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Die Dämonen: Roman
 
 
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Die Dämonen: Roman [Taschenbuch]

Fjodor M. Dostojewskij , Marianne Kegel
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 848 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Vollständige Ausgabe. (1. September 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423124083
  • ISBN-13: 978-3423124089
  • Originaltitel: Besy (Petersburg 1871/72)
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,9 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 72.566 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Fjodor Michailowitsch Dostojewski
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Dämonen
OT Besy OA 1871/72 DE 1888 (unter dem Titel Die Besessenen)Form Roman Epoche Realismus
Die Dämonen ist unter den Hauptwerken von Fjodor Dostojewski dasjenige, welches am stärksten an der Tagespolitik orientiert ist, am konkretesten auf reale Ereignisse und Personen Bezug nimmt. Zugleich handelt es sich um den am heftigsten umstrittenen seiner Romane.
Entstehung: Der Verfasser hatte zunächst ein Traktat unter dem Titel Die Atheisten geplant, in dem er mit den sozialistischen und anarchis-tischen Umtrieben abrechnen wollte, die sei-nerzeit die russische Gesellschaft erschütterten. Als unmittelbare Quelle dienten ihm Berichte der Boulevardpresse über das Verfahren gegen den Terroristen Netschajew, einen jungen Fanatiker, der 1869 einen Mitverschwörer ermordet hatte.
Inhalt: Anhand der Vorgänge in einer namenlosen russischen Provinzstadt wird das Bild einer aus den Fugen geratenen, gleichsam von bösen Geistern besessenen Welt entworfen. Der Autor porträtiert eine Gruppe von Revolutionären um den Nihilisten Pjotr Werchowenski und dem amoralischen, jenseits von Gut und Böse agierenden »Übermenschen« Nikolai Stawrogin. Der eine ermordet willkürlich den Studenten Schatow, weil von diesem angeblich Denunziation drohe, der andere – eine ebenso dämonische wie charismatische und darin für Dostojewski typische Figur – ist ein tief unglücklicher, am Verlust seines Glaubens leidender Ästhet, zugleich aber abscheulicher Verbrechen fähig: Er vergewaltigt ein elfjähriges Mädchen (das sich das Leben nimmt) und erlaubt, dass seine »aus Lust an der Qual« geheiratete, geistesschwache und hinkende Frau von Pjotr Werchowenski getötet wird. Der muss schließlich ins Ausland fliehen, Stawrogin erhängt sich mit einer Seidenschnur.
In der Person des ehemaligen Hochschuldozenten Stepan Werchowenski lässt Dostojewski einen typischen Vertreter des Liberalismus westlicher Prägung auftreten und zeigt, wohin dieser seiner Meinung nach geführt hat: Gutmütiger Idealist und sympathischer Mensch, ist der alte Werchowenski doch zugleich der Vater des Ungeheuers Pjotr und der Erzieher Stawrogins. In derselben Tradition steht der schöngeistige Schreiberling Karmasinow, welcher sich in idyllischen Beschreibungen wie »Eine Nixe flötet im Gebüsch, Gluck spielt im Schilf Geige« ergeht – und eine gehässige Karikatur des mit Dostojewski zerstrittenen Iwan R Turgenjew darstellt, der ihm diesen Karmasinow sehr übel genommen hat.
Struktur: Das bemerkenswerteste Strukturmerkmal der Dämonen ist der von Dostojewski eingesetzte anonyme Ich-Erzähler, eine Art Biedermann, welcher die Geschichte nicht immer zuverlässig sowie bisweilen parteiisch wiedergibt. Indem er sich bemüht, das Gewirr von Intrigen in seiner Stadt zu durchschauen, wird die düstere Situation dem Leser erst Schritt für Schritt zugänglich. Dieser Kunstgriff bewirkt eine gewisse Unübersichtlichkeit der Handlung, gleichzeitig aber bezieht sie gerade von hier aus besondere Eindringlichkeit und Dynamik.
Wirkung: Die Urteile über diesen Roman sind ausgesprochen widersprüchlich. Während Die Dämonen den einen als chaotisches Durcheinander und als plattes ideologisches Pamphlet gilt, halten andere den Text für das künstlerisch vollkommenste Werk Dostojewskis, ja sogar – obwohl er fast ausschließlich politisch gewirkt hat – für den ersten surrealistischen Roman der Weltliteratur. Die sowjetische Kritik hatte es mit diesem russischen Klassiker und seiner antisozialistischen Tendenz nicht leicht; er wurde bis 1957 unterdrückt. Lenin (1870–1924) meinte, Die Dämonen sei »genial, aber widerwärtig«. Im Westen ließen sich Joseph R Conrad und Heimito von R Doderer, vor allem aber Albert R Camus, der 1959 eine Bühnenfassung schrieb, durch das Werk inspirieren. N. S.

