Ich lese den Autor jetzt seit Jahren, angefangen mit 1sten Covenant Zyklus bis hin zum Amnion Zyklus(SF). Donaldson kommt manchmal sperrig daher, will heißen es fehlt das Stromlinienförmige in seinem Stil, das zwingt den Leser schon in der äußeren Form dazu die 'normale' Welt zu verlassen der Effekt ist m.E. vom Autor gewollt, das ganze Konstrukt ist schlichtweg genial, das was andere Klappentexte so blumig mit dem 'eintauchen in andere Welten' beschreiben aber zumeist nicht einhalten gelingt Donaldson tatsächlich, man kann für Stunden in seinen Welten versinken und wenn man dann auftaucht und ernsthaft reflektiert wird einem klar das der Autor auf JEDES aber auch wirklich jedes Detail achtet, der billige Fehler der bei den Vielschreibern besonders oft auftaucht sei es in einem plötzlichen Bruch des bisherigen Verhaltens oder dem weißen Kaninchen wenn sich der Autor in eine tote Ecke manöveriert hat in seinem Plot, das gibt es bei Donaldson schlichtweg nicht, im Gegenteil alle Rädchen fügen sich am Ende nahtlos zusammen, nichts bleibt unaufgelöst. Die Covenant Reihe ist im Prinzip so aufgebaut das man sowohl nach der 1sten Triologie fertig war und ebenso nach der 2ten und wenn dann die jeweils neue Triologie startet ist es doch die logische Fortsetzung des bisherigen, ich kenne außer Donaldson niemanden(eingeschlossen Tolkien) der derartig geniale Welten konstruiert(in der Grundidee vielleicht 'world of tiers(Welt der tausend Ebenen) und 'Flusswelt der Zeit' von P.J.Farmer aber Farmer verliert irgendwann immer den Faden und kann den genialen Beginn und die Versprechen am Ende nicht einlösen) das Wort schreiben ist zuwenig er komponiert und erschafft.Das kostet selbstverständlich eine Menge Zeit und so ist sein Ausstoß überhaupt nicht mit einem Martin oder Jordan zu vergleichen aber seine Qualität ist ungleich besser.
Für mich ist dieser Zyklus das unerreicht Beste was je einem Fantasy Autor geglückt ist, aber man muss zum Start um das beste Erleben zu dürfen, auf gar keinen Fall irgendwo dahinter beginnen.
Wenn andere so wie ich gleichermaßen SF und Fantasy Fan sind, lest Donaldsons Wagner Interpretation, den Amnion Zyklus unbedingt, der Unterschied wird in der SF noch deutlicher zu anderen Autoren, in der Fantasy fällt das Schlampen erheblich leichter als in der SF.
Die Covenant-Welt des Autors ist randvoll von seinen Schöpfungen und alle sind bis in Detail glaubhaft seien es meine geliebten Bluthüter, Lords, Sandgorgonen, Urböse, Wegwahrer , Ramen, Ranyhyn, Forsthüter, Wüteriche, Lord Foul und sein Bruder der Schöpfer, alle haben Tiefe, unaufgelöste Widersprüche und Komplexität.
Abraten muss man denen die gerne nach einer 2-Seitigen Einführung des Helden und in der Folge den berühmten Absatz zur neuen Figur als gerade noch erträglich empfinden und lieber ungebremst loslegen wollen, bei Donaldson gibt es immer die duale Entwicklung, auf ihrem äußeren Weg verändern sich die Figuren in einem inneren Gleichschritt mit und dieser Prozess nimmt eine gehörige Menge Raum ein.
Möge Nom euch nie erwischen...