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Die Einsamkeit der Primzahlen
 
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Die Einsamkeit der Primzahlen (Gebundene Ausgabe)

von Paolo Giordano (Autor), Bruno Genzler (Übersetzer)
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Karl Blessing Verlag (17. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896673971
  • ISBN-13: 978-3896673978
  • Originaltitel: La solitude dei numeri primi
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 1.824 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zwei Kinder, zwei Familien, zwei Schicksale: Da ist Alice, deren Vater seiner Tochter einen Skikurs aufdrängt, die das aber gar nicht will, Angst hat, ein „Hosenscheißer“ zu sein, schließlich verunglückt und ein steifes Bein zurückbehält. Und da ist Mattia, der einmal, nur ein einziges Mal nicht auf seine behinderte Zwillingsschwester aufpassen wollte, und das mit fatalen Folgen.

Schon der Titel löst Beklemmung aus: Das Bild der Primzahlen, isoliert von anderen und einsam, wie Menschen, die mit der Unmöglichkeit leben, sich jemals zu berühren, Nähe zu empfinden, zueinander zu finden. Diese Unmöglichkeit, dass auch tiefste Gefühle diese Distanz brechen könnten, beherrscht von Begin an den ungeheuer imponierenden und eindringlichen Roman des noch so jungen und schon mit Italiens renommiertestem Literaturpreis ausgezeichneten Italieners.

Alice hat es schwer in der Schule, wird aufgrund ihrer Behinderung gehänselt und gemobbt von der „Vier- Zicken- Phalanx“, einer "geschlossenen, gnadenlosen Front", geradezu gequält. „Dir ist es ganz egal, dass du mein Leben zerstört hast.“ Sie hasst ihren Vater, gibt ihm die Schuld für ein nicht gelingen wollendes Leben. Ebenso wie Mattia, den sie während der Schulzeit kennen lernt, trägt sie sich mit Schuldgefühlen: nie hat sie dem Wunschbild des Vaters entsprechen können. Tiefe Wunden auch bei Mattia, der die unausgesprochenen Vorwürfe der Eltern fühlt. Auch er zieht sich in sich zurück und was Alice die Essstörungen, das sind Selbstverletzungen für ihn. Sehnsüchte, verborgene Liebe auf beiden Seiten, und nirgendwo ein Weg sie auszuleben, mitzuteilen, die Wunden der Kindheit und Jugend zu überwinden. Nur immer wieder die starke gegenseitige Anziehungskraft: „...zwei Menschen, die im jeweils anderen die eigene Einsamkeit wiedererkannt hatten.“

Als „sensationelles Romandebüt“ wird er gefeiert, der junge Autor aus Turin und in der Tat, es ist auffällig, geradezu ergreifend, dass ein junger Mann, Jahrgang 1982, über 370 Seiten hinweg ohne Mühe und Schwächen sich so tief in die zwei Seelen seiner Protagonisten begeben kann. Überaus einfühlsam, so, dass man Verletzungen fast wie selbst erlebt empfindet, es stellenweise fast körperlich weh tut, dem Schicksal von Alice und Mattai zu folgen. Ein schmerzhafter, aber sehr warmherziger Roman über das Erwachsenwerden und die Wunden der Kindheit.

Alice macht ihren Weg als Fotografin, begegnet Mattia, der Mathematik studiert immer wieder in ihrem Leben, und obwohl sie beide wie füreinander bestimmt scheinen, bleibt die entscheidende Frage: „Du musst dich nur entscheiden. Gehst du oder nicht. 1 oder 0, wie ein binärer Code.“ Bei der Frage Lesen oder Nicht-Lesen ist die Antwort absolut eindeutig und schnell gegeben: Unbedingt lesen! -- Barbara Wegmann

Pressestimmen

""Die Einsamkeit der Primzahlen" erzählt - sprachlich meisterhaft - von Schuld, traumatisierten Seelen und einer unmöglichen Liebe. Klingt anstrengend - und ist doch ein fulminantes Lesevergnügen, denn Paolo Giordano jongliert souverän und phantasievoll mit Bildern und hat eine wundervolle Sprache. Spannend und tiefgründig ist sein Romandebüt, das man, einmal angefangen, nur schwer aus der Hand legen wird." (Peter Twiehaus, ZDF Morgenmagazin )