Kurzbeschreibung

Anhand der Vorgänge in einer namenlosen russischen Provinzstadt wird das Bild einer aus den Fugen geratenen, gleichsam von bösen Geistern besessenen Welt entworfen. Der Autor porträtiert eine Gruppe von Revolutionären um den Nihilisten Pjotr Werchowenski und dem amoralischen, jenseits von Gut und Böse agierenden >>Übermenschen<< Nikolai Stawrogin. Der eine ermordet willkürlich den Studenten Schatow, weil von diesem angeblich Denunziation drohe, der andere - eine ebenso dämonische wie charismatische und darin für Dostojewski typische Figur - ist ein tief unglücklicher, am Verlust seines Glaubens leidender Ästhet, zugleich aber abscheulicher Verbrechen fähig: Er vergewaltigt ein elfjähriges Mädchen (das sich das Leben nimmt) und erlaubt, dass seine >>aus Lust an der Qual<< geheiratete, geistesschwache und hinkende Frau von Pjotr Werchowenski getötet wird. Der muss schliesslich ins Ausland fliehen, Stawrogin erhängt sich mit einer Seidenschnur. In der Person des ehemaligen Hochschuldozenten Stepan Werchowenski lässt Dostojewski einen typischen Vertreter des Liberalismus westlicher Prägung auftreten und zeigt, wohin dieser seiner Meinung nach geführt hat: Gutmütiger Idealist und sympathischer Mensch, ist der alte Werchowenski doch zugleich der Vater des Ungeheuers Pjotr und der Erzieher Stawrogins. In derselben Tradition steht der schöngeistige Schreiberling Karmasinow, welcher sich in idyllischen Beschreibungen wie >>Eine Nixe flötet im Gebüsch, Gluck spielt im Schilf Geige<< ergeht - und eine gehässige Karikatur des mit Dostojewski zerstrittenen Iwan R Turgenjew darstellt, der ihm diesen Karmasinow sehr übel genommen hat.

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Kundenrezensionen

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
DAS NOBEL-INSTITUT UND NORWEGISCHE BUCHCLUBS RIEFEN NAMHAFTE SCHRIFTSTELLER DER WELT AUF, DIE NACH IHRER MEINUNG 10 WICHTIGSTEN WERKE DER WELTLITERATUR ZU BENENNEN. DIESES WERK WAR EINES DER (AUS DIESEN LISTEN ERSTELLTEN) 100 WICHTIGSTEN BÜCHER DER LITERATURGESCHICHTE.

