Mit "Die Diebe von Marschan" ("The Prince who was a Thief", 1951) führte Universal die in den Vierzigern begonnene, äußerst erfolgreiche Reihe von 1001-Nacht-Abenteuern fort und setzte dabei auf die bewährten Mittel: schöne Menschen in prachtvollen Kostümen, fabelhafte Dekorationen, sinnliche Choreographien, temporeiche Säbelduelle, rauschende Musik, glorious Technicolor. Was diesem Film jedoch einen besonderen Charme gibt und ihn von seinen Vorläufern wie "Arabische Nächte", "Ali Baba und die vierzig Räuber" oder "Die schwarzen Teufel von Bagdad" positiv abhebt, ist sein unbeschwerter Humor, der sich wiederum vor allem den beiden Hauptdarstellern verdankt. Tony Curtis, zur Drehzeit sechsundzwanzig Jahre alt, spielt hier seine erste Hauptrolle in einer A-Produktion (nachdem er noch im Jahr zuvor - unter dem Namen Anthony Curtis - Nebenrollen in "Winchester 73" und "Reiter ohne Gnade" gespielt hatte), und setzt gleich einen neuen Maßstab für diese Art Partie. Mit seiner Athletik und seinem naiven Witz ist er ein viel interessanterer Held als die Errol-Flynn-Imitatoren Jon Hall und Paul Hubschmid, die Universal zuvor in vergleichbaren Rollen aufgeboten hatte. Noch besser ist die knuffige, erst neunzehnjährige Piper Laurie, die mit Schwung durch den Film wirbelt - ihr dabei zuzusehen, ist einfach die reine Freude.
Damit ist schon angedeutet, wohin die Reise geht: das dramatische Element tritt in den Hintergrund, und der reine Spaß überwiegt. Symptomatisch, dass die nicht allzu dämonischen Bösen am Ende nicht ins Gras - bzw. den Wüstensand - beißen müssen, sondern mit einer Verbannung davonkommen; auch löst sich der Knoten am Ende allzu leicht. Aber das spielt hier kaum eine Rolle. Die Nebenrollen sind überwiegend gut besetzt; sehr nett z.B. Everett Sloane als Curtis' Ziehvater. Arabisch oder gar nordafrikanisch sieht natürlich niemand auch nur im entferntesten aus; mit einer realistischen Zeichnung des orientalischen Milieus haben diese Filme so viel zu tun wie "Peterchens Mondfahrt" mit dem Raumfahrtprogramm der NASA. Ein großer, unverblümt eskapistischer Spaß in einem Hollywood-Traum vom Morgenland, nichts anderes wird hier geboten - dies jedoch erstklassig. An der technischen Qualität ist nichts auszusetzen; die Extras sind überschaubar.
Fazit: Wer den jungen Tony Curtis am Anfang seiner Laufbahn in einer maßgeschneiderten Partie sehen möchte, dazu mit einer zauberhaften Partnerin in einem äußerst unterhaltsamen Film, liegt hier genau richtig.