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Die Donnerstagswitwen [Restexemplar] [Gebundene Ausgabe]

Claudia Pineiro , Peter Kultzen
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Juli 2010
Fünfzig Kilometer vor den Stadttoren von Buenos Aires lebt hinter hohen Sicherheitszäunen eine kleine elitäre Gemeinschaft. Ihre Sorgen scheinen sich in der Sommerhitze und deren Folgen für den örtlichen Golfplatz zu erschöpfen. Unter der schönen Oberfläche jedoch schwelen Konflikte, die auch vor den Siedlungszäunen nicht halt machen: Untreue, Alkoholsucht und Ehezwist. Zudem bekommt selbst die privilegierte Gated Community die Auswirkungen der Wirtschaftskrise mit aller Wucht zu spüren. Doch anstatt die Ärmel hochzukrempeln, gehen drei Familienväter einen eigenwilligen Weg, um ihren Lieben den hohen Lebensstandard zu sichern. Ihre Leichen werden am Grund des Swimmingpools gefunden
Die Donnerstagswitwen ist das Porträt einer Gemeinschaft, die über ihre Verhältnisse lebt und tödliche Geheimnisse zu verbergen hat. Der preisgekrönte Bestseller ist bereits in vierzehn Sprachen zu lesen und wurde 2009 von Marcelo Piñeyro fürs Kino verfilmt.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 4., Aufl. (1. Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293004172
  • ISBN-13: 978-3293004177
  • Originaltitel: Las viudas de los jueves
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.311 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Claudia Piñeiro, Shootingstar der argentinischen Literatur, wurde 1960 in Buenos Aires geboren. Nach dem Wirtschaftsstudium wandte sie sich dem Schreiben zu, arbeitete als Journalistin, verfasste Theaterstücke, Kinder- und Jugendbücher und führte Regie fürs Fernsehen. Ihr Debütroman Ganz die Deine kam 2003 in die Endauswahl für den Premio Planeta, für ihren zweiten Roman Die Donnerstagswitwen erhielt sie 2005 den Premio Clarín. Alle ihre Romane sind auf den Bestsellerlisten zu finden und werden in viele Sprachen übersetzt.

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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Illusionäre Welt 25. Juli 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Altos de la Cascade, 50 Km vor Buenos Aires, ist eine Welt für sich. Eine Welt der oberen Mittelschlicht, der selbsternannten Elite. Eingezäunt, mit Golfplatz und Tennisanlage versehen, leben hier Menschen, die es sich leisten können (oder aber, wie sich herausstellen wird, einmal leisten konnten).

Vier Ehepaare stehen im Mittelpunkt des neuen Romans von Claudia Pineiro, Ehepaare, denen der schöne Schein voreinander, aber auch vor sich selbst, über alles geht. Tatsächlich über alles, wie sich herausstellen wird.

Jeden Donnerstag verbringen die männlichen Teile der Ehepaare ihren Herrenabend bei ausgesuchten Alkoholika und Kartenspiel im Hause Tanos, der dominanten Figur unter den Bewohnern. Die vier Frauen sind gehalten, die Donnerstage untereinander zu verbringen und nicht zu stören, als Donnerstagswitwen eben.

Vordergründig kreisen die Gedanken um den bestmöglichen Schutz vor den Armen vor den Toren des eingezäunten Wohngebietes (wäre eine Mauer nicht besser als der Zaun und der Wachschutz?), um die Qualität der Bediensteten, um die Einrichtung und Größe des eigenen Hauses und, so vorhanden, um die Sorge über das Wohlverhalten der Kinder. Aber all dies kratzt nur die Oberfläche dessen an, was sich wirklich in den Personen und hinter den verschlossenen Türen abspielt.

Untreue, Arbeitslosigkeit durch die Wirtschaftsflaute, häusliche Gewalt, das innere und äußere Entgleiten der illusionären, selbstgeschaffenen Welt ist es, das Claudia Pineiro in den Mittelpunkt ihrer, in exzellenter sprachlicher Qualität, erzählten Geschichte stellt.

