Vorab: ich glaube fest daran, dass es Matriarchate gegeben hat und immer noch gibt, was aber oberflächlich gesehen nicht immer für Aussenstehende zu erkennen ist. Dies zu ergründen, sollte das Ziel der Matriarchatsforschung sein. Aber leider sind sich die ForscherInnen da selbst im Wege: Sie haben sich daran festgebissen, dass Matriarchate friedliche und gewaltfreie Gesellschaftsformen waren bzw. ihrer Meinung nach sein sollten, weil das (selbstverständlich) am schönsten und besten wäre. Schon im ersten Kapitel geht es dementsprechend los: die von Natur aus friedlichen Frauen und die bösen, herrschsüchtigen Männer, die die armen Frauen unterdrücken. Vergessen wird dabei, dass Frauen die Hälfte der Menschheit ausmachen und ohne ihre Einwilligung kein Patriarchat, also Macht ausschliesslich der Männer, möglich wäre. Und jeder, der einmal nur mit einer Crew von Frauen zusammengearbeitet hat, kann ein Lied von ihrer Hackordnung singen, von wegen friedlich und kooperativ. Weiter im Buch: Die patriarchalen Männer hätten die matriarchalen Ureinwohner Amerikas mit Gewalt kolonisiert (auweia: friedliche Azteken, Mayas etc.) und so geht es seitenweise weiter. Und vor allem die Amazonen, friedlichere und liebevollere Frauen hat es anscheinend nicht gegeben... Am meisten beissen sie sich an dem Werk "Göttinnendämmerung" fest, fast das ganze Buch hindurch ist immer wieder davon die Rede, denn hier widerlegen 3 Archäologinnen manche Matriarchatsutopie, wie Marija Gimbutas sie gern gehabt hätte und räumen damit auf, dass der Archetyp "Grosse Göttin/grosse Mutter" mit dessen Aussagekraft des ewig emotinonalen, gefühlsbetonten Weiblichen die Frauen eben gerade deshalb ins abseits geschoben hat. Kritische Einwände wegen wegmanipuliert: der/diejenige, die es wagt, Kritik zu äussern, ist "verpatriarchalisiert". Die Autorinnen schwelgen gerade zu in Selbstbemitleidung und fühlen sich als Opfer einer Art von Hexenverfolgung und so hätte das Buch dadurch nur 1 Stern verdient, ein Lichtblick aber ist Kurt Derungs Bericht mit weniger emotional aufgeladenem und manipulativem Sachverhalt - er allein verdient den 2. Stern.