Die Autoren stellen mit der Communications Scorecard nicht nur ein Instrument vor, das die in vielen Unternehmen eingeführte Balances Scorecard ergänzen soll, sondern ein unternehmenspolitisches Führungsprinzip. Der Anspruch, Kommunikation zum wahren Führungsprozess weiterzuentwickeln, ist damit sehr hoch.
Die Frage stellt sich, wer sollte das Buch deshalb lesen? Und ist es dann auch zielgruppengerecht geschrieben? Natürlich alle Kommunikationsverantwortlichen, und es macht Sinn. Doch hier ist Ausdauer gefragt die systematische Beschreibung zu verinnerlichen, um sie dann selber anwenden/ausprobieren zu wollen. Oder Unternehmensleiter. Hier sind die neuen Perspektiven und Ideen wie beispielsweise die Rolle des Chief Communications Officers interessante Punkte, die der eine oder andere aufgreifen mag. Das brächte die Diskussion der übergreifenden Fragestellung entsprechend voran.
Wenn eine andere Zielsetzung ist, den Stellenwert der Kommunikation in Organisationen weiterzuentwickeln und praktische Verbesserungen zu erzielen, dann ist das vorliegende Werk sehr hilfreich. Doch auch hier gilt: Diejenigen, die schon dabei unterwegs sind, Kommunikation als werttreibenden Faktor einzusetzen und auch zu messen, fühlen sich bestätigt. Ungleich schwieriger ist es, die kritischen Geister aus den eigenen (Kommunikations-) Reihen dazu zu bewegen. Und diejenigen wie zum Beispiel die Controller am konstruktiven Gestaltungsprozeß zu beteiligen, die die Versachlichung der Materie Kommunikation fordern. Wer sich dabei angesprochen fühlt, sollte sich einlesen.
Insgesamt bietet das Buch für jeden etwas - den PR-Manager, den Controller, und auch den Unternehmensleiter. Doch die Gratwanderung zwischen Fachbuch mit wissenschaftlichen Anspruch und praxisorientiertem Handbuch fällt nicht immer leicht. Für die Weiterentwicklung und Professionalisierung der Kommunikation verdient das Buch eine breite Leserschaft, die allerdings das entsprechende Interesse mitbringen muss. Eine Neuauflage dieses Buches sollte noch etwas mehr Kick und Visionen vermitteln, als auch umsetzungsrelevanter geschrieben sein. Sozusagen von PR'lern für PR'ler und Manager. Das Thema hat das Potenzial.