Bevor Sie dieses Buch kaufen, sollten Sie Folgendes beachten: Auch wenn der Haupttitel so klingt, als handele es sich hierbei um einen Ratgeber für Promovierende, ist seine primäre Zielgruppe eine andere - nämlich die der Promotionswilligen, also derjenigen, die noch überlegen, ob sie überhaupt eine Dissertation beginnen sollen. Auch wenn es so bereits im Untertitel steht, ist es wichtig, dies noch einmal zu erwähnen, da in einigen Rezensionen bemängelt wird, dass man als PromovendIn zu wenig Gewinn aus dem Buch ziehen kann. Das ist insofern richtig, als sich etliche der im Buch behandelten Fragen, z.B. der Sinn und Zweck einer Promotion, die Themenfindung oder die Suche nach einem geeigneten Doktorvater bzw. einer Doktormutter für Promovierende bereits erledigt haben.
Für diejenigen, die noch nicht genau wissen, was bei einer Promotion auf sie zukommt, dürften die 16 Kapitel des Buches dagegen durchaus von Nutzen sein, zumal die Autoren zu vielen Fragen plausible Antworten liefern. Neben den bereits genannten Punkten gehören dazu eine Erörterung, was wissenschaftliches Arbeiten eigentlich bedeutet, wie man Ideen sammelt und seine Zeit sinnvoll plant, wie man sich als Frau im Wissenschaftsbetrieb durchsetzen kann, usw. Selbst wenn einige dieser Punkte nicht promotionsspezifisch sind, wird man dennoch besonders in der Zeit des Promovierens damit konfrontiert, so dass es Sinn macht, sich bereits vor diesem Lebensabschnitt damit vertraut zu machen.
Eine Stärke des Buches ist zudem, dass die Autoren es ihren Lesern durch ihre bildhafte Sprache leicht machen, die angesprochenen Sachverhalte nachzuvollziehen. Insofern ist es tatsächlich ein Mutmacher, der dabei helfen kann, den Wunsch nach einem Doktortitel in die Tat umzusetzen. Zu den Ermutigungen gehört z.B., dass die Autoren betonen, dass eine Dissertation kein Meilenstein des wissenschaftlichen Fortschritts sein muss, sondern ,nur' eine solide, eigenständige wissenschaftliche Arbeit. Welche Kriterien eine solche Arbeit auszeichnen, liefern sie erfreulicherweise gleich mit.
Für die Unsicheren oder Unentschlossenen gibt es am Ende des Buches einige Arbeitsbögen, die dabei helfen sollen, sich der eigenen Interessen und Stärken bewusst zu werden, die eigenen Ziele zu definieren, mögliche Motivationsprobleme zu beheben etc. Abgerundet wird das Buch durch ein kommentiertes Literaturverzeichnis und durch eine Linkliste, die die Suche nach Literatur, Stipendiengebern, Doktorandeninitiativen usw. erleichtert. Wer nach Abschluss seines Studiums mit einer Promotion liebäugelt, aber noch unsicher ist, dem dürften diese Werkzeuge die Entscheidung für oder gegen die Promotion zumindest ein wenig erleichtern.