oder die literarische Vorlage für einen Wohlfühlfilm,
nicht mehr, aber auch nicht weniger erwartet den Leser - oder eher die Leserin - bei "Die Dienstagsfrauen".
Fünf Freundinnen zwischen 35 und 50 Jahren, alle mitten im Leben stehend, treffen sich regelmäßig einmal im Monat dienstags zum Essen. Vor 15 Jahren haben sie gemeinsam einen Französischkurs besucht und eigentlich verbindet sie auch gar nicht mehr so viel. Doch dann wird Judith Witwe und findet das Pilgertagebuch ihres verstorbenen Mannes. Da die fünf Frauen einmal im Jahr gemeinsam verreisen, beschließen sie kurzerhand Arnes Weg zu Ende zu gehen und damit Judith wieder neue Perspektiven zu eröffnen. Doch das Pilgertagebuch Arnes ist voller Ungereimtheiten, so wird diese Tour schließlich für jede der fünf Frauen zu einer ganz besonderen Reise und es gilt nicht nur, so manche Überraschung zu verdauen...
Karrierefrau, Muttertier, Lebenskünstlerin...
die Lebenssituationen von Kiki, Judith, Caroline, Eva und Estelle sind schon ziemlich plakativ gezeichnet. Man sieht vor seinem geistigen Auge sogar schon die Schauspielerinnen, die diese Frauen verkörpern werden.
Monika Peetz will niemandem wehtun. So greift sie ein Thema auf, das irgendwie in der Luft liegt, reichert es mit bunten Bildern aus dem Leben von fünf Frauen an, die einem irgendwie bekannt vorkommen - weil man selbst Anteile von ihnen in sich trägt oder zumindest jemanden kennt, die einer der fünf Protagonistinnen gleicht.
Das macht Monika Peetz keineswegs schlecht.
Gut und niveauvoll unterhalten zu können und dabei zu berühren, ist durchaus eine Kunst, die Monika Peetz beherrscht. Das geht freilich nicht ohne das Bemühen diverser Klischees und wirklich in die Tiefe geht es auch nicht.
Das Buch ist genau das Richtige für einen gemütlichen Wintertag im Lesesessel mit Schokolade und einer Kanne heißen Tee. Man kann sich freuen auf ein paar Stunden ziemlich vorhersehbarer Selbsterkenntnis in südfranzösischer Kulisse.
Wenn man wieder auftaucht, bleibt das Gefühl, ein paar nette Stunden erlebt zu haben. Haften bleiben werden sie jedoch nicht. Dazu sind die Schubladen, denen die Frauen entsprungen zu sein scheinen, doch allzu beliebig gewählt.
Wer gar Reibungsfläche erwartet, wird enttäuscht sein. Dazu sind alle Protagonistinnen einfach zu kompatibel.
Erwarten darf man eben das, was man auch an einem gemütlichen Abend im Fernsehen bekommt: Unterhaltung zur besten Sendezeit, solide und bunt.
Spuren hinterlassen wird diese Geschichte aber kaum...