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Die Differenzmaschine [Taschenbuch]

William Gibson , Bruce Sterling
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Heyne
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345305380X
  • ISBN-13: 978-3453053809
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 377.711 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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William Gibson
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die beiden Autoren sind als wichtigste Vertreter des Cyberpunk bekannt geworden -- Gibson mit Neuromancer (1984) und Sterling mit seiner Anthologie Mirrorshades (1986). Dieser Roman ist dem sogenannten "Steampunk" zuzurechnen: Elektronik, Magie, Zeitreise, d.h. alle möglichen SF-Themen finden im 19. Jahrhundert statt in der Zukunft oder Gegenwart ihre Anwendung. Und im 19. Jahrhundert dient den Autoren, darunter auch Tim Powers und James Blaylock und K.W. Jeter, das London von Charles Dickens als Schauplatz der Handlung.

London im Smog, Mitte des 19. Jahrhunderts, in einer Parallelwelt. Das Computerzeitalter ist angebrochen, seit es dem berühmten Erfinder Charles Babbage 1821 gelungen ist, seine auf dem Lochkartensystem basierende "Differenz-Maschine" zu vervollkommnen. Dampfbetriebene Computer treiben die Industrielle Revolution voran, Großbritannien und Frankreich haben Europa untereinander aufgeteilt, ebenso den kolonisierbaren Rest der Welt. Eine goldenes Zeitalter?

Leider nein, denn die menschliche Natur ist die gleiche geblieben: Neid, Haß und Verrat gedeihen wie eh und je und verstricken die unterschiedlichsten Menschen in folgenreiche Ereignisse von Gewalt und Brutalität. An der Spitze der sozialen Pyramide: Der skrupellose Wüstling Lord Byron als Premierminister einer technoktratischen Regierung. Da wäre zum Beispiel Sybil Gerard, die Tochter eines berüchtigten Ludditen, d.h. Maschinenstürmers -- eine "gefallene Frau" und Edelprostituierte; und da wäre Edward Mallory, Entdecker, Paläontologe und Rekonstrukteur des Land-Leviathan; und da wäre Lady Ada Byron, die Tochter des Premierministers, ein mathematisches Genie und zwanghafte Glücksspielerin; und schließlich Laurence Oliphant, seines Zeichens Leiter der Geheimdienstabteilung des Außenministeriums, ein Diplomat und Drahtzieher.

Diese vier und viele weitere sind wider Willen gefangen im Netz einer Verschwörung, das Großbritannien mit dem Frankreich Louis Napoleons und Karl Marx' Kommune von Manhattan miteinander verbindet. Und es kommt noch dicker: Der Computer des Titels scheint auf dem besten Weg, ein Bewußtsein zu erlangen und die Weltherrschaft anzustreben...

Grobritannien wird dargestellt als ein negatives Utopia, dessen sichtbare Verelendung und Verschmutzung die apokalyptischen Visionen, Charles Dickens (z.B. aus "Hard Times") von einem industrialisierten Land hatte, widerzuspiegeln scheint. Dieses Land wird beherrscht von Berechnung, Berechenbarkeit, Bemessung und streng "praktischen" Erwägungen. Große Autobahnen für stinkende Automobile durchziehen das erstickende London; gigantische Hochäuser beherbergen die bürokratische Elite der Technokraten, die die MASCHINEN bedienen, das heißt die großen, dampfbetriebenen Lochkartencomputer. Hier wird der Maschinengott elektronisch erleuchtet, seine erwachendes Bewußtsein ist eine Bedrohung der gesamten Welt. Dies verlangt geradezu nach einer Maschinenstürmerin wie Sybil Gerard. In der Jagd auf sie inszenieren die beiden Autoren ein wildes Autorennen quer durch die versmogte Innenstadt von London, mit einem fulminanten Showdown in den elenden Hafendocks, wo das Verbrechen blüht.

Gibson hatte sich vorher schon einen Ruf als Moralist der SF erworben, hier bestätigt er ihn. Zusammen mit Sterling vernichtet er den Mythos von einer heilsbringenden Herrschaft der Computer, ja die Vorstellung von einer Future History der Menschheit überhaupt. Daher sollte dieses Werk keinesfalls unterschätzt werden. Für den Leser erweist es sich jedoch als großer Vorteil, wenn er schon viel über das viktorianische London und über die Arbeitsweise von Computern weiß. Dies verhilft zu etlichen ironischen Einsichten, die die Handlung und einige der Charaktere anbieten. Karl Marx nach Mahattan zu verfrachten und seine Kommune dort, in der Hochburg des Kapitalismus, einrichten zu lassen, ist schon ein starkes Stück.--Michael Matzer

Autorenporträt

Bruce Sterling, zweifellos der führende Kopf der Cyberpunk-Bewegung, gilt nicht nur als einer der treffsicherste Visionäre einer hochtechnisierten Zukunftswelt, sondern ist auch der einzige Internationalist der anglo-amerikanischen Science Fiction. Seine Romane und Erzählungen wurden mehrfach preisgekrönt, mit William Gibson verfasste er das Kultbuch "Die Differenz Maschine". Gemeinsam mit Gibson ("Neuromancer") und Neal Stephenson ("Snow Crash") schreibt er die Literatur einer neuen Generation.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Die Mitte des 19. Jahrhunderts: Es gibt den Krimkrieg, es gibt die Industrialisierung und es gibt auch den Konflikt zwischen der Arbeiterschaft und der britischen Oberschicht. Aber ein paar Details sind anders. Byron ist nicht in Griechenlands Sümpfen gestorben, sondern Premierminister seines Landes. Gemeinsam mit einigen Wissenschaftlern hat er es geschafft, ein Regime der Vernunft im britischen Weltreich zu etablieren.

