...ist die Figur des "Siggi Baumeister". Und das nicht erst seit diesem Buch, das wie viele andere nur eine Wiederholung sattsam bekannter Versatzstücke aus der Eifel-Serie ist.
Um überhaupt Zugang zum "Baumeister-Kosmos" zu bekommen, muß man folgende Szenarien akzeptieren, die allerdings kaum auch nur ansatzweise realistisch sein dürften:
1. Wenn in der Südeifel ein Mord passiert, ist die zuständige Kripo in Trier anderweitig beschäftigt/überlastet/personell unterbesetzt und überläßt die Ermittlungen einem Journalisten (!), einer ehemaligen niederländischen Kriminalbeamtin und einem pensionierten Kriminaldirektor. So weit, so abwegig.
2. Dieses Trio ermittelt also statt der bzw. zusätzlich zur Mordkommission und merkwürdigerweise nehmen weder Angehörige der Opfer noch potentielle Zeugen oder sogar Verdächtige daran Anstoß, sondern lassen sich bereitwillig zu Gesprächsterminen einladen oder besuchen und plaudern bereitwillig viele Dinge aus, die man nicht mal der Polizei erzählen würde.
Wenn man diese Dinge akzeptiert, lassen sich die Romane flüssig lesen, ohne jedoch richtig spannend zu sein. Dazu gibt es noch weitere Elemente, die in jedem der Romane vorkommen:
- In Baumeisters Haus quartiert sich eine Dame ein, die ihn prinzipiell mit dem Nachnamen anredet (hier die schwangere Lebensgefährtin des ersten Mordopfers).
- der Erzähler beschreibt die Verhaltensweisen seiner Katzen.
- Baumeister wird mindestens einmal zusammengeschlagen.
Warum ich trotz all dieser Schwächen die Bücher immer wieder lese, weiß ich auch nicht. Irgendwie haben sie doch etwas, auch wenn mich die unrealistische Ausgangssituation und die Einfallslosigkeit des Autors immer wieder ärgern. Der Eifel-Lokalkolorit ist da, auch wenn ich in der (nordrhein-westfälischen) Nordeifel wohne und arbeite und nicht in der (rheinland-pfälzischen) Südeifel, in der die meisten Bücher Berndorfs spielen, sind doch einige der beschriebenen "Eifel-Verhaltensweisen" wiederzuerkennen.
Zu diesem Buch speziell: Es geht zunächst um Geschäftemacherei mit Abbau von Lava und Basalt, womit sich windige Geschäftsleute die Taschen füllen, die Eifelgemeinden mit lachhaft kleinen Summen abgespeist werden und die Landschaft/Umwelt zerstört wird.
Erst allmählich stellt sich aber heraus, daß die Todesfälle mit Schmuggel in großen Stile zusammenhängen; diese Schmuggelgeschichte wirkt aber etwas aufgesetzt und man kann sich nur schwerlich vorstellen, daß so etwas wie hier dargestellt in einem kleinen Eifeldorf nicht auffallen würde und es erst eines Siggi Baumeisters bedarf, um es aufzudecken.
Wer Baumeister zusammengeschlagen hat und woran der Kölner Unternehmer Bleckmann nun wirklich gestorben ist, wird nicht aufgelöst - oder ist es mir entgangen? So bleibt ein etwas fader Geschmack nach dem Lesen dieses Buches zurück, es kann nicht überzeugen.
Außerdem lernen wir, daß es in der Welt des Jaques Berndorf deutsche Autokennzeichen mit fünfstelligen Ziffernkombinationen gibt. Ob Berndorf die absichtlich gewählt hat, um nicht zufällig versehentlich ein real existierendes Kennzeichen in seinen Roman zu verarbeiten oder ob es Druckfehler sind, von denen das Buch auch sonst einige zu bieten hat, weiß ich nicht - allerdings wäre es auch gar nicht nötig gewesen, die Kennzeichen überhaupt vollständig zu nennen - für den Handlungsverlauf haben die nämlich überhaupt keine Bedeutung.
Vielleicht sollte Herr Berndorf bzw. Preute die Baumeister-Reihe wirklich beenden, da ihm schon lange nichts wirklich Neues mehr einfällt. Wenn er es nicht tut, fürchte ich, daß ich aus reiner Neugier auch den nächsten Baumeister lesen werde...