Ein Standardbuch der 70er Jahre SF ist "Die Denkbrücke" von J.Haldeman.
Im Vergleich zu anderen SF-Büchern dieser Zeit ist es guter Durchschnitt, natürlich wissenschaftlich überholt, aber dennoch lesenswert und spannend.
Formal geschrieben in einer Art Reportage, eine fiktive Quellensammlung verschiedener Texte von verschiedenen Autoren aus unterschiedlichen Jahren im Zeitraum von 2040 - 2230. Als verbindenendes Element zieht sich Leben und Schaffen der Hauptfigur J.Lefavre, einem sogenannten "Zähmer", durch das Buch. "Zähmer" sind Pioniere auf zu erforschenden Planeten die unter widrigsten und gefährlichsten Umständen, ausgerüstet mit modernstem Equipment, Lebewesen finden sollen und Kontakte herstellen müssen.
Auf einem dieser Planeten findet man eine Art telepatisch begabte See-Igelform die eine Gedankenbrücke jener Wesen untereinander herstellen kann, die sie berühren. J.Lefavre hat eine besonders starke telepatische Sensorik und wird daher mit dem Lebewesen zu weit entfernten Planeten teleportiert um mit einer neuentdeckten, hochgefährlichen, metamorphischen Rasse zu kommunizieren.
Das Teleportationsverfahren, dessen Erklärung und Ablauf, darauf hat der Autor noch ein besonderes Augenmerk gerichtet. Es wird anschaulich von verschiedenen Seiten (z.b. von der Seite des E-Werks aus (!!) und des Bedieners des Schaltpultes aus, der dafür Sorge tragen muss, dass nicht jemand wegteleportiert wird, wenn durch den Katapult-Effekt grad jemand an genau der gleichen Stelle wieder auftaucht...) her beleuchtet und wirkt daher "greifbarer" als das bekannte "Beamen" der Star-Trek-Geschichten, auch wenn es als Phänomen sehr ähnlich ist.
"Die Denk-Brücke" ist ein zeitloses Werk, nicht ohne übliche Klischees, aber dennoch eigen genug um es auch heute noch mit Spass und Spannung zu lesen.