Band 6 der Darkover-Romane (chronologisch gesehen, die Autorin hat in einer anderen Reihenfolge geschrieben.). Den vorliegenden Band als den 6. Zu bezeichnen mag zunächst etwas willkürlich erscheinen. Jedoch gehören -Die zerbrochene Kette-, -Gildenhaus Thendara- und -Die schwarze Schwesternschaft- zusammen und bilden eine in sich abgeschlossene Trilogie um Magda Lorne, Jaelle n'ha Melora und Peter Haldane. Ab Gildenhaus Thendara überschneidet sich die Geschichte leider zeitlich mit -Der verbotene Turm-; -An den Feuern von Hastur- spielt eigentlich vor Beginn der Trilogie, gehört aber logischerweise eigentlich danach erzählt - damit sind dann hoffentlich alle Klarheiten beseitigt... ^^
Worum es geht:
Die junge Comyn Melora wird von einem Räuberhauptmann aus den Trockenstädten entführt. 12 Jahre lang gilt sie als tot, zumindest als vermisst. Dann jedoch hört ihre engste Kindheitsfreundin Rohana Ardais ihre Freundin im Schlaf. Melora ist mit dem Räuberhauptmann verheiratet und wird in den Trockenstädten gefangen gehalten. Dort tragen Ehefrauen Ketten um die Hände, um sie als Eigentum eines Mannes zu kennzeichnen. Melora, zum zweiten Mal schwanger, will ihre Tochter befreien und sie nicht in Ketten legen lassen.
Jahre später... Magdalen Lorne, Terranische Agentin und Spionin auf Darkover, macht sich auf eine abenteuerliche Reise in die Berge auf, um ihren Exmann Peter Haldane aufzuspüren, den man versehentlich für Rohanas ältesten Sohn hielt. Unterwegs trifft sie, verkleidet als Amazone, auf echt Entsagende und wird enttarnt. Jaelle, inzwischen Anführerin einer Gruppe Entsagender, zwingt sie den Eid abzulegen.
Aber wird Magda den erzwungenen Eid halten können? Was wird aus Peter? Oder weist der Eid Magda in eine neue Welt, in der die Darkovanerin und die Terranerin endlich friedlich koexistieren können? Und was bedeutet das für die Beziehung Terra/Darkover...?
Der Roman spielt ca. 25 Jahre nach der Ankunft der Terraner in den Bergen von Darkover. Seit Jahren ist der Planet unter der Herrschaft der Hasturs geeint und befriedet.
Nach dem kurzen Zwischenspiel der Terraner in den Bergen unter der Herrschaft von Lord Aldaran - noch immer Aussenseiter auf dem eigenen Planeten, Bergkönige, die mit eiserner Hand regieren und die Tieflandfürsten nicht als Herrscher anerkennen -, kehren die Terraner dem freien Leben in den Bergen den Rücken und bauen einen neuen Raumhafen in Thendara. Der Hastur Lord ist jedoch von den Weltenreisenden nicht so angetan, wie einst Lord Aldaran. Die Terraner müssen im Raumhafen bleiben und dürfen diesen nicht verlassen.
Leider ist der Roman viel zu kurz und viel zu flach. Das könnte man zunächst denken, wenn man -Gildenhaus Thendara- noch nicht gelesen hat. Erst im Zusammenhang mit dem Folgeband, erkennt man den Grundstein für, in meinen Augen, eine der faszinierendsten Geschichten des Darkoveruniversums. Die Entsagenden, bisher für den Leser immer etwas nebelige und unnahbare Gestalten, werden bis ins kleinste Detail beschrieben, und das auf eine wunderbare Art und Weise.
Bradley widmet sich hier ganz Frauenthemen: Freiheit, Arbeit, Selbständigkeit, Liebe und Freundschaft, Kinderwünschen oder das Gegenteil, Hass oder Freude an der eigenen Weiblichkeit.
Der männliche Aspekt wird hier völlig ausgeschaltet, vor allem für die damalige Zeit (80er Jahre) schon ein starkes Stück! Für Frauen ist dies eine angenehmen Abwechslung; eine ganz neue Art zu lesen. Männern würde ich doch andere Literatur empfehlen.
Frauen kämpfen hier für ihre Unabhängigkeit, sowohl Magda als auch Jaelle sind sicherlich einige der faszinierendsten Persönlichkeiten, die je dem Genie der Marion Zimmer Bradley entsprungen sind. Beide sind zwischen mehreren Welten zerrissen, Magda ganz offensichtlich zwischen Terra und Darkover, Jaelle subtiler zwischen ihrer Entsagendenseite, ihrem Erbe als Comynara und auch als Tochter der Trockenstädte, noch immer gepeinigt von der Angst vor den Ketten.
Die Schreibweise ist MZB typisch nicht unbedingt einfach, aber immer noch verständlich und lesbar. Dieses Buch regt zum nachdenken an.
Das Ende ist offen, aber darum geht es ja in einer Trilogie!
Die Sammleredition des Weltbildverlags ist eine hübsche Bereicherung für jedes Bücherregal! Außerdem sind die Bände in einer chronologischen Reihenfolge erschienen, so macht es auch mehr Spaß die Bücher zu lesen, als zeitlich durcheinander.
Fazit: Bei mir persönliche ist der Langzeitspaß bei den Darkover Romanen hoch. Die ersten las ich mit 13-14 und noch heute nehme ich sie mir gerne zur Hand. Ich kann den Kauf also nur empfehlen. Gut ist auch, dass man die Bücher nicht in chronologischer Reihenfolge lesen muss, sondern sich durchaus das heraussuchen kann, auf das man gerade Lust hat.
PS: Es sei am Rande noch erwähnt, dass, wie schon oben gesagt, die Romane in einer anderen Reihenfolge geschrieben wurden. Die vier ersten Teile kamen sehr viel später hinzu. Daher kann es passieren, dass der Leser, begeistert durch die ersten Teile, später etwas enttäuscht sein wird. Die früheren Romane von MZB sind lange nicht so gut ausgearbeitet und erwachsen, wie die späteren Bücher.
Wenn man sich der zeitlichen Abfolge widmet, geht es ab "Die Planetenzerstörer" ziemlich bergab. Hoffnung gibt es dann wieder mit Beginn der "Marguerida Alton" Trilogie, die ebenfalls später geschrieben wurde. Die vorliegende Schwesternschaft vom Schwert" macht auch sehr viel Spaß.