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Universität Cambridge, 1953. Der 25jährige Wissenschaftler Watson ist mit zwei Kollegen auf der Jagd nach dem Geheimnis des Lebens. Die Zeit drängt, denn in den USA arbeitet ein Star-Chemiker am selben Problem und auch die erfahrene Kristallographin Rosalind Franklin forscht nach der Struktur der DNS. Versuche schlagen fehl, doch dann entwickelt Watson ein erfolgsversprechendes Modell -- die Doppelhelix. Den endgültigen Beweis könnte ein Blick auf Röntgenaufnahmen im Labor Franklins bringen...
Was wie ein Krimi klingt, ist der authentische Bericht des amerikanischen Biochemikers James D. Watson, der 1962 zusammen mit Francis Crick und Maurice Wilkins den Nobelpreis für Medizin erhielt. Das Watson-Crick-Modell der Desoxyribonukleinsäure bestätigte sich und eröffnete den Weg zu einem neuen Forschungszweig, der zu einer der wichtigsten Wissenschaften des 21. Jahrhundert werden könnte -- der Gentechnik.
Dieses kleine Buch wurde mir, erstaunlich genug, von meiner Biologielehrerin empfohlen und war schließlich spannender als jede Unterrichtsstunde: Wissenschaft als Wettkampf -- Ehrgeiz, Eifersucht und Unfairness unter Forschern. Plötzlich interessierte ich mich für Wasserstoffverbindungen und Basenpaare... Es ist Watsons großes Verdienst, auch Laien die Magie der Wissenschaft nahezubringen und sie hinter die Kulissen ehrwürdiger Institute schauen zu lassen. Die englische Fachzeit "Nature" nannte das Werk damals "einen der faszinierendsten wissenschaftlichen Essays des Jahrhunderts" -- lesenswert ist er in jedem Fall, mein Geheimtip! --Gudrun Christoph
Rezension
Copyright: Aus
Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Doppel-Helix
OT Double Helix OA 1968 DE 1969Form Sachbuch Bereich Biologie/Medizin
James D. Watson beschreibt in seinem Buch Die Doppel-Helix. Ein persönlicher Bericht über die Entdeckung der DNS-Struktur den Weg zu einer der fundamentalsten naturwissenschaftlichen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus entwickelte er damit eine neuartige Form autobiografischer Literatur, wie sie in dieser Art zuvor von keinem Forscher genutzt worden war.
Entstehung: Schon kurz nach der bahnbrechenden Aufklärung der DNS-Struktur hatte Watson die Idee, ein Buch über seine Arbeit zu schreiben. Ihm lag aber fern, nur einen reinen Bericht über sein wissenschaftliches Tun zu verfassen; wichtig erschien ihm die Wiedergabe des Abenteuers Forschung. Regelmäßige Briefe an seine Eltern aus dieser Zeit und seine Erinnerungen waren die wichtigsten Quellen für die Rekonstruktion der Ereignisse. Ungewöhnlich für einen Bericht dieser Art ist außerdem die zeitliche Nähe zum Geschilderten, da Wissenschaftler üblicherweise erst nach Abschluss ihrer Forscherlaufbahn einen Einblick in die Höhepunkte Ihres Schaffens gewähren.
Inhalt: Watson beginnt mit seinem Bericht im Jahr 1951 und beschreibt die Anfänge der Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Crick. Ohne den Leser mit wissenschaftlichen Details zu strapazieren, erzählt er dennoch ausführlich über alle Fortschritte und gelegentlichen Rückschläge bis zur endgültigen Aufklärung der DNS-Struktur. Er gibt zu, dass nicht immer die Suche nach dem Wissen oder das Verständnis für die Natur die Motivation dominierte, sondern manches Mal auch der Kampf um Ehre und Geld.
Watson vermittelt dem Leser den spannenden wissenschaftlichen Wettlauf um die Aufklärung der DNS-Struktur und gibt diesem auch Einblick in den Alltag eines Forschers.
Wirkung: Entrüstung über den von vielen Lesern als zu locker empfundenen Stil und die rückhaltlose Darstellung waren die ersten Reaktionen auf das Buch. Konkurrenzdenken und Intrigen unter Forschern waren selten zuvor einer breiten Öffentlichkeit so deutlich offenbart worden. Watsons Bericht wirkte insofern bahnbrechend, als seither freimütiger über den Alltag wissenschaftlichen Forscherdrangs geschrieben wird. Nicht zuletzt dank Watsons Offenheit und Gelassenheit wurde Die Doppel-Helix zu einem der meist gelesenen naturwissenschaftlichen Sachbücher. M. S.