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Die Detektivin
 
 
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Die Detektivin [Taschenbuch]

Nikola Hahn
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (44 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

BILD, 23.3.98

Frankfurt, Wäldchestag 1882. Pferdedroschken klappern durch Sachsenhausen. Am Oberforsthaus fließt der Ebbler. Dienstmädchen Emilie stirbt grausam. 1998 ein Fall für die Offenbacher Kommissarin Nikola Hahn. Ein Jahr lang tauchte sie für ihr Buch "Die Detektivin" im 19. Jahrhundert ab - wenn sie nicht Wirtschaftskriminelle jagte. (...) Ihre Buch-Heldin, Bürgerstochter Victoria Könitz, trägt Seidenkleider und Handschuhe, aber macht sich auf der Suche nach Emilies Mördern gern die Finger schmutzig. Dafür tauchte Leseratte Hahn ins Frankfurter Stadtarchiv, wälzte alte Polizei-Lehrbücher. (...) Lohnte sich: Ein spannender Roman übers Bürgertum und arme Leute, verspottete Anfänge der Kriminalistik und einen "eingeplackten" Kommissar. Der Preuße hat´s schwer mit den Frankfurtern. Wie die Offenbacher eben.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Archiv für Polizeigeschichte, März 1998

Die gewissenhaften Recherchen, die diesem Roman zugrunde liegen, bieten einen interessanten Einblick in die Frankfurter Stadt- und Polizeigeschichte und verleihen dem Romanstoff einen historisch authentischen Rahmen. Besonders gelungen ist die Einbeziehung von damals prominenten Persönlichkeiten. (...) Die mit abwechselnden Höhepunkten gespickte Handlung lebt vor allem durch eine bestechend klare Sprache und die Beherrschung der Dialogkunst. All diese Stilelemente machen diesen Roman zu einer fesselnden Lektüre. (...) In der Tat ist der Autorin mit ihrem Erstlingswerk ein literarischer Leckerbissen geglückt.

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Westfälische Rundschau, 17.4.98

Darauf haben alle deutschen Liebhaber von viktorianischen Krimis gewartet: Kriminaloberkommissarin Nikola Hahn aus Offenbach setzt sich nach Dienstschluß hin und schreibt die wilhelminische Antwort auf Thomas und Charlotte Pitt! (...) Der Schauplatz ist das Frankfurt des Jahres 1882, das vom kaiserlich-preußischen Beamtentum beherrscht wird. Demzufolge sind die Polizeibeamten anders als in England keine gesellschaftlich verachteten, besseren Dienstboten, sondern Respektspersonen, wenngleich auch nicht besonders beliebt. So ein preußischer Schnösel namens (...) Richard Biddling jagt den mysteriösen "Stadtwaldwürger", während Victoria, eine dreiundzwanzigjährige gehobene Bürgertochter, eigene Nachforschungen (...) anstellt. (...) Und über allem liegt der Mantel der bürgerlichen Doppelmoral. Nikola Hahns Roman ist zwar ein Pendant zu den Pitt-Abenteuern, jedoch kein deutsches Abziehbild englischer Verhältnisse. Kompetent und spannend wird hier das wilhelminische Frankfurt zum Leben erweckt.

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Freundin, Nr. 23, Oktober 1998

Diese Frau hat viele Facetten: Tagsüber ist sie gewieften Urkundenfälschern auf den Fersen, abends bringt sie fesselnde Geschichten zu Papier. Oberkommissarin Nikola Hahn hat kürzlich ihren ersten Kriminalroman veröffentlicht. "Die Detektivin" heißt der 445 Seiten starke Schmöker, in dem eine junge Frau am Ende des 19. Jahrhunderts dem Frankfurter Stadtwaldwürger das Handwerk legt.

