"Der Auftrag des Magiers" ist eine solide Fantasygeschichte, die extrem spannend ist und immer wieder durch neue Wendungen überrascht. Die kommen nicht immer überraschend und sind gerade von einem geübten Leser schon frühzeitig zu erkennen, Spaß macht das Buch aber trotzdem. Licia Troisi gelingt es, uns in eine Welt voller Mystik und tiefgehender Emotionen zu ziehen. Der Intensität ihrer Geschichte kann man sich kaum entziehen. Sehr gelungen ist die Darstellung der Untergetauchten Welt. Sie mutet wie eine Art Atlantis an und ist sehr fantasievoll ausgearbeitet.
Im Gegensatz zum ersten Teil beschränkt sich die Handlung hier auf einen wesentlich kleineren Zeitrahmen, was der Autorin erlaubt, die einzelnen Begebenheiten noch besser auszuarbeiten. Der innere Kampf, der in Nihal tobt, setzt sich fort. Die junge Kriegerin wird immer wieder von Albträumen geplagt und sieht sich mit ihrem Hass konfrontiert, der sie zu beherrschen droht. Doch Ido, ihr Lehrer, steht ihr zur Seite und unterstützt sie, wo er nur kann. Aber auch er trägt eine schwere Last, die er mit niemandem teilen will.
Leider wird nur sehr wenig von der Beziehung zwischen Nihal und ihrem Drachen Oarf berichtet. Im ersten Band haben wir erfahren, wie sie sein Zutrauen gewonnen hat, und man hätte erwartet, hier zu lesen, wie Tier und Reiter nun lernen miteinander umzugehen. Aber das ist in der Zwischenzeit wie selbstverständlich passiert und beide sind bereits ein eingeschworenes Team. Drachenliebhaber werden hier wohl etwas zu kurz kommen, denn Oard taucht fast ausschließlich in Kampfszenen auf, er wird zum reinen Reittier.
Fazit: Wer schon den ersten Teil gelesen hat, der sollte sich auch Band zwei nicht entgehen lassen. Die Geschichte um Nihal ist fesselnd geschrieben und hält so manche Überraschung bereit. Hier bekommt man solide Fantasy mit starken Charakteren, die einfach Spaß macht.