Der meines Erachtens beste, anspruchsvollste unter Dostojewskijs Romanen. Die Geschichte ist unglaublich komplex, mehrere Erzählstränge werden entworfen, ineinander verdrillt und am Ende meisterlich zusammengeführt. Die Lektüre erfordert große Aufmerksamkeit – wichtig dabei zu wissen, dass alle in der Geschichte auftauchenden Charaktere entweder a.) mit Ihrem Vornamen, b.) Ihrem Nachnamen oder c.) Ihrem Spitz- bzw. Kosenamen auftauchen. Wer trotzdem durchhält und sich immer wieder vergewissert, welcher Protagonist gerade im Mittelpunkt steht, wer mit wem redet, verwandt ist und wer wen liebt, kennt, seinen Freund nennt, der wird ein Aha-Erlebnis haben, wie geschickt am Ende – die bereits erwähnten – Erzählstränge zusammengeführt werden. Dostojewskij zeigt sich hier als einer jener ganz wenigen großen Romanciers, die auch eine Geschichte über 500 und 800 Seiten „zusammenhalten“ können.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Mit meisterhaften Charakterbeschreibungen gelingt es Dostojewski, einen spannungsreichen Roman zu zelebrieren, der Liebesgeschichten, Mord und Totschlag und viel Philosophie beinhaltet. Mit faszinierender Genauigkeit beschreibt er das Wesen des Kommunismus der russischen Spielart, wie er in der UDSSR zur Verwirklichung gelang. Eingebettet ist diese Kritik an der Theorie des Sozialismus (der nicht einheitlich dargestellt wird, sondern durch mehrere Charaktere in verschiedenen Spielarten vorgestellt wird - man merkt, das Dostojewski selbst auf Kongressen als Beobachter war, auf denen sozialistische Wortführer auftraten) und die bei Dostojewski allgegenwärtige Frage nach der Existenz eines Gottes in einen Kriminalfall, der tatsächlich geschehen ist. Zugleich gibt es Liebesverwirrungen, die Menschen um den Verstand bringen. Für jeden also was dabei, ohne das das Einzelne aus der Gesamtgeschichte herausfällt.

Wer diesen Roman liest, kommt nciht von ihm los, wird zum Nachdenken angeregt und kann sein eigenes Mitteilungsbedürfnis nur schwer im Zaum halten.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Harte Arbeit 12. März 2010
Von Bill Asch
Format:Taschenbuch
929 Seiten schwierigen Lesens liegen hinter mir. Geschafft - habe ich gedacht, als ich das Buch zugeklappt habe. Denn ich empfand es durchaus als ganzes Stück Arbeit.
Dostojewski zeigt uns das vorrevolutionäre Russland auf. Dabei verknüpft er die Schicksale vieler in einer namenlosen Kleinstadt Russland lebender Menschen.
Es war schwer, immer den Faden zu behalten. Zum einen weil diese Menschen mit Vor-, Nach- Mittel- und verschiedenen Kosenamen angesprochen werden, da hilft auch nicht immer das Personenregister, das es glücklicherweise gab.
Zum anderen blieben mir von einigen Handelnden Personen auch die Beweggründe letztlich fern (Stawrogin zum Beispiel). Durch zahlreiche parallel geführte Handlungsstränge und teilweise sich sehr im Detail verlierende Episoden, blieb es zusätzlich schwer, "dabei" zu bleiben und dem Geschehen immer aufmerksam zu folgen. Auch mit dem anonymen Erzähler wurde ich nicht ganz warm. Woher hatte er nur all die Details? Das war teilweise unglaubwürdig.
Nichts desto trotz schafft Dostojewski es, einen in das ausklingende zaristische Russland zu entführen, die Anfänge einer Diktatur und aller damit verbundenen negativen Elemente (Denunziation, Anpassung bis zu Selbstaufgabe, Mord) aufzufächern und über 900 Seiten hinweg eine in sich logische und geschlossene Geschichte zu erzählen. Nicht zuletzt besticht natürlich seine Sprachgewalt.

Allerdings habe ich vor einigen Jahren "Die Sanfte" vom ihm gelesen und da hat er mir noch besser gefallen. Mein letzter Dostojewski wird es aber sicher nicht gewesen sein.
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Dostojewskis Bild des "Übermenschen"
Beim 2. Lesen ist der Anfang der Handlung nicht mehr ganz so verwirrend, als beim 1. Mal, büßt jedoch fast nichts von seiner excellenten Spannung ein. Lesen Sie weiter...
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