Amy Gallup hat ihre besten Zeiten als Autorin längst hinter sich, doch das Schreiben, wenn auch nicht das ihrer eigenen Ideen, hat sie nie losgelassen. Daher leitet sie Kurse für kreatives Schreiben und die mehr oder minder erfolgreich.
Nun fängt ihr neuester Kurs an, 13 Teilnehmer sind es, die auf eine oberfläche Weise detailliert vorgestellt werden, was für unser deutsches Verständnis der Namen zumindest anfangs etwas verwirrend ist. Alle wollen schreiben, doch sie tun es mit unterschiedlichem Ehrgeiz und individueller Zielsetzung. Plötzlich bricht der Heckenschütze, so wird der Täter von Amy genannt, in diese friedliche Atmosphäre ein, zuerst mit fiesen Bemerkungen, dann mit einer hässlichen Zeichnung, dann macht er vor einem Mord nicht halt.
Nach bewährtem Krimimuster, wie Hitchcock es perfektionierte, geht Willett vor: es war einmal eine Gruppe von 13, einer wird umgebracht, dann waren es nur noch 12. Was eigentlich Misstrauen, Vorsicht und Distanz auslösen sollte, wird hier von den anderen Kursteilnehmern negiert und trotz Lebensgefahr zur Party umfunktioniert. Die Charaktere werden leider nur angerissen, nicht wirklich ausgefeilt dargestellt, so dass der Leser nicht mit auf die Suche nach dem Täter genommen werden kann. Immerhin: Die Heldin ist eine Heldin wider Willen, was sie durchaus sympathisch macht, und sie wird durch die unangenehmen Vorfälle aus ihrer Lethargie gerissen.
Das Buch ist nett und launig geschrieben, mehr aber auch nicht. Es ist zu lang, ergeht sich in vielen Details, die wenig bis nichts mit der Geschichte zu tun haben; stattdessen hätte Willett z. B. mehr krimitechnische Spannung aufbauen oder die Charaktere besser zeichnen können.