Band 8 der Darkover-Romane (chronologisch gesehen, die Autorin hat in einer anderen Reihenfolge geschrieben.). Den vorliegenden Band als den 8. zu bezeichnen mag zunächst etwas willkürlich erscheinen. Jedoch gehören -Die zerbrochene Kette-, -Gildenhaus Thendara- und -Die schwarze Schwesternschaft- zusammen und bilden eine in sich abgeschlossene Trilogie um Magda Lorne, Jaelle n'ha Melora und Peter Haldane. Ab Gildenhaus Thendara überschneidet sich die Geschichte leider zeitlich mit -Der verbotene Turm-; -An den Feuern von Hastur- spielt eigentlich vor Beginn der Trilogie, gehört aber logischerweise eigentlich danach erzählt, auch wenn Magdas Geschichte so gesehen vor der ihrer Mutter erzählt wird. - allerdings gehört An den Feuern von Hastur zu der Verbotene Turm und so weiter...
Worum es geht:
Ungefähr sechs Jahre nach den Ereignissen in -Gildenhaus Thendara -: Magda Lorne und Jaelle n'ha Melora haben endlich ein Zuhause gefunden: der verbotene Turm hat sie mit offenen Armen empfangen und beide haben mittlerweile auch Kinder. Die meiste Zeit des Jahres verbringen die beiden dort bei ihrer neuen Familie.
Doch während eines Aufenthaltes in Thendara passiert etwas Merkwürdiges: die Pilotin Lexie Anders stürzt während eines Fluges über die Hellers ab, jedoch stirbt sie nicht, sondern erscheint einen Tag später völlig verwirrt vor den Türen des HQs. Magda Lorne kann aus ihren Gedanken nur ein Bild auffangen: eine geheimnisvolle Stadt in den Hellers und das Krächzen von Raben.
Auch Magda glaubt an die geheimnisvolle Schwesternschaft. Unabhängig voneinander machen sich Lexie und Rafaelle, Gildenschwester von Magda und Jaelle, und Magda und ihre Gruppe, auf die Suche nach der Schwesternschaft.
Magda und Jaelle, eine Terranerin namens Vanessa, die uns altbekannte Colayna Ares und Camilla wachsen auf der Reise zu Schwestern zusammen.
Doch wer von ihnen wird letztlich die schwere Reise überstehen?
Dieses Buch ist auf den ersten Blick etwas inhaltsärmer als die Vorgänger. Jedoch enthüllen sich gegen Ende einige faszinierende Tatsachen und es werden eine Menge Fragen beantwortet.
Die Trilogie um Magda und Jaelle ist in meinen Augen eine der faszinierendsten des ganzen Darkoverzyklus. Beide sind starke, jedoch auch zerrissene Frauen, die nur eine Heimat und Anerkennung suchen, jedoch auch beide erst einmal aus einigem herauswachsen müssen. MZB beschreibt die Wandlung der beiden so einfühlsam und nachvollziehbar, wie es selten einem Autor gelingt.
Magda scheint endlich angekommen, aber Jaelle kann sich nicht damit abfinden, Zuhause zu bleiben und ihre Tochter großzuziehen. Das Buch wurde Mitte der 80er Jahre geschrieben und gerade das Thema Haushalt gegen Job war damals ein großes Thema.
Hier rücken die Themen Verwirklichung der Frauen, Freundschaft, Liebe und Zusammenhang in den Hintergrund. Hauptsächlich geht es um die Härten und Gefahren der Reise, wie auch um die Vergangenheit vor allem von Camilla.
Die Schreibweise ist MZB typisch nicht unbedingt einfach, aber immer noch verständlich und lesbar. Dieses Buch regt zum nachdenken an.
Das Ende ist leider traurig und etwas unbefriedigend. Vielleicht war noch ein vierter Band geplant...
Die Sammleredition des Weltbildverlags ist eine hübsche Bereicherung für jedes Bücherregal! Außerdem sind die Bände in einer chronologischen Reihenfolge erschienen, so macht es auch mehr Spaß die Bücher zu lesen, als zeitlich durcheinander.
Leider sind die Deckblätter selten hässlich und vor allem haben sie auch rein gar nichts mit dem Inhalt der Bücher zu tun; da sind die älteren Auflagen schöner gestaltet. Aber man kann ja nicht alles haben.
Fazit: Bei mir persönliche ist der Langzeitspaß bei den Darkover Romanen hoch. Die ersten las ich mit 13-14 und noch heute nehme ich sie mir gerne zur Hand. Ich kann den Kauf also nur empfehlen. Gut ist auch, dass man die Bücher nicht in chronologischer Reihenfolge lesen muss, sondern sich durchaus das heraussuchen kann, auf das man gerade Lust hat.
PS: Es sei am Rande noch erwähnt, dass, wie schon oben gesagt, die Romane in einer anderen Reihenfolge geschrieben wurden. Die vier ersten Teile kamen sehr viel später hinzu. Daher kann es passieren, dass der Leser, begeistert durch die ersten Teile, später etwas enttäuscht sein wird. Die früheren Romane von MZB sind lange nicht so gut ausgearbeitet und erwachsen, wie die späteren Bücher.
Wenn man sich der zeitlichen Abfolge widmet, geht es ab dem Ende der Gilde der Entsagenden ziemlich bergab. Hoffnung gibt es dann wieder mit Beginn der "Marguerida Alton" Trilogie, die ebenfalls später geschrieben wurde. Die vorliegende Trilogie ist eine der reiferen Werke der Autorin.