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Mireille ist eine erfolgreiche und gutaussehende Frau von fünfzig Jahren. Ein verantwortungsvoller Job, ihre Liebhaber und ein großer Freundeskreis strukturieren ihren Tagesablauf und halten sie auf Trab. Mireille führt ein scheinbar zufriedenes und erfülltes Leben. Bis eines Tages eine kleine Begebenheit alles verändert: Als Mireille wieder einmal eilig durch die Straßen hetzt, wird sie ungewollt aufgehalten. Langsam und gemessenen Schrittes geht eine alte Dame vor ihr her. Etwas seltsames passiert: Mireille paßt sich dem Schrittempo an und wird plötzlich von einer unglaublichen inneren Gelassenheit erfaßt. Diesem neuen Zustand der Ruhe gibt sich Mireille nun ganz hin und überträgt ihn auf ihren Lebenswandel. Sie überläßt sich dem Lauf der Dinge, kämpft nicht mehr, lernt zu genießen. Sie krempelt ihr Leben völlig um, setzt sich mit dem Altern auseinander. Sie überdenkt ihre Freundschaften, ihre Liebschaften und das Verhältnis zu ihrer Tochter.
Die Dame in Blau ist ein Roman, passender erscheint jedoch der Begriff "Fabel". Das dünne Buch ist nicht reich an Handlung im Sinne von Aktion, aber umso reicher an Denkanstößen. Freilich: Mireilles Verwandlung erscheint manchmal so konsequent und radikal, daß sie zum Schmunzeln reizt. Aber trotz all der Übersteigerung kann sich der Leser dem Realitätsgehalt zwischen den Zeilen nicht entziehen. Getragen wird das Buch von einem einzigartigen sprachlichen Rhythmus, den man nur ungern unterbrechen mag. Eine schöne Lektüre, die, ohne ernst zu sein, nachdenklich stimmt. Ein passendes Geschenk auch für alle die Zeitgenossen, die immer im Streß sind.
Zum Abschluß eine kurze Kostprobe, die manchen Leser an Gontscharows Oblomov erinnern wird: "[...] denn um die Uhrzeit [...] gibt es für sie nichts Schöneres, als allein, möglichst im Schlafrock, ihre Suppe zu essen und im Zeitlupentempo die lehrreiche Folge der vollkommen nutzlosen und dennoch sehr ereignisreichen Begebenheiten eines Tages der Leere im Geist an sich vorüberziehen zu lassen [...]." --Ursula Kohaupt
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ach Gott, wie niedlich,
Rezension bezieht sich auf: Die Dame in Blau. (Taschenbuch)
Da will eine Fünfzigjährige das Altsein üben! Klischees werden bedient: Rückzug aus dem "Leben", Baumwollstrümpfe, Puschen und Gemüsesüppchen, sogar Probewohnen im Altersheim.Alt werden ist keine Luxuserfahrung mit vollem Gehalt; es ist ein schleichender, mühsamer Prozess mit körperlichen und sozialen Einschnitten, keine "Spielerei", sondern hat mit viel Mut und Würde zu tun. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Mittelmäßig,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Dame in Blau. 2 CDs (Audio CD)
Die Idee, über das Alterwerden und den Genuß der Langsamkeit zu schreiben, ist sehr schön, ebenso die Interpretation durch die deutsche Sprecherin. Nur nervt mich, daß die Hauptfigur aus der Oberschicht stammt und offenbar so eine Zicke ist. Was interessiert mich, welche Kostüme und welche Hüte sie sich kauft? Viel spannender wäre doch, zu erfahren, ob sich eine Figur mit weniger Geld die selbe Lebensweise leisten könnte. Wie lebt es sich langsam und gemächlich, wenn man nicht finanziell versorgt ist? Außerdem ist Mireille äußerst zickig, sie verscheucht ihre Freundin, ohne daß die ihr etwas getan hat, und läßt ihre Launen an ihrem Liebhaber aus, ebenfalls ohne ersichtlichen Grund. Das alles ist ärgerlich und schmälert den Unterhaltungswert des Gesamtkunstwerks.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Dame in Blau oder die Entdeckung der Langsamkeit,
Von jenna (südlohn) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Dame in Blau (Broschiert)
Mirielle ist Anfang 50, attraktiv, kokett, begehrenswert, erfolgreich und steht voll im Leben. Denkt sie. Bis sie eines Morgens im vollen Galopp auf dem Weg ins Büro ganz unvermittelt auf die Frau in Blau trifft, inne hält und die Langsamkeit für sich wiederentdeckt. Von jetzt auf gleich verändert sie ihr Leben, entzieht sich ihrem Diktat des Alltags. Geht nicht mehr zur Arbeit, verschließt sich vor ihrem sozialen Umfeld, entzieht sich dem Wahn, ständig attraktiv und begehrenswert rüber kommen zu müssen und entdeckt dabei die vielen kleinen Dinge des Lebens, die sie längst nicht mehr wahrgenommen hat.Eine nette Lektüre für einen Sonntagnachmittag. Man sollte die Geschichte nicht buchstäblich lesen, sondern mit einem Augenzwingern. Vielleicht lohnt es sich mal wieder für einen Augenblick in sich zu gehen und dabei das wirklich Wichtige in seinem Leben wiederfinden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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