Einfallsreichtum und Lust am detaillierten Zeichnen erleben in diesem Mosaik-Sammelband nicht gerade einen Höhepunkt - namentlich in den ersten drei Heften (Nr.48-50, nämlich „Der Silberschatz in der Bärenhöhle", „Silbergrube „Letzte Hoffnung"" und „Das letzte Fest").
Die Geschichten spielen im Erzgebirge des beginnenden 16ten Jahrhunderts, das ist aber schon fast alles an näherer Bestimmung. Bei allen Wirrnissen, die die Digedags erst als Silberschürfer, dann als Fuhrleute und als Gaukler erleben, ist die Erzählweise doch recht simpel. Falschspieler spielen falsch, Bergleute sind hart arbeitende redliche Leute und ein Graf braucht für seine Lustbarkeiten stets Geld, das er bei allem Silberreichtum doch kaum aus seinen Gruben zu erscheffeln vermag. Dabei trifft die Gesamtdarstellung der Zeit schon ins Schwarze, und auch die Gestalt des geriebenen Kaufmanns Phillippus Raffer aus Augsburg verkörpert nicht schlecht den Typus der Montanunternehmer vom Schlage eines Jakob Fugger (nicht, daß der dem ähnlich sähe. . . )
Leider beschränkt sich die Zeichenkunst hier auf die Gestaltung der stets originellen Charaktere; auch den Bösewichtern haftet ein individueller Charme an. Dagegen sind Hintergrundgestaltung und Perspektive bis auf einige großformatige Bilder mit der Darstellung von Bergwerksanlagen arg vernachlässigt, und die Koloristen scheinen sich gänzlich uneins : aus den fahlen bis finsteren und unschön gesetzten Farben - purpur neben preußischblau - stechen andere wie gelb und scharlachrot ungebrochen grell hervor. Das wirkt weder atmosphärisch noch bunt.
Das letzte Kapitel, „Die Mission des Obristen von Ladestock", also Heft 53, ist inhaltlich eng mit der ersten des Folgebandes verbunden, so werden die beiden willkürlich auseinander gerissen. Geschildert werden hier physikalische Experimente des Magdeburger Bürgermeisters Otto von Guericke .
Fazit: Mosaikfreunde, denen die besagte Hefte fehlen , zu empfehlen, aber auch sie möchten nicht die Zeichenkunst und subtilere Erzählweise späterer Hefte erwarten.