Der Band enthält die Geschichten der Mosaiks 54, 55, 58 und 59: In des Harzes finstren Gründen, Der König sucht Erfinder, Die Angst vor dem Kometen und Der Streit um die Sonntagsperücke . Da die erste Episode nahtlos an die letzte von Band 15 ( Die verhexten Fässer ) anknüpft und eine direkte Einheit bildet, ist nicht einzusehen, warum die Zusammenstellung nicht anders gewählt wurde. Die sich zwischendurch wieder der Weltraumserie zuwendenden Hefte hätten auch nicht störender gewirkt, sie sind in gebundener Form nicht erhältlich und müssen als Sonderedition erworben werden - schade !
Im ersten Abschnitt reisen die Digedags mit dem Magdeburger Bürgermeister Otto von Guericke auf den Reichstag von Regensburg 1654, um eine Oberhoheit Brandenburgs über die noch reichsfreie Stadt zu verhindern. Sie haben im wilden Harz einigen Ärger mit einer Räuberbande - die Digedags schnappen sich aber v. Guerickes Luftdruckgewehr, welches hier allerdings kanonengroß ist, und schlagen die wilden Gesellen in die Flucht.
Wer einmal Gelegenheit hatte, diesen Apparat in Aktion zu erleben, weiß, daß die Wirkung nur wenig übertrieben wurde. . .
Der Halbkugelversuch auf dem Reichstag ist nicht ganz historisch dargestellt - der Große Kurfürst mußte wohl als Vertreter des bösen Preußentums daherkommen und der Kaiser etwas trottelig sein. Am unvorsichtigen Hantieren des Kaisers am Apparat wird's wohl nicht gelegen haben, daß Magdeburg bald darauf brandenburgisch-preußisch wurde. . .
Am Hofe des Sonnenkönigs lernen Dig und Dag Christian Huygens und Denis Papin kennen, mit letzterem haben sie in der Folgezeit öfters zu tun. In England jagen sie den Landleuten einen gewaltigen Schrecken ein, als sie versehentlich eine fest gewordene Plumfordsuppe in Kugelgestalt über die Landschaft jagen - just , als alles auf den Halleyschen Kometen wartet !
Letztlich begleiten sie Papin nach Kassel, wo, wie bei Tom Sawyer, eine von der Decke heruntergelassene Katze nach einer Perücke angelt.
Insgesamt überwiegt in diesem Band noch noch der weniger feinsinnige Humor - meistens muß jemand etwas auf den Kopf bekommen oder etwas explodieren. . .An die Entdeckungen und Werke der stets sympathischen Erfinder wird man aber unkompliziert herangeführt - so kurzweilig kann Geschichte sein !
Die Figuren sind etwas diffiziler gestaltet als noch in Band 15, Perspektive und Hintergründe lassen allerdings noch zu wünschen übrig - von der Meisterschaft der späten Erfinderserie und der Runkelserie sind die Zeichnungen noch ein gutes Stück entfernt.
Wer die Mosaiks liebt, wird das aber diesen - noch relativ frühen - Heften nachsehen. Wer die Digedags noch nicht kennt, sollte bei Ritter Runkel oder der Amerikaserie einsteigen und kann sich dann an die früheren Bände bzw. Hefte herantasten. . .