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Die Deutschen und ihre Migranten: Ergebnisse der europäischen Identitätsstudie (Juventa Paperback) [Taschenbuch]

Ulrich Schmidt-Denter
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 34,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

11. November 2011 Juventa Paperback
Es wurden erstmals Jugendliche und ihre Eltern aus Deutschland und allen angrenzenden Nachbarstaaten hinsichtlich ihrer personalen und sozialen Identität untersucht. Es zeigen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vergleich zwischen den europäischen Ländern sowie zwischen Autochthonen und Zuwanderern. Besonders auffällig sind einige deutsche Besonderheiten, die eingehender analysiert werden. Welche Besonderheiten zeigen sich in der Identität von Jugendlichen und ihren Eltern in Deutschland im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern? Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich das in diesem Buch dargestellte Forschungsprojekt. Die theoretische Basis bildet ein Strukturmodell der personalen und sozialen Identität, das auf dem Kenntnisstand der psychologischen Identitätsforschung aufbaut. Mit einem daraus abgeleiteten Erhebungsinstrument wurden insgesamt 6122 Probanden/-innen (ohne und mit Migrationshintergrund) in 10 Ländern (Deutschland und alle angrenzenden Staaten) untersucht. Es konnten kulturspezifische Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Alters-, Geschlechts- und Generationseffekte ermittelt werden. Die empirisch nachgewiesenen Spezifika in Deutschland betrafen vor allem die Beziehung zum eigenen Land (nationale Identität). Darum wurde die Untersuchung zu diesem Aspekt durch vertiefende qualitative Interviews ergänzt. Die Äußerungen der Jugendlichen verwiesen auf Einflüsse durch die »Holocaust Education«, die näher betrachtet wurden. Als Schlussfolgerung aus den Forschungsdaten konnte eine Sozialisationsthese zur Identitätsentwicklung begründet werden, die salutogenetische Gesichtspunkte in Bezug auf die heranwachsende Generation einschließt.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 390 Seiten
  • Verlag: Beltz Juventa; Auflage: 1 (11. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3779922487
  • ISBN-13: 978-3779922483
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 15 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 930.129 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Prof. Dr. Ulrich Schmidt-Denter, Lehrstuhlinhaber für Entwicklungs- und Erziehungspsychologie an der Universität Köln.

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Der Untertitel oder "Ergebnisse europäischer Identitätsstudien" wäre zutreffender für diese hoch gelehrte und akribische Untersuchung über die Besonderheiten des personalen und vor allem sozialen, genauer nationales Selbstbildes der Deutschen und ihrer Nachbarn sowie der jeweiligen Fremdbilder. Das Buch stützt sich auf nicht weniger als 35 empirische Forschungsberichte der Forschergruppe am Kölner Lehrstuhl für Entwicklungs- und Erziehungspsychologie von Schmidt-Denter. Es geht nur am Rande um die Migrationsproblematik, und zwar in einem Sinne, der erst zum Schluss klar heraus kommt. Die deutsche Identitätspolitik mit ihrer Vergangenheits- statt Zukunftsorientierung bewirke eine Distanzierung für Deutschstämmige wie Migranten. "Es ist kaum zu erwarten, dass sich Zuwanderer mit einer Nation identifizieren, die sich selbst als verunsichert und abstoßend inszeniert" (357). Dies ist ein ebenso allgemeinverständlicher wie alarmierender Satz aus dem Fazit der Untersuchung. Vgl. Xavier SenocakDeutschsein: Eine Aufklärungsschriftund meine Amazon-Besprechung dazu.

Eigentlich geht es um den Vergleich der nationalen Identitäten, also der Selbst- und Fremdbilder der europäischen Nationen. Allein dieser Kulturvergleich wird kenntnisreich-solide und recht emotionsfrei auf ganzen 130 Seiten unterbreitet - ein sonst auf diesem Niveau kaum zu findendes, hochinteressantes Kompendium zum Selbst- und Fremdbild der europäischen Nationen. Sowohl in ihrem personalem Selbstbild sind die Deutschen in hohem Maße selbst-reflexiv und selbstkritisch wie auch in ihrer nationalen Identität, heißt es zusammenfassend. Dem liegen möglicherweise unbewältigte Affekte in Bezug auf die nationalsozialistischen Verbrechen oder auch die explizite Absicht, destabilisierend und dekonstruktiv zu wirken, zu Grunde" (356). Der Verfassungspatriotismus", von Dolf Sternberger 1990 noch mit Bedauern als eine Minimalposition vorgetragen, von Habermas dann als die einzig fortschrittliche Art des Umgangs mit nationaler Identität hochstilisiert, wird vom Verfasser behutsam, aber deutlich kritisiert: "Der Mensch lebt nicht von der Verfassung allein, es darf z.B. auch Fußball und anderes dazugehören." Auch anderes? Vielleicht auch die weltweit bewunderte Produktivität in Philosophie, Musik, Literatur, Wissenschaften und Technik? (Vgl. Peter Watson, Der deutsche Genius: Eine Geistes- und Kulturgeschichte von Bach bis Benedikt XVI. -) Oder sollen wir die Künste dem österreichischen Selbstbild überlassen, das sich von dem der Deutschen geschickt zu distanzieren wusste? Die gestörte Identität der Deutschen schlägt sich sogar in diesem Werk mit solchen zaghaften Äußerungen wie den zitierten nieder. Die Vitalität der Nationen ringsum steht nach diesen Studien außer Frage, auch die Tatsache, dass Selbstbejahung einer Nation (Patriotismus) nicht mit Abwertung der anderen (Nationalismus) verbunden sein muss. Fast nur Deutschland kränkelt in dieser Hinsicht bedenklich. Ich würde dem Buch und der Öffentlichkeit - in zweiter Runde - eine allgemeinverständliche und deutliche, auch salutogenetische", wie der Autor es ausdrückt, d.h. erzieherisch-aufklärerische Auswertung dieser mit soviel wissenschaftlicher Sorgfalt und Zurückhaltung zusammengetragenen Erkenntnisse dringend wünschen. Dies würde zur sozialen und nationalen Verantwortung der Wissenschaft noch dazu gehören.
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