Dieses Buch war mir schon mehrmals empfohlen worden und ich hatte immer abgelehnt. Ich konnte mir nicht vorstellen, daß das Schicksal einer Dienerin im neunzehnten Jahrhundert wirklich fesselnd beschrieben werden konnte - zumal es sich auch nicht um eine der üblichen Kitsch-Schmonzetten, sondern einen biographieartigen Roman handelte. Gottseidank habe ich das Buch dann doch in die Hand genommen und konnte es nicht mehr weglegen. Wie Margaret Foster die Lebenswelt der Elizabeth Wilson im Haushalt der Dichterin Elizabeth Barret Browning beschreibt, die Charaktere entwickelt und beiläufig große Gefühle beschreibt, das ist schlicht meisterhaft. Ich habe mich keinen Satz gelangweilt in einem Buch, das ich für eins der schönsten halte, die ich in den letzten Jahren gelesen habe (und ich lese viel). Ein besonderes Lob gilt der Übersetzerin, deren Wortwahl mich von der ersten Seite an gefangennahm. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich jemals zuvor bei der Lektüre eines Buches das Gefühl hatte, dankbar dafür zu sein, daß ich es lesen durfte. Hier war dies der Fall. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)