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Die Menschheit neigt zum Wahnsinn und zur Leichtgläubigkeit, 30. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Clerkenwell-Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Wir schreiben das Jahr 1399, in England steigert sich zur Jahrhundertwende wieder einmal die Hysterie. Weltuntergangspropheten haben Hochkonjunktur und geheime Verbünde versuchen aus dem Umstand der Zwistigkeiten zwischen Richard II und Heinrich Bollingbroke politisches Kapital zu schlagen - der Aberglaube regiert das Land und treibt zuweilen kuriose Stilblüten. Peter Ackroyd beschreibt hier in „Die Clerkenwell Erzählungen" ein echtes und reales Drama des Mittelalters, mit allen schändlichen Inhalten.
Die Menschheit neigt zum Wahnsinn und zur Leichtgläubigkeit, so scheint es, wenn man den historischen Roman von Peter Ackroyd „Die Clerkenwell - Erzählungen", in einer Übersetzung aus dem Englischen von Eva L. Wahser, liest. Ablaßhandel, Reliquien, Intrigen, politische Ränkespiele und Sexeskapaden sind an der Tagesordnung.
Zwischen allen diesen Verdammten spielt sich zudem noch der Kleinkrieg unter den Vorherbestimmten und der Gruppe Dominus ab und dann wäre da ja noch die Nonne Clarissa, die allgemein hin als ein wenig verrückt gilt und beständig den Weltuntergang vorhersagt. Doch was steckt hinter der angeblich prophetischen Gabe der Nonne Clarissa - politisches Kalkül oder nur Wahnsinn oder etwa doch echte Frömmigkeit und Verbundenheit zu Gott?
Der historische Roman von Peter Ackroyd „Die Clerkenwell - Erzählungen" ist zwar ein wenig schwierig zu lesen, dies kommt durch die umständliche Sprache und Ausdrucksweise des Mittelalters zustande, dennoch fasziniert gerade diese umständliche Ausdrucksweise und zeigt auf, wie kompliziert die Denkstruktur bereist im Mittalter war.
Morde kamen häufig vor und man mußte sich allenthalben immer wieder untereinander versichern, wie gottgläubig man doch war und wie Bibelfest und dennoch Intrigen - am laufenden Bande und überall.
Der geschichtliche Kontext des Romans hat eine eigenartige Wirkung, vielfach glaubt man, die heutige Zeit wiederzuerkennen in Ihren Beteuerungen, Ränkespielen und politischen wie auch ideologischen Themen. Nur den Weltuntergang, den haben wir mit der Jahrtausendwende nicht erlebt.
Ein Buch für echte Fans des Mittelalters, die auch sprachlich an dem Geschehen teilhaben wollen. Ein buntes und teils verrücktes Kaleidoskop an bekanntem und weniger bekannten Auswüchsen der gottesfürchtigen Gemeinschaft des Jahres 1399 in England.
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