"Die Diebin" ist der erste Band der dreiteiligen Reihe "Die Tochter des Magiers" die im Reich Neu Akkesch und dort hauptsächlich in der Stadt Serkesch spielt. Angelehnt wurde die Entwicklung dieser Welt an das Zweistromland in der Bronzezeit.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht das Schicksal der jungen Sklavin Maru Nehis, die durch einen Zufall an den undurchschaubaren und durchtriebenen Händler Tasil verkauft wird, der sie anfangs nur als Mittel für seine Zwecke zu nutzen scheint.
Marus auffälligstes Merkmal sind ihre grünen Augen. Man sagt von Grünäugigen, dass sie vom Verhängnis begleitet würden, doch Maru selbst ahnt nicht, dass ihr Schicksal nicht das einer Sklavin sein könnte. Einige ihrer Wegbegleiter wie ihr neuer Herr Tasil, der blinde Geschichtenerzähler Biredh, der Magier Jasil und der undurchschaubare Daimon Utukku sind sich ihrer Besonderheit aber sehr wohl bewusst und beeinflussen Marus Leben jeder auf seine Weise.
Der Einstieg in die Geschichte fällt etwas schwer, da man mit diversen fremdländischen Namen zu kämpfen hat, doch ein Personenverzeichnis am Ende des Buches erleichtert einem die Lektüre, sodass man sich schnell zurecht findet.
Erzählt werden die ersten drei Tage nach dem Verkauf Marus an Tasil, der sich in der Stadt Serkesch einen guten Verdienst erhofft. Der aktuelle Herrscher der Stadt ist verstorben, seine Nachfolge jedoch unklar, da seine Söhne, die Malk Iddin und Numur, Zwillinge sind. Tasil nutzt deren gegenseitiges Misstrauen, um sich selbst zu bereichern und setzt dabei nicht nur sein Leben, sonders auch Marus aufs Spiel. Das Mädchen ist schockiert über die Abgebrühtheit des neuen Herrn und wird zusätzlich durch das Interesse des Daimons Utukku und des Maghais Jalis an ihr verwirrt. Was wollen die Männer und der Dämon nur von ihr?
Der Autor Torsten Fink versteht es geschickt, seine Leser in seine Geschichte hineinzuziehen, aber gleichzeitig kaum ein Geheimnis um seine Hauptfigur Maru zu verraten. Sein flüssiger Schreibstil, die bildhafte Beschreibung der Schauplätze und die interessanten Charaktere, die immer wieder mit unvorhersehbaren Handlungen überraschen, machen den ersten Band der Trilogie dennoch zu einem lesenwerten Werk, auch wenn man nach der letzten Seite etwas unbefriedigt das Buch zuschlägt. So ist wenigstens sichergestellt, dass man auch den zweiten Band, der zum Glück bereits im Juli 2009 erscheint, lesen muss. ;-)