Band 12 der Darkover-Romane (chronologisch gesehen, die Autorin hat in einer anderen Reihenfolge geschrieben.) Im vorliegenden Band lernen wir eine der Personen kennen, die für eine der wichtigsten Geschichten des Darkoveruniversums sehr wichtig ist: Kennard Alton, der Vater von Lew Alton.
Worum es geht:
Larry Montray, Sohn von Wade Montray (ja von dem Wade Montray... :-)), freut sich riesig, als sein Vater auf den Planeten Cottman IV, von den Einheimischen Darkover genannt, versetzt wird. Endlich lernt er eine neue Welt kennen!
Doch dort angekommen, folgt die Ernüchterung auf dem Fuße. Larry soll den Raumhafen nicht verlassen und dort ist alles genau wie auf der Erde!
Als sein Vater ihm schließlich doch erlaubt, durch die Stadt zu streifen, lernt Larry den gleichaltrigen Kennard Alton kennen. Die beiden freunden sich trotz der Unterschiede an und ein jeder lernt von dem anderen.
Valdir Alton, Kennards Vater, lädt den Jungen nach Armida, dem Landsitz der Altons, ein. Als bei einer Jagdgesellschaft Larry anstelle von Kennard entführt wird, was zu einer Flucht der beiden unterschiedlichen Jungen führt, müssen die beiden beweisen, dass Freundschaft alle Unterschiede bewältigt...
Leider erzählt der vorliegende Band nicht viel über die offenen Fragen des "Verbotenen Turms". dazu müssen wir noch bis "Die Blutige Sonne" warten.
Es ist ein Zwischenspiel, in dem nichts wichtiges passiert, abgesehen von dem Ende, wo entschieden wird, dass Larry und Kennard die ersten "Austauschschüler" werden sollen, die das Leben mit dem anderen tauschen.
Es ist eines der frühsten Werke der Autorin und hier liegt der Schwerpunkt auf dem Konflikt Terra gegen Darkover. Es hat noch nicht viel zu tun mit den unglaublich tiefgründigen und konfliktreichen späteren Werken der Autorin.
Zwar wird die Verwirrung und das Unverständnis für den jeweils anderen der beiden Jungs durchaus nicht ignoriert; sie sind sogar ein wichtiger Teil der Geschichte; aber es bleibt irgendwie nebulös und nicht so intensiv wie bis zu diesem Zeitpunkt gewöhnt.
Ich finde das vorliegende Buch leider ziemlich unspektakulär, auch ist die Welt lange nicht so weit ausgebaut, wie es in den bisherigen Romanen der Fall war. Aber hier handelt es sich auch um das zweite Buch, dass je in dieser Welt geschrieben wurde. Es gehört zu der Reihe und deshalb sollte man es auch unbedingt gelesen haben.
Man muss sich als Leser der Darkoverromane darauf einstellen, dass die Technik von MZB, in den 70ern noch fantastische Zukunft, mittlerweile schon veraltet ist. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Immerhin sind wir heute die Zukunft von damals und es liegen über 30 Jahre dazwischen. Handys und Internet und so weiter waren damals noch die Träume von Science Fiction Autoren.
Die Sammleredition des Weltbildverlags ist eine hübsche Bereicherung für jedes Bücherregal! Außerdem sind die Bände in einer chronologischen Reihenfolge erschienen, so macht es auch mehr Spaß die Bücher zu lesen, als zeitlich sonst sehr durcheinander.
Leider sind die Deckblätter selten hässlich und vor allem haben sie auch rein gar nichts mit dem Inhalt der Bücher zu tun; da sind die älteren Auflagen schöner gestaltet. Aber man kann ja nicht alles haben. :-)
Fazit: Bei mir persönliche ist der Langzeitspaß bei den Darkover Romanen hoch. Die ersten las ich mit 13-14 und noch heute nehme ich sie mir gerne zur Hand. Ich kann den Kauf also nur empfehlen. Gut ist auch, dass man die Bücher nicht in chronologischer Reihenfolge lesen muss, sondern sich durchaus das heraussuchen kann, auf das man gerade Lust hat.
PS: Es sei am Rande noch erwähnt, dass, wie schon oben gesagt, die Romane in einer anderen Reihenfolge geschrieben wurden. Die vier ersten Teile kamen sehr viel später hinzu. Daher kann es passieren, dass der Leser, begeistert durch die ersten Teile, später etwas enttäuscht sein wird. Die früheren Romane von MZB sind lange nicht so gut ausgearbeitet und erwachsen, wie die späteren Bücher.
Auch sind in der Umsetzung einige Fehler passiert, die logisch nicht zu erklären sind. Allerdings ist das bei der Größe den Universums nicht verwunderlich.
Wenn man sich der zeitlichen Abfolge widmet, geht es ab dem Ende des verbotenen Turms ziemlich bergab. Hoffnung gibt es dann wieder mit Beginn der "Marguerida Alton" Trilogie, die ebenfalls später geschrieben wurde.