Eine Geschichte, die sie fast in Thriller-Manier mit einem Paukenschlag beginnen lässt.
Drei der vier Männer werden tot im Swimming Pool Tanos gefunden.
Was zunächst wie ein Fall für die Mordkommission wirkt, entpuppt sich in der gewählten Erzählweise Pineiros als eine tiefreichende Entlarvung einer Welt, die dem der schöne Schein absoluten Vorrang vor dem wirklichen Sein einnimmt.
Nach der Schilderung der Todesfälle erzählt das Buch in einer Rückblende über die Jahre vor den Todesfällen im Pool die Entwicklung der acht Hauptpersonen und ihres Umfeldes und hebt unnachgiebig die Masken von dem Anschein des wunderbaren Lebens der Protagonisten ab. Mit wechselnder Perspektive verzahnen sich so die Lebensgeschichten und inneren Haltungen der Ehen und Familien und legen sich die Grundzüge des Dramas schonungslos vor die Augen des Lesers. Durch die konsequente Verweigerung der Realität nehmen die Ereignisse ihren folgerichtigen, zerstörerischen Gang bis zur Eskalation, in der das Ende des Buches mit dem Anfang wieder zusammengebunden wird.

Claudia Pineiro ist ein hervorragendes Sitten- und Lebensgemälde einer Gesellschaft gelungen, das in bester sprachlicher Form den schönen Schein entzaubert und die innere Armut und Verzweiflung dieser Welt minutiös in den Raum treten lässt. Eine Verweigerung, im Leben Substanz zu finden, die in den matt wirkenden Versuchen gerade der Frauen, ihrem Leben einen sinnvollen Inhalt zu geben, fast schmerzlich kulminiert.
Trotz mancher Längen und teils zu langatmiger Beschreibungen der Lebensumstände einzelner Protagonisten ein empfehlenswertes Buch, in dem die Oberflächlichkeit vieler Ebenen des gegenwärtigen Lebens klar zu Tage tritt.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weine nicht, A. 1. November 2010
Format:Gebundene Ausgabe
1. Der Schauplatz: Eine reiche Ghettosiedlung am Rande der Großstadt Buenos Aires, von Mauern und Securitydienst geschützt. Juden und Farbige darf es nur nach einer von einem Auswahlkomitee" festgelegten Prozentregel" geben.
2. Der Aufbau: Die Geschichte ist eine Rahmenerzählung: Die drei toten Männer am Anfang, die Beerdigung und die Entdeckung der Todesursache am Ende bilden den Rahmen und machen die Erzählung zu einem Krimi und bestätigen den Satz , der zunächst unverstanden bleiben musste: Dieser Tano Scalia gehörte zu den Leuten, die alles erreichen, was sie sich im Leben vornehmen. Auch über ihr Leben hinaus." Zum Rahmen gehört die Vater-Sohnbeziehung im Hause Guevara: Die zunehmende Entfremdung des Anfangs wandelt sich in Versöhnung am Ende. Der mit Misstrauen verfolgte, aus dem Rahmen der Regeln ausbrechende Sohn erzwingt am Ende mit Hilfe seiner outcast-Freundin Ramona den Durchbruch durch allen Schein und alle Lüge zur auch seine Eltern befreienden Wahrheit.
3. Der Titel: Die Donnerstagswitwen" sind Frauen, deren Männer sich jeden Donnerstag zu Spiel und Alkohol treffen. Ein zunächst harmloser Titel, der am Ende fürchterlich bestätigt werden wird. Wie dieser Titel ist die ganze Geschichte, die von Kapitel zu Kapitel fesselnder und schockierender wird, doppelbödig. Eine glänzende Fassade wird als Schein entlarvt.
4. Unsichtbare Zäune, nicht nur elektrische gegen streunende Hunde, Disziplinarausschüsse und Aufsichtskomitees -es gibt nur Regelverstöße, Verbrechen begehen nur die farbigen Angestellten- sorgen für Ordnung. Die Natur ist gezähmt und dressiert, das Grün der Gärten muß sich von dem des Golfplatzes unterscheiden, wohlüberlegt ist die Bepflanzung mit Büschen und Hecken. Es gibt keine welkenden oder kränkelnden Pflanzen, keine Schnecken oder Ameisen. Teresa sinkt mit ihren Stilettos bis zur Bewegungsunfähigkeit tief in den Rasen ein, ein kräftiges Symbol für die abgrundtiefe Doppelbödigkeit der Geschichte. Die Schönheit des Idylls wird entlarvt, statt Sicherheit wird Angst das beherrschende Motiv werden.
5. Kein Securitysystem kann vor der Angst schützen. Angst vor Versagen, vor Verlust des Arbeitsplatzes, vor wirtschaftlicher Not und damit vor Verlust der gesellschaftlichen Reputation. Angst, die innere Mauer, zwingt zu Lüge und Schein: Ehen, die längst keine mehr sind, Reichtum, der verschwunden ist, Konkurse und Zusammenbrüche nach der Wirtschaftskrise. Der längst Entlassene fährt zum Schein täglich in seine ehemalige Firma, ein anderer maßt sich akademische Titel an, um seine Geschäfte zu befördern. Angst vor Überfremdung führt zu kaum verhohlenem Rassismus. Das krause, schwarzglänzende Haar eines Adoptivkindes verheißt nichts Gutes. Der Mann, der seine Frau in Rausch und Zorn fast erschlägt, gehört weiterhin zum innersten Freundeszirkel, der Sohn, der einmal eine Haschischzigarette geraucht hat, wird von einem Disziplinarausschuß der Bewohner als Risikokind" in Listen vermerkt. Eine Art Scharia regelt das Leben, die staatlichen Rechtsbehörden" kommen hier kaum je zum Zuge" (235). Eine säkularisierte Trivialgesellschaft -kaum einer kann bei der Dreifachbeerdigung das Vaterunser- ohne geistige Interessen -die Bücher der Bibliothek eines Protagonisten sind leere Hüllen mit Lederrücken- . Besitz definiert das Sein. Ohne Geld ist das Leben nicht mehr lebenswert.
6. Der Personenkreis ist überschaubar. Die Abfolge der Kapitel dreht sich karusellartig im Kreis der bekannten Familien. Kaum merklich schreitet die Zeit fort, ablesbar nur am Alter der Kinder. Drei Erzählhaltung lösen einander ab. Daß eine der Hauptfiguren -Virginia- in der Ich-Form erzählt, kann durchgehen. Aber wer ist Wir"? Die Autorin versucht auf S. 315 eine Erklärung, die nicht überzeugen will. Der auktoriale Erzähler im Wechsel mit der Ich-Erzählerin hätte genügt.
7. Eine Erzählung über eine abstoßende Gesellschaft, die es nicht nur hinter argentinishen Ghettomauern gibt, die am Ende zu einem überraschenden, versöhnlichen Schluß führt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scheinbar heile Welt 7. April 2011
Format:Gebundene Ausgabe
In der Siedlung Altos de la Cascada Country Club lebt eine illustre, priviligierte Gesellschaft. Geschützt durch Zäune, Wachpersonal und andere zweifelhafte Annehmlichkeiten gestalten sie ihr Leben zwischen Golf, Tennis, Wohltätigkeitsveranstaltungen und gemeinsamen Abendessen.
Alle sind irgenwie befreundet, wobei dieser Begriff hier so weit gefasst ist, dass er einen letztendlich einengt. Man achtet darauf was der Nachbar macht, andere sorgen dafür das das "Country" unter sich bleibt:

