Bitte erwarten Sie wegen des Titels der Rezension nicht, dass Dinos im Buch eine Peepshow abziehen. Im Gegenteil: Es ist sehr wohltuend, die wirklichen Tatsachen über die beherrschenden Tiere des Mesozoikums einmal so umfassend auf einen Blick zu sehen. Dinosaurierfans, die auch vor Sätzen wie "Ein weiteres Problem ist die Paraphylie der Prosauropoden" (S.117) nicht zürück schrecken, haben in diesem 1990 erschienenen Buch eine wahre Fundgrube zu plündern! So wird der geneigte Leser auf den Seiten dieser Monographie kein einziges buntes Dinosaurierbild sehen. Überhaupt sind Lebenddarstellungen in Haubolds wissenschaftlich über jeden Zweifel erhabenes Werk sehr rar. So schreibt der Autor denn auch selbst auf S.217 "Dinosaurier sind als zoologisches Taxon das Ergebnis naturwissenschaftlicher Forschungen und kein Phantasieprodukt. Je weiter sich Hypothesen, Spekulationen und Rekonstruktionen von der wissenschaftlichen Basis entfernen (...), umso fehlerhafter werden die Schlußfolgerungen." Das ist des Autors Zusammenfassung der geleisteten Arbeit, die man nicht hoch genug würdigen kann. Anstatt sich dem vorherrschenden Trend, Dinosaurier verkaufsfördernd an die Pop- und Popwissenschaftskultur zu verraten, beschränkt Haubold sich auf das, was man wirklich aus den Knochen ableiten kann. Und mehr eben nicht! Das Literaturverzeichnis des Buches selbst war zeitlich vermutlich ein extremes Unterfangen! Dieses Buch ist meines Wissens nach das einzige im deutschsprachigen Raum, das wirklich wissenschaftlichen Kriterien standhält und ist somit auch nur eingefleischten Enthusiasten zu empfehlen. Schade, dass es zum Ende der ehemaligen DDR erschien und seither offensichtlich nicht mehr neu aufgelegt worden ist. Somit bleibt ihm wohl die Anerkennung der Dinofans überwiegend verwehrt.