Band 2 der Darkover-Romane (chronologisch gesehen, die Autorin hat in einer anderen Reihenfolge geschrieben.)
Worum es geht:
Der junge Allart, zweiter Sohn von Stephan von Elhalyn und damit dritter in der Thronfolge, leidet an einem schrecklichen Laran: er kann die Zukunft voraussehen, jedoch nicht nur die eine, unabwendbare, sondern alle möglichen, die, von verschiedenen Geschehnissen und Entscheidungen beeinflusst, gar nicht eintreten werden.
Um seine Gabe, die ihn beinahe in den Selbstmord zwingt, unter Kontrolle zu bringen, flüchtet er nach Navarsin und hofft dort ein ruhiges Leben verbringen zu können. Doch sein Vater hat andere Pläne. Er soll Cassandra Aillard heiraten, eine der wenigen Frauen, die vermutlich Kinder ohne Allarts schreckliche Gabe auf die Welt bringen können.
Allart verliebt sich in seine Braut und freut sich, als er den Auftrag bekommt, zusammen mit einer befreundeten Technikerin, in das Bergkönigreich Aldaran zu reisen, um der Tochter des Fürsten Kontrolle über ihr schreckliches Laran beizubringen. Dorylis beherrscht Blitz und Donner und hat schon zweimal versehentlich getötet.
In der Bergfeste verleben Allart, Cassandra, Renata und Aldarans Ziehsohn Donal eine wunderbare Zeit ohne Sorgen. Doch Allart sieht das Unheil unabwendbar über der Burg schweben....
MZB entführt ihre Leser hier in das schreckliche Zeitalter des Chaos. Die Menschen werden zielgerichtet miteinander gepaart, um noch stärkere Psi-Kräfte zu züchten und schreckliche Kriegswaffen sind an der Tagesordnung.
Wir erfahren am Rande einiges über die Eingliederung der Ridenows in die Kaste von Hastur und Cassilda, desweiteren ist dieser Roman einer derer, in denen man die terranischen Wurzeln noch besonders deutlich erkennen kann.
Alle Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet. Besonders Allarts Konflikt tritt deutlich zu Tage und Donals zwiespältige Gefühle dem Reich Aldaran gegenüber.
Alle Hauptcharaktere sind gute, starke Menschen, die sich dem Strudel ihrer Zeit unterwerfen müssen, obwohl sie nur ihre Freiheit haben wollen.
Über dem ganzen Roman liegt eine fürchterlich gedrückte Stimmung, voll von bösen Vorahnungen; MZB hat dies wirklich wunderbar gemeistert.
Man sollte sich auch hier im Klaren darüber sein, dass der Roman in den 70ern geschrieben wurde und damit etwas veraltet ist. Dinge, die für uns normal sind, waren damals noch Science Fiktion. Auch traut sich selbst die feministische MZB nicht wirklich frei über die Sexualität und die freie Wahl einer Frau zu reden.
Meiner Meinung tut all dies den Romanen auch keinen Abbruch. Ein Buch ohne ständige Liebesszenen tut auch mal wieder gut...
Gerade die Sammleredition des Weltbildverlags ist eine hübsche Bereicherung für jedes Bücherregal! Außerdem sind die Bände in einer chronologischen Reihenfolge erschienen, etwas, dass Darkoverfans von jeher hat verzweifeln lassen.
Fazit: Bei mir persönliche ist der Langzeitspaß bei den Darkover Romanen hoch. Die ersten las ich mit 13-14 und noch heute nehme ich sie mir gerne zur Hand. Ich kann den Kauf also nur empfehlen. Gut ist auch, dass man die Bücher nicht in chronologischer Reihenfolge lesen muss, sondern sich durchaus das heraussuchen kann, auf das man gerade Lust hat.
PS: Es sei am Rande noch erwähnt, dass, wie schon oben gesagt, die Romane in einer anderen Reihenfolge geschrieben wurden. Die vier ersten Teile kamen sehr viel später hinzu. Daher kann es passieren, dass der Leser, begeistert durch die ersten Teile, später etwas enttäuscht sein wird. Die früheren Romane von MZB sind lange nicht so gut ausgearbeitet und erwachsen, wie die ersten Bücher.
Wenn man sich der zeitlichen Abfolge widmet, geht es ab "Die Planetenzerstörer" ziemlich bergab. Hoffnung gibt es dann wieder mit Beginn der "Marguerida Alton" Trilogie, die ebenfalls später geschrieben wurde.