"Aber ich habe ja an sich nichs gegen die, mit den Urovichs sind wir schließlich eng befreundet, nur wenn es zu viele werden, also das finden wir nicht so gut, sonst haben wir hier in ein paar Jahren Klein-Jerusalem. Und das vor unserer Haustür."

Entgleisungen gibt es keine (zumindest nicht öffentlich) und der Wohlstand der Neunzigerjahre verschafft einem doch immer wieder einen Lustgewinn:

"Es gab nichts Schöneres, als die Anzahl der Quadratmeter des eigenen Grundbesitzes mit dem aktuellen Quadratmeterpreis zu multiplizieren - der reinste algorithmische Orgasmus"

Dass der Ehemann fremdgeht, darüber sieht man hinweg und sagt auch nichts, schließlich braucht man ja ein neues Scheckheft.
Doch was passiert wenn die fetten Jahre vorbei sind? Was geschieht mit Männern die jahrelang für nichts Argumente brauchten, denn sie hatten ja schließlich die Macht, Männer aus den Chefetagen die plötzlich keinen Job mehr haben?
Es ist nicht vorstellbar dass die Kinder auf ihre privaten Tennisstunden verzichten, die Ehefrauen auf die wöchentlichen Massagen und Gymnastikstunden. Nicht, wenn sie ihren gewohnten Lebensstil beibehalten wollen.

Claudio Pineiro führt den Leser so geschickt durch diesen Roman dass er erkennt was sich da am Horizont auftürmt, dass sich hinter all der glänzenden Fassade und dem zur Schau stellen eines perfekten, glücklichen Familienlebens, Abgründe auftun.
Einzig dass der Roman mal aus der Ich-Perspektive und dann wieder aus der personalen Sicht erzählt wird hat mich anfangs irritiert. Aber man gewöhnt sich daran.(dk)
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