Vier Studenten aus Uppsala, die in den 70er Jahren befreundet waren: der spätere Pfarrer Rickard, Anna, die Journalistin, der geschäftstüchtige Tomas, die schöne Gunilla, Maria, die sich selbst als böse" bezeichnet, und der düstere Germund, der ein Geheimnis hat.
Diese sechs sehr bemerkenswerten Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gehen ein Stück ihres Wegs zusammen, und es bilden sich drei Paare. Bis zu dem Tag, an dem Maria stirbt; sie stürzt in eine Schlucht. Doch die Freundschaft der sechs war schon früher zu Ende, denn auf einer gemeinsamen Reise in den Ostblock ist etwas passiert...
Barbarotti und Backmann, die 35 Jahre später den Unfall/Mord/Selbstmord von Germund untersuchen, stochern lange im Dunkeln, nur sehr langsam kommen sie dahinter, was wirklich geschehen ist.
Für mich ist dies einer der spannendsten Romane von Håkan Nesser. Und einer der reifsten. Jedes Wort sitzt an seinem Platz, die Geschichte wird mit einer Tiefe erzählt, mit einer Sensibilität und Empathie, die nur wenige Krimiautoren erreichen.
Der Roman läuft auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart und Anfang der 70er Jahre. Schon das trägt erheblich zur Spannung bei, zumal die meisten Kapitel auf beiden Zeitebenen meist mit einem Cliffhanger enden. Abwechselnd erzählen einige der Freunde die Geschichte aus ihrer Sicht, teilweise in Ich-Form, was dazu beiträgt, dass man die Protagonisten bis ins Innere kennenlernt. Auch dadurch entsteht Spannung und eine enge Bindung an den Leser.
Die andere Zeitebene ist das Hier und Jetzt, wo Barbarotti und Backmann langsam immer tiefer in die Geheimnisse um das tödliche Beziehungsgeflecht dieser einstmals sechs fröhlichen, lebenshungrigen Studenten (und Freunde) eindringen.
Am Ende schließt sich der Kreis, keine Frage bleibt offen, auch Germunds Geheimnis offenbart sich. Es geht um Liebe und Schuld, falsche Loyalität, Heldentum und Verdrängung, um Lebensentwürfe, die scheitern mussten, weil keiner - außer einer - den Mut hatte, zu dem zu stehen, was ihn ausmacht.
Das alles ist meisterhaft erzählt und wird all die Leser ansprechen, die neugierig auf Menschen sind und nicht nur den schnellen, oberflächlichen Thrill suchen. Für mich ist es das bisher beste Buch von Håkan Nesser.