Band 10 der Darkover-Romane (chronologisch gesehen, die Autorin hat in einer anderen Reihenfolge geschrieben.) Im vorliegenden Band erfahren wir die Geschichte um Damon und Andrew, die eigentlich vor den Geschichten um Magda Lorne und Jaelle geschehen. Leider hat die Autorin es sich mit der Reihenfolge und der Logik in der Abfolge immer recht einfach gemacht.
So spielt die Story angeblich ungefähr 100 Jahre nach der Wiederentdeckung durch die Terraner. Da Magda ein Kind mit Andrew hat und Magda angeblich ein Jahr nach der Wiederentdeckung geboren wurde, müsste sie ungefähr 120 sein, als sie auf die Mitglieder des Verbotenen Turms trifft. ^^
Worum es geht (bitte lesen, der Klappentext wurde wieder von jemandem geschrieben, der sich den Inhalt anhand des Titels und der Namen zusammengereimt hat...):
Andrew Carr, Raumfahrer und Terraner staunt nicht schlecht, als ihm auf dem unwirtlichen Planeten Cottman IV, von den Einwohnern Darkover genannt, ein junges Mädchen erscheint, das ihn um Hilfe bittet. Er kann nicht anders, er muss der Unbekannten helfen. Dabei stürzt er über den unwirtlichen Hellers ab. Mit letzter Kraft und mit Hilfe des Mädchens Callista schafft er es auf das Adelsgut Armida, wo er auf den verunsicherten Damon Ridenow trifft.
Dieser hadert mit seinen Kräften und seiner Entlassung aus dem Turm zu Hali.
Doch für die Rettung der eigentlich zur sakrosankten Bewahrerin bestimmten Callista müssen Andrew, Damon und die junge Ellemir ihre Schwächen überwinden.
Dom Esteban, Regent von Alton und Schwertkämpfer verbindet sich mit dem schwachen Damon, um seine Schwerthand zu leiten und so entwickeln sich ungewöhnliche Freundschaften...
Das vorliegende Buch ist eines der Schlüsselwerke zum Verständnis der späteren Reihen, es erklärt die Entstehung des Verbotenen Turms, der wiederum zur Entfremdung von den Türmen führt, was wiederum zu Geschehnissen wie Sharras Exil und das Vergessen der Psi-Kräfte führt.
Hier wird buchstäblich der Grundstein zu ziemlich allen folgenden Ereignissen gelegt.
Leider klingt das etwas spannender als es tatsächlich ist.
Tatsächlich befasst sich die Autorin hier viel mit den Psi-Kräften, die bekannten Themen, die MZB so groß machten, bleiben hier leider auf der Strecke. Doch es sei noch erwähnt, dass "Der Verbotene Turm" die Themen, die hier leider der Erklärung der Psi-Kräfte weichen mussten, wieder aufgreift.
Wer sich wundert, wie der Terraner Andrew sich so natlos in die feudale Gesellschaft einfügt, mmöcht eich auf den Folgeband verweisen. Hier wird einiges klarer.
Man muss sich als Leser darauf einstellen, dass die Technik von MZB, in den 70ern noch fantastische Zukunft, mittlerweile schon veraltet ist. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Immerhin sind wir heute die Zukunft von damals und es liegen über 30 Jahre dazwischen. Handys und Internet und so weiter waren damals noch die Träume von Science Fiction Autoren.
Das Ende verweist direkt an den "Verbotenen Turm", ist also halbwegs offen.
Die Sammleredition des Weltbildverlags ist eine hübsche Bereicherung für jedes Bücherregal! Außerdem sind die Bände in einer chronologischen Reihenfolge erschienen, so macht es auch mehr Spaß die Bücher zu lesen, als zeitlich durcheinander.
Leider sind die Deckblätter selten hässlich und vor allem haben sie auch rein gar nichts mit dem Inhalt der Bücher zu tun; da sind die älteren Auflagen schöner gestaltet. Aber man kann ja nicht alles haben.
Fazit: Bei mir persönliche ist der Langzeitspaß bei den Darkover Romanen hoch. Die ersten las ich mit 13-14 und noch heute nehme ich sie mir gerne zur Hand. Ich kann den Kauf also nur empfehlen. Gut ist auch, dass man die Bücher nicht in chronologischer Reihenfolge lesen muss, sondern sich durchaus das heraussuchen kann, auf das man gerade Lust hat.
PS: Es sei am Rande noch erwähnt, dass, wie schon oben gesagt, die Romane in einer anderen Reihenfolge geschrieben wurden. Die vier ersten Teile kamen sehr viel später hinzu. Daher kann es passieren, dass der Leser, begeistert durch die ersten Teile, später etwas enttäuscht sein wird. Die früheren Romane von MZB sind lange nicht so gut ausgearbeitet und erwachsen, wie die späteren Bücher.
Auch sind in der Umsetzung einige Fehler passiert, die logisch nicht zu erklären sind. Allerdings ist das bei der Größe den Universums nicht verwunderlich.
Wenn man sich der zeitlichen Abfolge widmet, geht es ab dem Ende der Gilde der Entsagenden ziemlich bergab. Hoffnung gibt es dann wieder mit Beginn der "Marguerida Alton" Trilogie, die ebenfalls später geschrieben wurde.