlen" steckt voller außergewöhnlicher Bilder und Vergleiche; eine beeindruckende Sprache voll Poesie verführt zum gebannten Weiterlesen und nicht zuletzt die Geschichte um Alice und Mattia überzeugt den Leser von diesem Buch, das weit aus der Masse hervorsticht.
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39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen die unendliche Schwierigkeit des Seins, 20. August 2009
Zwei junge Menschen sind gezeichnet von einschneidenen, traumatischen Erlebnissen der Kindheit: hier geht es jedoch nicht um die Suche nach dem oder den Schuldigen sondern eher darum, dass und wie jeder seine Bürde zu tragen hat. Die zunächst getrennten Schicksale der beiden Protagonisten Mattia (er) und Alice (sie) nähern sich allmählich aneinander, kreisen umeinander, um sich dann wieder zu trennen - doch eine unsichtbare, fragile Verbindung bleibt bestehen, über die Zeit, über den Raum.
Vom Schmerz, einzeln zu sein und einzeln zu bleiben - wie die Primzahlen - handelt dieser Roman, der mit seiner im poetischen Sinne einfachen Sprache so leicht daherkommt und doch zugleich eine Metapher ist für das menschliche Schicksal im Allgemeinen. Man fragt sich unweigerlich, wie ein so junger Autor so viel vom Leben wissen kann?
Ein Kompliment auch für die Übersetzung, die dem italienischen Original in nichts nachsteht.
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52 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ... unterm Literatur-Deckmäntelchen, 17. November 2009
Ich weiß: Ich stehe allein auf weiter Flur. Alle sind begeistert von Giordanos Primzahlen-Geschichte und überschütten dieses Buch mit unendlich viel Lob. Deshalb habe ich mich auch sehr auf die Lektüre gefreut, bin aber jetzt (nach 363 Seiten) umso mehr irritiert, weil ich den Jubel überhaupt nicht nachvollziehen kann.

Was ist an diesem Buch eigentlich so außergewöhnlich? Die Geschichte wirkt skizzenhaft und wird meiner Meinung nach holzschnittartig erzählt. Alles passiert einfach so, ohne Spannung und ohne tiefe Emotion. Dabei verwendet der junge Autor für seine vorhersehbare Story die bekannten Betroffenheits-Zutaten: Magersucht, ein wenig Autismus, Zickenkrieg, Selbstbestrafung, Schwulsein, Eltern-Kind-Problematik. Das sind Themen, die die Seele großer Leserschaften berühren. Ungefähr mit demselben Tiefgang wie bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

Zugegeben: Der Titel hat Charme, und die Idee mit den Primzahlen-Königskindern, die zueinander nicht kommen können, irgendwie auch. Aber Giordano spielt seine einzige Trumpfkarte eher unbeholfen und nicht besonders versiert aus. Er baut den Gedanken einfach ungefähr in der Mitte ein und umrahmt ihn mit einigen mathematischen Floskeln. Ein Grundproblem des Buchs: Der Handlungsstrang wird vom Autor verordnet, nichts entwickelt sich, schon gar nicht zwangsläufig. Zwar liest sich die Geschichte durchaus leicht, doch das ist bei Groschenromanen nicht anders und deshalb noch lange kein Qualitätsmerkmal.

Peinlich ist der Drang des Autors, ständig bemühte Vergleiche anstellen zu müssen: Tomaten und Auberginen liegen "schwer wie Steine auf dem Grund eines Teiches" im Magen. In der Ferne hört man Musik "wie von einem Teppich gedämpft". "Lautlos wie ihr eigener Geist" streift sie durch die Wohnung. Worte "pressen ihren Unterleib zusammen wie Schlingpflanzen". Können Schlingpflanzen überhaupt pressen? Es gibt so viele schiefe Bilder in Giordanos hochgerühmtem Roman und noch viel mehr überflüssige Platitüden. Dabei fällt auf, dass der Autor manche Szenen peinlich genau beschreibt (offenbar auf der Suche nach den entscheidenden Details, die seiner Geschichte Leben einhauchen sollen). Aber solche Stellen erinnern eher an Texte für Gebrauchsanleitungen. Den großen Bogen hingegen schafft Giordano nicht: Alles bleibt bruchstückhaft.

Ziemlich unerträglich auch der erhobene Zeigefinger gegen Ende, als Giordano seine Leser verklausuliert darauf hinweisen will, dass einen die Vergangenheit schneller einholen kann als man denkt: "Objects in the mirror are closer than they appear" heißt es gleich mehrfach. In einer Szene von "Jurassic Park", die Giordano garantiert gesehen hat, wirkte das noch witzig ... in diesem Buch hier ist es nur noch bedeutungsschwanger und peinlich.

Das letzte Kapitel trägt die Überschrift "Was bleibt". Für mich bleibt von diesem Buch, das übrigens in der Erstauflage einige ärgerliche Satz- und Kommafehler enthält, nicht viel; es hat mir keinerlei neue Erkenntnisse gebracht. Warum Giordano Italiens renommiertesten Literaturpreis für sein Debüt erhalten hat, ist mir schleierhaft. Ich kann hier keine Spur von großer Literatur entdecken; ganz offensichtlich jedoch ist "Die Einsamkeit der Primzahlen" in höchstem Maße massenkompatibel.
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