"Mit diesem Buch", so die Autorin, "wollte ich die Wurzeln meines Berufsstands ergründen." (...) Höchstens vier Stunden Schlaf pro Tag - mehr war während der Arbeit an dem Buch nicht drin. "Brotberuf und Schriftstellerei unter einen Hut zu bringen", sagt sie, "das geht nur mit eiserner Disziplin, einem geduldigen Ehemann und viel, viel Spaß an der Sache." Den hat die 34jährige garantiert: Schon in der Schule füllt sie die Hefte lieber mit witzigen Geschichten als mit trockenen Aufgaben, später hat sie 50 Brieffreunde weltweit. (...) Die Detektivin wird ein Erfolg, heimst gute Kritiken in den Feuilletons ein. Nikola Hahn hat die Fortsetzung schon im Kopf.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.3.99

Am Tage klärt sie Verbrechen, nachts erfindet sie welche. Im Dienst legt die Polizeioberkommissarin Nikola Hahn Urkundenfälschern das Handwerk, in ihrer Freizeit legt sie ihren Detektiven Spuren. Nikola Hahns im Frankfurt des Jahres 1882 spielender Kriminalroman "Die Detektivin" beweist, daß die Offenbacher Kommissarin auch ihren Zweitberuf, den einer Schriftstellerin, beherrscht. Der im Marion von Schröder Verlag erschienene historische Thriller hat sich zu einem kleinen Bestseller entwickelt (...)

Nikola Hahn hat das Frankfurt von 1882 gründlich erforscht: anhand von zeitgenössischen Berichten, sozialhistorischen Darstellungen und dicken Geschichtswälzern. Und sie hat historische Stadtpläne studiert, die Straßen und Gebäude enthalten, welche heute längst verschwunden sind - wie etwa der Clesernhof, wo damals das Polizeipräsidium untergebracht war. "Ich kenne das Frankfurt von 1882 besser als das von 1999", berichtet die Autorin. Vor dem geschichtlichen Hintergrund dieser Jahre entwickelte Nikola Hahn ihre Figuren: den aus Berlin an den Main versetzten preußischen Kriminalkommissar Biddling; den in Frankfurt verwurzelten, mit dem gesunden Menschenverstand der Frankfurter ausgestatteten Heiner Braun und die um Emanzipation ringende, mit einer Leidenschaft für die Kriminalistik ausgestattete Bürgerstochter Victoria Könitz. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Das mysteriöse Verschwinden eines Dienstmädchens verwickelt die unbändig-vorwitzige Victoria in einen atemberaubenden Fall. Und sie entdeckt eine ganz neue Leidenschaft: die Kriminalistik.

Der Autor über sein Buch

Hundert Bücher lesen, eins schreiben ...
Sie sind doch Polizistin, und Sie lesen doch gerne historische Romane? Warum schreiben Sie nicht mal einen? fragte mich ein Literaturagent im Herbst 1996. Zu der Zeit hatte ich schon gut fünfzehn Jahre alles mögliche verfaßt, vom Gedicht bis zum Sachartikel. Eigentlich wollte ich einen zeitgenössischen Krimi schreiben, aber dann nahm mich die Idee gefangen, literarisch zu den Wurzeln meines Berufsstandes vorzudringen, und so entstand "Die Detektivin". Als Autor verliebt man sich ja immer ein bißchen in seine Figuren (auch in die bösen), und alle waren sie vorher mehr oder weniger geplant - nur einer tanzte aus der Reihe, mogelte sich sozusagen frech in die Geschichte hinein und wurde zu meiner persönlichen Lieblingsfigur: Der alte Schutzmann Heiner Braun. Gibt´s eine Fortsetzung? werde ich bei Lesungen ständig gefragt. Jein! Im Herbst 2000 gibt´s erst mal was Zeitgenössisches, aber darüber hinaus bin ich schon fleißig bei der Recherche für einen neuen Historischen Krimi, der eine Generation später spielt ... Wo? In Frankfurt, ist doch klar! Jedenfalls freue ich mich über das große Interesse der Leser an meinem Buch und möchte das Forum hier auch nutzen, um Dankeschön zu sagen! -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Nikola Hahn, 1963 geboren bei Marburg, absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung bei der hessischen Polizei. Heute ist sie Kriminalhauptkommissarin in Offenbach, zuständig für Kapitaldelikte, Sachgebiet Raub und Erpressung. Ihr erster historischer Kriminalroman "Die Detektivin" spielt ebenfalls im Frankfurt der Jahrhundertwende.

