Das Originellste vorneweg: Amazon gibt den Buchtitel falsch an! Das Buch heißt tatsächlich "Die Deutschen Bahnen aktuell" - offenbar hat man verlagsseitig hier noch kurzfristig die Ankündigungen umgeschmissen und hofft auf einen Sogeffekt im Kielwasser des vor zwei Jahren erschienenen und sehr ansehnlichen Werkes "Die deutschen Bahnen heute" bei der Konkurrenz.
Das soll uns wenig stören, denn auch dieses Produkt kann sich sehen lassen: Ein ausgewachsener Bildband mit hervorragenden Aufnahmen, die zwar größtenteils nach dem altbewährten "Wagner"-Schema funktionieren, aber auch in Einzelfällen etwas aus dem Altbekannten ausbrechen. Insofern hat es Gerhard Bank geschafft, die Qualität seiner bislang beim gleichen Verlag erschienenen Bände noch zu steigern. Drucktechnisch und motivlich kann man dem Bildband daher höchste Güte zusprechen.
Leider gibt es auch einige Schwachstellen: Da ist zum Einen die Inkonsequenz bei der Bildauswahl. Wenn ich ein Buch "Die Deutschen Bahnen aktuell" nenne, darf ich keine Bilder stillgelegter Strecken (und damit "historische" Motive) zeigen! Bilder ozeanblau-beiger 211 und ähnliche in den vergangenen Jahren ausgeschiedene Fahrzeuge sind ebenfalls nicht geeignet, dem Buchtitel gerecht zu werden. Ein relativierender Buchuntertitel entschuldigt schon fast, dass die Szenen ab 1994 eingefangen wurde. Warum bleibt man da nicht konsequent und schafft ein Buch, dass wirklich ein aktuelles Bild der Deutschen Bahnen zeigt? Eisenbahnverkehrsunternehmen abseits der DB AG werden glücklicherweise aber gezeigt, wenngleich es mehr sein könnten.
Der andere Punkt ist die Unübersichtlichkeit des Layouts und die Neigung des Herausgebers, in seinen Bildtexten "geschwätzig" zu werden. Statt kurzer, prägnanter Texte, die die Bildaussage unterstreichen, werden hier viele unnötige Randbemerkungen über "Fotowolken", vermeindlich missglückte Verkehrspolitik und ähnliches zumn Besten gegeben. Resultat ist der Umstand, dass man ständig "seinen" Bildtext sucht, denn in der ganzen Druckerschwärze lässt sich der gesuchte Bildtext nur schwer auf Anhieb einem Bild zuordnen. Ein weniger verkrampftes Layout und eine Beschränkung des Herausgebers auf das Wesentliche hätte hier Wunder gewirkt.
Insgesamt sollte das aber nicht vom Kauf abschrecken. Denn für 19,95 ¤ lohnt sich die Anschaffung dieses ansonsten rundherum gelungenen Buches durchaus.