"Ein ungewöhnlich spannendes Buch." (Thomas Hocke in Focus )

"Giordano hat Stil. Er überträgt die Schweigsamkeit seiner Figuren auf seinen Roman selbst. Kein Wort zu viel; keine blumigen metaphorischen Girlanden; karge, einfache Sätze, die keinen Widerstand leisten. Solchen Minimalismus schätzt der Autor an Raymond Carver. Es entsteht so eine sentimentale Geschichte, die weitgehend unsentimental erzählt wird. Sie gewinnt die Gunst des Publikums auf andere Weise. Darin besteht die Kunst Paolo Giordanos. Da große Worte fehlen, muss sich der Blick an die kleinen Dinge halten. Sie verlieren dadurch ihren Charakter als Werkstoff und verwandeln sich in beziehungsreiche Symptome dessen, was verschwiegen wird. ... Das ist das eigentlich Erstaunliche dieses Romans der gescheiterten Wahlverwandtschaften. Er offeriert seine Geschichte weithin im Modus der Enthaltsamkeit und findet doch üppigen Zuspruch – durchaus ein Kompliment an die Leserschaft. Deutet sich darin eine neue Sensibilität an, die am Ufer selbstbeherrschter Schriftlichkeit Erholung von medialen Überschwemmungen in Wort, Bild und Ton sucht?" (Winfried Wehle, Frankfurter Allgemeine Zeitung )

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101 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Primzahlenzwillinge, 20. August 2009
Von Daniela Möhrke "http://buchbegegnungen.blog.de" (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Mit seinem Roman "La solitudine dei numeri primi" (dt. "Die Einsamkeit der Primzahlen") ist dem 26-jährigen Autor Paolo Giordano bereits in Italien ein riesiger Erfolg gelungen. Mehr als eine Millionen verkaufter Exemplare und die Auszeichnung mit dem renommiertesten Literaturpreis Italiens, dem Premio Strega, sprechen für dieses Buch. Tatsächlich ist "Die Einsamkeit der Primzahlen" derart eindrucksvoll geschrieben, dass man sich der Besonderheit des Buches von Anfang an bewusst ist.

Erzählt wird die Geschichte zweier Kinder, die im Laufe des Buches zu Jugendlichen und Erwachsenen heranwachsen. Es handelt sich um Alice und Mattia. Beide stehen aufgrund traumatischer Ereignisse in ihrer Kindheit ein Stück weit neben sich. Im Alter von sieben Jahren erlitt Alice bei einem Skiunfall schwere Verletzungen. Dabei blieben nicht nur körperliche, sondern auch seelische Narben zurück. Mattia hingegen ließ seine geistig behinderte Zwillingsschwester Michela eines Tages in einem Park zurück, weil er allein zu einer Geburtstagsfeier gehen wollte. Bei seiner Rückkehr war Michela verschwunden - für immer!

Auf diese Weise geprägt leben beide vor sich hin und wissen nicht recht, wie sie ihr Leben meistern sollen. Mattia neigt dazu, sich selbst zu verletzten und Alice beginnt zu hungern und magert zusehends ab. Sie grenzen sich ab und sind meistens für sich allein. Der Umgang mit anderen Menschen ist oft schwierig für Alice und Mattia. Ähnlich jenen Zahlen, die nur durch eins und sich selbst teilbar sind, den Primzahlen, scheinen sie auf weiter Ebene einsam und allein dazustehen.

Dem Autor gelingt es hier auf erstaunliche Art und Weise die Psyche der Protagonisten darzustellen. Die nüchterne Präzision, mit der Paolo Giordano die Geschichte von Mattia und Alice erzählt, trifft den Leser und berührt ihn zutiefst. Das Verhalten der beiden mutet schon extrem skurril an und dennoch entwickelt man im Laufe des Buches ein immer tieferes Verständnis für sie.

Lediglich miteinander scheinen Mattia und Alice eine Art Angelpunkt in dieser komplizierten und einsamen Welt zu finden. Nimmt man Mattias Leidenschaft zur Mathematik, speziell den Primzahlen, als Anlass zu einem Vergleich, so kann man sagen: Alice und Mattia sind wie Primzahlenzwillinge. Hierbei handelt es sich um eine ganz besondere Art der Primzahlen - sie werden nur durch eine einzige gerade Zahl getrennt (z.B. 3 und 5; 17 und 19). Folglich sind sich Alice und Mattia so nahe wie möglich und immer noch ein Stück voneinander entfernt. Dennoch brauchen sie einander und können doch nicht richtig miteinander.