Und so gelang es Babbage - im Gegensatz zur Wirklichkeit - seine berühmte, mechanische Rechenmaschine wirklich zu vollenden, und so die erste informationsverarbeitende Maschine, den Computer des 19. Jahrhunderts zu schaffen. Und dieser passt natürlich großartig in die rationale Ideologie des Regimes unter Byron, und so wird die Welt immer wissenschaftlicher, immer mehr strebt man die Berechenbarkeit aller Geschehnisse an.

Leider macht der Mensch dieser Ideologie einen Strich durch die Rechnnung. Er hat nach wie vor Ehrgeiz, will Sex, neigt zu Gewalt und noch mehr zu sinnlosen Ideologien. Und so gerät das System immer mehr außer Kontrolle. Es kommt zu einem Aufstand, und es ist nicht klar, ob sich die so schön konstruierte Gesellschaft überhaupt noch halten kann...

Ich persönlich sehe das Werk schon in einer guten Tradition mit den Cyberpunk-Romanen der Gibsons, auch hier ändert die Technik nicht wirklich die Konflikte unter den Menschen, sie werden nur mit anderen Mitteln ausgetragen. Die Autoren erweisen sich wie gewohnt als Technik- und Rationalismus-kritisch und verweisen letztendlich auf die Unveränderlichkeit der menschlichen Natur, die sich dann doch ihren Weg bricht. Schon sehr clever konstruiert, sehr clever auch vor dem Hintergrund eines technikgläubigen 19. Jahrhunderts und sehr clever auch vor dem Hintergrund eines britischen Empires, dass meinte, für die kolonialisierten Völker immer nur das beste zu wollen (White Man's Burden).

Die andere Seite: Manchmal liest sich das schon etwas schwer. Das Werk ist wirklich ambitioniert. Nicht nur von der Aussage, sondern auch vom Setting, von der Komplexität der Handlung und von der Sprache. Das Buch ist nicht immer chronologisch, und die Kapitel fangen mit merkwürdigen Bildbeschreibungen an, die einen nicht immer weiterbringen. Viele Kapitel sind mit dem Begriff "Iteration" beschrieben, und es braucht auch mehrere Iterationen, also Lese-Durchgänge, um wirklich die Rätsel und ihre Lösungen zu erfassen, und selbst dann bleiben einige Fragezeichen zurück.

Haben es die Autoren hier nicht doch etwas übertrieben? Ich meine, man hätte den Lesern es hier doch etwas einfacher machen können. Denn die Vielzahl von gelungenen Anspielungen, neben der Botschaft und der hervorragenden Rechercheleistung in den Biographien der verwendeten, historischen Persönlichkeiten hätte das Buch auch ohne die besonderen Stilblüten getragen.

Im Bereich der Science Fiction, auf jedenfall aber in der Subgattung Steampunk, also der auf dem 19. Jahrhundert aufbauenden Science Fiction, sicher eines der nicht nur lesenswerten, sondern sogar wichtigen Bücher.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine gute Geschichte... 10. April 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Natürlich werden alle enttäuscht sein, die einen klassischen Cyberpunk-Roman erwartet haben. Doch ist gerade Bruce Sterling ein Autor der auch mal über den Tellerrand schaut (siehe "The Hacker Crackdown"). Und dieses Buch ist eben etwas ganz anderes als Cyberpunk, obwohl die Thematik doch damit ein bischen verwandt ist. Die Geschichte ist -bei den zwei Autoren kein Wunder- sehr gut geschrieben (Inhalt siehe Buchbeschreibung) und glaubwürdig konstruiert, wenn man sich mal auf das "was wäre wenn"-Spielchen eingelassen hat. Ich war begeistert.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ungewöhnlich, aber gut 3. September 2000
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Wer bereits andere Bücher von Gibson und Sterling gelesen hat, dürfte am Anfang zumindest verblüfft, evtl. sogar enttäuscht sein. Eine bizarre Parallelwelt der dampfbetriebenen(!) Computer, der ungewohnte Stil und das hochphilosophische Nachwort der deutschen Ausgabe mögen manchen zu dem Schluss "Schlechtes Buch" oder "Ausrutscher" verführen. Erst beim wiederholten Lesen erschliesst sich das ganze Potential dieses Buches und man hält plötzlich eine Alternativweltgeschichte in Händen, wie ich sie schon lange nicht mehr gefunden habe. Man begreift, wie knapp Charles Babbage damals an der Konstruktion des Computers vorbeigeschlittert ist und fragt sich irgendwann, ja warum denn eigentlich? Und man beginnt zu sinnieren: Wo stünden wir heute, wenn...? Damit hat das Buch seinen Zweck mehr als erfüllt (ich habe mir inzwischen bei Amazon.de auch das Buch über Charles Babbage und "Gödel, Escher, Bach" von Hofstadter bestellt).
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