2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kinderschicksale geben Einblick in Nachkriegsbewustsein, 14. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Diamantenkinder: Afrikas Kinder zwischen Sklaverei, Gewalt und Hoffnung (Gebundene Ausgabe)
In Zusammenarbeit mit dem UNHCR (Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen) berichtet die Journalistin von der jungen Nachkriegsgeneration in Sierra Leone. Im Januar 2004 war sie hierfür knapp zwei Monate vor Ort und hat u.a. viele Kinder im Alter von 6 bis 22 Jahren über ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen erzählen lassen. Auf knapp 200 Seiten gewinnt der Leser dadurch einen sehr lebensnahen Einblick in das Nachkriegsbewusstsein der sierra leonischen Bevölkerung.
Heraus kommt einerseits ein z.T. erschütterndes Dokument über den Schrecken, die Grausamkeit und das Leid der letzten und gegenwärtigen afrikanischen Bürgerkriege. Andererseits wird auch der Prozess des Wiederaufbaus und der Resozialisierung thematisiert, was den Leser an der ungebrochenen Hoffnung, Zuversicht und Lebensfreude der (west-)afrikanischen Bevölkerungen teilhaben lässt. Daher lässt das Buch, trotz seines fast ausschließlichen Bezugs auf die Nachkriegssituation in Sierra Leone, viele Rückschlüsse auf die bestehenden Probleme in der gesamten west- und zentralafrikanischen Region zu.
Insgesamt bietet es einen wichtigen Beitrag, den Leser über die dortigen Probleme aufmerksam zu machen, die die vergleichsweise kleinen gegenwärtigen Konflikte, auf die sich die Öffentlichkeit konzentriert, bei weitem überschatten. Auch macht die Konfrontation mit den einzelnen Kinderschicksalen sehr gut deutlich, wie die Grenzen zwischen den Bewertungen von "Gut" und "Böse", vorallem aber zwischen "Täter" und "Opfer" verschwimmen.
Der Aspekt der "Blutdiamanten", die den eigentlichen Auslöser für die westafrikanischen Bürgerkriege darstellen, kommen in diesem Buch allerdings vergleichsweise kurz. Die thematische Betonung des Titels liegt daher eindeutig auf "Kinder", nicht auf "Diamanten". Daher ist es weniger die Funktion des Buches dem Leser abstrakte Sachverhalte als vielmehr konkrete Eindrücke zu vermitteln, was ihn dazu anreizt tiefer über die Probleme im Subsahara-Afrika zu reflektieren und evtl. zu helfen.
Verfasser dieser Buchbesprechung bei EarthLink: Karim Fathi
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5.0 von 5 Sternen
Reich an interessanten Infomationen, 2. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Diamantenkinder: Afrikas Kinder zwischen Sklaverei, Gewalt und Hoffnung (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir jetzt gut überlegt ob ich dem Buch 4 oder 5 Sterne geben soll. Habe mich dann für 5 Sterne entschieden, einfach aus dem Grund das das Buch reich an wichtigen Informationen ist, gut geschrieben ist und abwechslungsreich. Es ist eine Mischung aus einem Bericht und kleinen Erzählungen. Die Interviews besser gesagt Erzählerungen von verschiedenen Kindern sind sehr interessant und schockierend und lockern die teilweise berichtende Erzählung und die jetzige Lage des Landes Sierra Leone schön auf. Am Ende des Buches hat man einen sehr schönen Überblick über dieses Land. Mit allen noch bestehenden Problemen.
Ich möchte noch darauf hinweisen das der Titel nichts im Direkten Sinne mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Ich denke das der Titel von der Autorin anders gemeint war, so denk ich hat es die Autorin mal kurz angedeutet. Da der Kieg auch auf Grund der Habgier, vorallendings durch die Ausbeutung der Diamantenminen entstanden ist, wurden somit die Kinder in das Elend gestürzt, die für ihre Anführer als Kindersoldaten kämpfen mussten. Denn über die Diamantenminen und die dort arbeitenden Kinder geht es nur selten.
Also wer sich für das Land Sierra Leone und dessen momentane kritische Lage interessiert und auch mal Augenzeugenberichte lesen will ist mit diesem Buch gut bedient.
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