Anfang der 80ziger Jahre des 20.Jahrhunderts wird die britische Kronkolonie Hong Kong durch präzis abgestimmte Sprengstoffexplosionen und Heckenschützenanschläge terrorisiert. Besonders betroffen sind staatliche Einrichtungen und Polizeibeamte. Mit den Ermittlungen werden Detective Chief Inspector Harry Feiffer und seine Kollegen vom Yellowthread-Street-Revier betraut. Bald wird klar, daß die Täter Waffen und Munition der ehemaligen Kaiserlichen Japanischen Armee verwenden und Hong Kong quasi zum Kriegsschauplatz machen.
Der Autor, William Marshall, baut eine faszinierende Kulisse auf und schickt seine Romanfiguren durch die Metropole Hong Kong. Alle handelnden Personen werden dabei von ihren persönlichen Gespenstern gejagdt und müssen mit diesen fertig werden. Es wird jedoch deutlich, daß die Aufarbeitung der Vergangenheit, in diesem Fall schwerpunktmäßig die Besatzungszeit der Japaner während des Zweiten Weltkrieges, gar nicht so einfach ist. Marshall gelingt jedoch die schmale Gradwanderung zwischen Spannungsliteratur und Geschichtsbewältigung. Das Buch beinhaltet ein dynamisches und explosives Geschehen, in dem sich Ereignis an Ereignis reiht. Dennoch empfindet der Leser keine Überlastung sondern erfreut sich an der ausgefallenen Situationsschilderung. Auch wenn nach einem Viertel des Buches die Attentäter bereits identifiziert scheinen, keine Sorge es kommt noch zu einer Überraschung am Schluß.
Dieser Polizeithriller gehört in die gehobene Kathegorie seiner Literaturgattung.