Sautets Film beginnt mit einer kurzen Einblendung, die einen Mann beim Autofahren zeigt. Der Fahrer ist der Pariser Architekt Pierre ( Michel Piccoli) . Man ahnt, dass er ein Fahrproblem hat, dass etwas mit der Lenkung nicht stimmt. Kurz darauf sieht man ihn schwer verletzt. Er wird ins Krankenhaus transportiert. Vor seinem inneren Auge ziehen Bilder seines Lebens vorbei.
Jetzt sieht man Pierre ( er raucht permanent) in seiner Wohnung gemeinsam mit seiner Geliebten , der Übersetzerin Helene( Romy Schneider) .Die beiden scheint eine leidenschaftliche Beziehung zu verbinden. Allerdings ist die verunsicherte Helene hochgradig eifersüchtig auf die Exfrau Pierres, Catharine( Lea Massari). Dies ist den Dialogen zu entnehmen.
Helene möchte mit Pierre verreisen, doch er windet sich. Er kann sich offenbar nicht so recht entscheiden. Immer wieder zieht es ihn auf die Insel zurück, wo er eine gute Zeit mit Catharine und seinem Sohn verbracht hat. Ihm fühlt er sich verbunden.
Catharine ist Pierre eine gute Freundin geblieben, hat mittlerweile jedoch auch eine neue Liebesbeziehung.
Helene erträgt es nicht, dass sie mit Pierre nicht auf die Erinnerungen zurückblicken kann, wie dessen Exfrau und dessen Sohn.
Sie nervt Pierre, indem sie ihn pausenlos befragt, ob er sie auch wirklich liebe. So kommt es zwischen beiden zum Konflikt. Pierre geht, weil er sich zu einer Entscheidung gedrängt fühlt und entscheidet sich kurzfristig Helene einen Abschiedbrief zu schreiben. Er will sich von ihr trennen. Diesen Brief hat er während der Autofahrt, die mit einem Unfall endet , immer noch in der Jackentasche, aber mittlerweile ist ihm klar geworden, dass er ohne Helene nicht leben kann, dass er sie heiraten möchte. Der tragische Unfall hindert ihn seinen Wunsch zu realisieren. Schwer verletzt, denkt er nur noch an den Brief. Er will ihn vernichtet wissen. Doch Pierre hat keine Chance mehr den Gang der Dinge zu verändern. Catharine , die in den Besitz des Briefes kommt, vernichtet den Brief unmittelbar, nachdem sie ihn gelesen hat, offensichtlich den letzten Wunsch ihres Exmannes fühlend.....
Sie ist seine wahre Freundin, sich zurücknehmend, voller Mitgefühl für die Geliebte ihres Freundes, der einst ihr Ehemann war!
Pierre wirkt sehr zerrissen, sensibel, entscheidungsschwach, in seinen widersprüchlichen Gefühlen gefangen. Ein Mann der Tat ist er nicht.
Helene ist die eigentliche Verliererin in diesem Film. Sie hat ihren Selbstwert aufgegeben und dadurch Pierre in die verhängnisvolle Irritation gestürzt. Daraus eine Schuldfrage abzuleiten wäre allerdings absurd.
Die Unfallszene ist beeindruckend in Zeitlupe gefilmt, dann aber auch so, wie sich der Crash tatsächlich abspielte. Wirklich gut gemacht!
Empfehlenswert!