Band 9 der Darkover-Romane (chronologisch gesehen, die Autorin hat in einer anderen Reihenfolge geschrieben.). Den vorliegenden Band spielt vor Teil 6,7 und 8, und hätte eigentlich Bnd 6 sein sollen. Aber nun ja, die Schreibweiser der Autorin war nie chronologisch und so sei dieser kleine Fehler verziehen.
Worum es geht:
Ein Raumschiff des fernen Terra nähert sich dem Planeten Darkover, der noch immer eine feudale Struktur beibehalten hat. Leonie, die als Bewahrerin trainiert wird, spürt die Ankunft der Fremden und außerdem eine große Gefahr für ihre Heimat. In ihrem Auftrag reist der junge Lorill Hastur nach Aldaran, wo die Fremden sich niedergelassen haben. Denn Kermiak Aldaran hat seine eigenen Pläne und interessiert sich besonders für die Feuerwaffen der Fremden.
Unterdessen scheinen Elisabeth und David Lorne, ein junges Paar aus Terra, endlich ein Zuhause gefunden zu haben, wo sie sich wohlfühlen und eine Familie gründen können. Auch Ysaye, Computerspezialistin und überzeugte Jungfrau, ist bei dem Erstaufklärungstrupp dabei. Was wird sie dort erwarten...?
Das vorliegende Buch ist eins der späten Werke der Autorin und damit sehr reif und gut ausgearbeitet. Spätere Werke lassen Lücken und Fehler entdecken, das vorliegende Werk ist toll ausgearbeitet. Leider aber auch etwas langweilig.
Man hat sich immer gefragt, wie es dazu kam, dass die Domänen den Kontakt mit den Terranern so strikt und rigoros ablehnen. Nun bekommen wir eine handfestere Erklärung, als die, dass die Darkovaner einfach nur Angst um ihre Kultur haben. Jedoch finde ich die gelieferte Erklärung etwas dürftig und übertrieben.
Da das Buch in den 90ern geschrieben wurde, ist die Technik der "Terraner" nicht mehr so altmodisch und unrealistisch wie die anderen Bücher, die teilweise in den 80ern oder sogar den 70ern geschrieben wurden.
Das Buch ist lange nicht so tiefgründig und voller schwieriger Themen, wie man es von MZB gewohnt ist, da sie hier lediglich erzählen möchte, wie die Terraner auf den Planeten kamen, welche Absichten sie hatten, welche Gedanken und Gefühle und natürlich nicht zu vernachlässigen auch, wie Leonie zu der unnahbaren Maschine wurde, die sie in "Der verbotene Turm" und anderen Bänden ist.
Leonie von dieser Seite zu sehen ist sicherlich etwas Neues. Ihre tiefe Verbundenheit mit der fremden Ysaye zeigt uns eine ganz anderen, junge und unschuldige und noch zu Gefühlen fähige Leonie.
Das Ende kommt leider sehr aprupt und ohne weitere Erklärungen.
Die Sammleredition des Weltbildverlags ist eine hübsche Bereicherung für jedes Bücherregal! Außerdem sind die Bände in einer chronologischen Reihenfolge erschienen, so macht es auch mehr Spaß die Bücher zu lesen, als zeitlich durcheinander.
Leider sind die Deckblätter selten hässlich und vor allem haben sie auch rein gar nichts mit dem Inhalt der Bücher zu tun; da sind die älteren Auflagen schöner gestaltet. Aber man kann ja nicht alles haben.
Fazit: Bei mir persönliche ist der Langzeitspaß bei den Darkover Romanen hoch. Die ersten las ich mit 13-14 und noch heute nehme ich sie mir gerne zur Hand. Ich kann den Kauf also nur empfehlen. Gut ist auch, dass man die Bücher nicht in chronologischer Reihenfolge lesen muss, sondern sich durchaus das heraussuchen kann, auf das man gerade Lust hat.
PS: Es sei am Rande noch erwähnt, dass, wie schon oben gesagt, die Romane in einer anderen Reihenfolge geschrieben wurden. Die vier ersten Teile kamen sehr viel später hinzu. Daher kann es passieren, dass der Leser, begeistert durch die ersten Teile, später etwas enttäuscht sein wird. Die früheren Romane von MZB sind lange nicht so gut ausgearbeitet und erwachsen, wie die späteren Bücher.
Auch sind in der Umsetzung einige Fehler passiert, die logisch nicht zu erklären sind. Allerdings ist das bei der Größe den Universums nicht verwunderlich.
Wenn man sich der zeitlichen Abfolge widmet, geht es ab dem Ende der Gilde der Entsagenden ziemlich bergab. Hoffnung gibt es dann wieder mit Beginn der "Marguerida Alton" Trilogie, die ebenfalls später geschrieben wurde. Die vorliegende Trilogie ist eine der reiferen Werke der Autorin.