"Die Einsamkeit der Primzahlen" steckt voller außergewöhnlicher Bilder und Vergleiche; eine beeindruckende Sprache voll Poesie verführt zum gebannten Weiterlesen und nicht zuletzt die Geschichte um Alice und Mattia überzeugt den Leser von diesem Buch, das weit aus der Masse hervorsticht.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen die unendliche Schwierigkeit des Seins, 20. August 2009
Zwei junge Menschen sind gezeichnet von einschneidenen, traumatischen Erlebnissen der Kindheit: hier geht es jedoch nicht um die Suche nach dem oder den Schuldigen sondern eher darum, dass und wie jeder seine Bürde zu tragen hat. Die zunächst getrennten Schicksale der beiden Protagonisten Mattia (er) und Alice (sie) nähern sich allmählich aneinander, kreisen umeinander, um sich dann wieder zu trennen - doch eine unsichtbare, fragile Verbindung bleibt bestehen, über die Zeit, über den Raum.
Vom Schmerz, einzeln zu sein und einzeln zu bleiben - wie die Primzahlen - handelt dieser Roman, der mit seiner im poetischen Sinne einfachen Sprache so leicht daherkommt und doch zugleich eine Metapher ist für das menschliche Schicksal im Allgemeinen. Man fragt sich unweigerlich, wie ein so junger Autor so viel vom Leben wissen kann?
Ein Kompliment auch für die Übersetzung, die dem italienischen Original in nichts nachsteht.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lange kein so fesselndes Buch gelesen, 7. Oktober 2009
Ich weiß, man soll ja eigentlich nicht vergleichen, denn alle Vergleichen hinken irgendwie. Aber ich muss trotzdem sagen, dass dieses Buch so etwas wie eine moderne Version der "Sturmhöhe" für mich ist. Charaktere und Handlung sind völlig unterschiedlich, aber diese bittere Tragik der Liebe zweier Menschen, die nicht zusammen finden, habe ich zuletzt so toll und nachfühlbar in der Sturmhöhe von Emily Bronte gelesen.

Alice und Mattia haben beide schwere Schicksalschläge in der Kindheit hinnehmen müssen, die die beiden für den Rest ihres Lebens zeichnen und zu Außenseitern machen. Sie fühlen sich, wahrscheinlich gerade deswegen, zueinander hingezogen, aber auch genau das ist es, was die beiden voneinander trennt.
Die Sprache dieses Buches ist großartig! Schon von der allerersten Seite an, ist man mitten in der Geschichte drin:
"Alice Della Rocca hasste die Skischule. Sie hasste den Wecker, der auch in den Weihnachtsferien morges früh um halb acht klingelte, und ebenso ihren Vater, der ihr beim Frühstücken zusah und dabei nervös mit einem Bein wippte, wie um zu sagen: Los, beeil dich endlich. Sie hasste die Strumpfhose, die an den Oberschenkeln kratzte, die Skihandschuhe, in denen sie die Finger nicht bewegen konnten, den Helm, der ihre Wangen zusammenkniff und dessen Metallschnalle sich in ihren Unterkiefer bohrte, und vor allem diese Skischuhe, die viel zu eng waren und in denen sie wie ein Gorilla lief."
Die beiden Hautprotagonisten bleiben keine blassen Figuren zwischen den Seiten sondern werden zu Menschen, die man wirklich zu kennen glaubt. Man leidet mit ihnen und kann das Buch nicht aus der Hand legen. Aber nicht falsch verstehen: hier handelt es sich nicht um ein deprimierendes Drama, bei dem man am Ende heult. Es ist traurig, lustig, hoffnungsvoll und tragisch zugleich - wie das wirkliche Leben eben.
Da ich sehr viel lese, kaufe ich mir meistens Taschenbücher. In diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht und es absolut nicht bereut. Dieses Buch kann man ohne Probleme noch einmal lesen. Wer auf der Suche nach einem Geschenk ist, kann mit diesem Buch nichts falsch machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendjemandem nicht gefallen könnte.
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