Machthungrige Schurken, verderbte Kirchenmänner, Feldzüge, Belagerungen, marodierende Truppen und eine junge Frau mit grossem Herz, die unter widrigen Umständen gezwungen wird, sich als Hure zu verdingen. Ein Romanende, das Raum für Nachfolger lässt...
Kommt Ihnen das bekannt vor? Mir hätte es seinerzeit beim Kauf des Hardcovers auch bekannt vorkommen sollen - zumindest der Titel hätte mich auf die richtige Spur bringen müssen, aber es gibt nun einmal AutorInnen, deren Bücher ich mir immer wieder unbesehen zulege. Dazu zählte bisher auch Ulrike Schweikert. War natürlich dementsprechend überrascht, weil mir alles so bekannt vorkam. Hatte Ähnliches nämlich schon in der Wanderhuren-Trilogie von Iny Lorentz gelesen (und nicht einmal für schlecht befunden, sondern zum grossen Teil verschlungen).
Die Charaktere haben mich nicht wirklich überzeugt, ich fand sie eher blass - bin also ganz anderer Meinung als die "Brigitte extra". Die Geschichte an sich hat mich leider auch nicht gerade mitgerissen. Angekündigt wurde ein "sinnliches Lesevergnügen". Offensichtlich habe ich eine völlig andere Vorstellung von Sinnlichkeit als die Damen und Herren des herausgebenden Verlages: Ich verstehe etwas völlig anderes darunter als junge Frauen, die gezwungen werden, sich als Hübschlerin/Hure/Freudenmädchen zu verdingen und beim Geschlechtsakt Abscheu empfinden.
Alles in allem kann "Die Dirne und der Bischof" m.E. nicht an Frau Schweikerts frühere historische Romane (wie z.B.
Die Hexe und die Heilige) anknüpfen und ragt nicht aus der Masse historischer Romane heraus. M.E. eben einfach glattes & eher enttäuschendes Mittelmass. Schade, denn ich hatte mich sehr darauf gefreut. Für mich heisst das als Folge jedenfalls künftig "Augen auf beim Bücherkauf"!