Auszug aus Die Detektivin. von Nikola Hahn. Copyright © 1998. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Ihre Tante hat mir gesagt, daß ich Sie hier finde, Fräulein Könitz. Ich muß mit Ihnen sprechen", sagte Richard und blieb abwartend vor dem Pavillon stehen. "Ich hoffe, ich störe nicht."

"Ach was", versetzte Eduard lässig und stand auf. "Wenn ich Ihnen meinen Platz anbieten darf, Herr Kommissar? Ich wollte ohnehin gerade gehen."

Biddlings Gesichtsausdruck ließ erkennen, daß er sich ärgerte, aber er verkniff sich eine passende Erwiderung. Die unausgesprochene Feindseligkeit zwischen den beiden Männern, die sich gegenseitig belauerten wie zwei Raubtiere vor dem entscheidenden, tödlichen Sprung, machte Victoria angst.

"Wirklich ein ausgesucht höflicher Mensch, Ihr Herr Cousin", bemerkte Richard, als Eduard gegangen war.

Victoria warf ihm einen ärgerlichen Blick zu. "Sagen Sie endlich, was Sie von mir wollen. Ich bin müde."

Richard griff in seine rechte Jackentasche, zog den zerknitterten Zeitungsausschnitt aus dem Weilbacher Provinzblatt hervor und hielt ihn ihr vor die Nase.

"Und?" fragte Victoria provozierend.

"Wo haben Sie das her?"

"Aus einem Papierkorb."

"Sie lügen schon wieder, Fräulein Könitz."

"Es ist Emilie, nicht wahr?"

"Nein."

"Nein?"

"Ich habe mir das Autopsieprotokoll schicken lassen. Die unbekannte Tote, die man am 6. Juli bei Weilbach aus dem Main barg, war mindestens fünf Jahre älter und von besserem Stand als Emilie."

"Wie bitte sieht man einer Wasserleiche an, daß sie von besserem Stand ist?" hielt Victoria ihm pikiert entgegen.

"Ich bin bestimmt nicht gekommen, um mit Ihnen über das Wie und Warum von Sektionen zu debattieren!"

"War der Arzt wenigstens gerichtsmedizinisch geschult?"

"In Preußen gibt es ein besonderes Regulativ für gerichtliche Leichenöffnungen, gnädiges Fräulein."

"Vorschriften laden dazu ein, sie zu übertreten", konterte Victoria frech. "Ich bin jedenfalls davon überzeugt, daß es sich bei der Toten um Emilie handelt."

"Die Leiche hat höchstens acht bis zehn Tage im Wasser gelegen, Emilie ist aber schon am 30. Mai verschwunden, also vor gut sieben Wochen!"

"War der Arzt in Gerichtsmedizin ausgebildet?"

Richards Augen verengten sich. "Was soll diese dumme Fragerei?"

"Es ist ein fataler Irrtum zu glauben, jeder Arzt sei per se fähig, gerichtsmedizinische Befunde zu erheben", erklärte Victoria hochmütig. "Die kriminalistische Seite der Pathologie ist eine Wissenschaft für sich, und gerade bei Wasserleichen kann ein unerfahrender Arzt schlimmen Irrtümern unterliegen."

Richard war verblüfft. "Hat Ihnen das Ihr Onkel erzählt?"

"Nicht direkt. Onkelchen ist nämlich, was Weiber angeht, der gleichen Meinung wie Sie."

"Und die wäre?"

"Erstens: daß sie keine Ahnung haben. Zweitens: daß sie keine Ahnung haben dürfen. Drittens: daß es so das Beste ist."

Richard schloß seine Aktenmappe und stand auf. Es hatte keinen Sinn mit ihr. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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