...würde Oli Kahn wohl sagen. Der ist ja auch bekannt dafür, sich nicht nach dem Mainestream zu richten. Vielleicht bin ich ja von dem Film noch ein wenig gefühlsbeduselt, aber Rezensionen zu Produkten, die so richtig schön die Zuschauer spalten sind halt eine ehrenvolle Aufgabe. C.S.Lewis, der die Chroniken von Narnia zwischen 1950 und 1956 schrieb hat das Fantasymärchen nicht neu erfunden. Er orientierte sich komplett an Sagen und Legenden, die es schon gab und konnte sich auch an Tolkiens Hobbits orientieren. Neue Wesen oder Erzählstrukturen brauchte er nicht zu erfinden. Das soll Lewis schriftstellerisches Werk allerdings in keinster Weise schmälern, denn seine Narnia Bände sind Fantasyliteratur vom Allerfeinsten.
Was die Verfilmung des Stoffs angeht, so verhält es sich ähnlich. Andrew Adamson brauchte nur die Augen aufmachen und sich das Beste aus bereits vorhandener Fantasyverfilmung anschauen. Die Ents aus dem Herrn der Ringe, die Ritterlichkeit der Artussage, den Charakter des gestiefelten Katers aus Shrek für seine Mäusearmee, ein bisschen Alice im Wunderland für die kleine Lucy, eine komplett adaptierete Wald-Jagdszene aus Star Wars auf dem Planten der Ewoks...und...und...und.
Jetzt höre ich schon wieder die Sitten- und Moralwächter der einzig wahren Fantasylehre aufheulen und erwarte, dass sie Plagiats- und Diebstahlsvorwürfe brüllend die Narnia Verfilmung in tausend Kritiker-Stückchen zerreißen. Aber warum? Keine der ach so großen Fantasylegenden ist eigenständig. Alle ziehen ihren Kern aus alten Mythen und Legenden, die so verwoben sind, dass ohnehin niemand mehr weiß, woher sie stammen. Jetzt aber zur Story:
Wir kennen das Kleeblatt Susan, Lucy, Peter und Edmond Pevensie ja noch aus Teil 1 der Narnia Chroniken. Haben sie seinerzeit Narnia verlassen, so müssen sie diesmal wiederkehren. Prinz Kaspian soll von seinem Stiefvater, dem bösen König Miraz, ermordet werden. Er flieht und bläst im Angesicht einer tödlichen Gefahr in Susans Horn. Das führt dazu, dass die Kinder Pevensie aus der Gegenwart nach Narnia zurückkatapultiert werden. Sie müssen feststellen, dass in Narnia über ein Jahrtausend vergangen ist und das Reich Narnia von den Telmarern zerstört wurde. Deren grausamer König Miraz will auch die letzten Geschöpfe Narnias töten. Als sein Stiefsohn Kaspian vor ihm fliehen muss, erkennt dieser, dass es noch immer Zwerge, Zentauren, sprechende Tiere und Faune gibt, und dass nur diese Wesen ihn vor dem Tod retten können. Mit Hilfe der zurückgekehrten Könige von Narnia versucht Kaspian den Thron zu erobern. Aber der Angriff auf Miraz endet für viele Narnianer tödlich. Als es auf die entscheidende Schlacht zugeht, weiß Lucy, dass nur einer helfen kann Narnia zu retten: Aslan. Den Löwen zu finden und mit ihm die Macht der Naturkräfte nach Narnia zurückzuholen, das ist Lucys Aufgabe. Sollte sie dabei scheitern, wird Narnia für alle Zeiten sterben. Aber der Weg zu Aslan ist weit und verworren. Auf ihm warten der Tod, die unbarmherzige Eiskönigin und der Zweifel der Geschöpfe Narnias an der eigenen Stärke.
Schlussendlich hat sich Andrew Adamson, wie schon oben erwähnt, genretechnisch quer Beet durch die Fantasyverfilmungen der letzten Jahrzehnte gewühlt. Aber er hat das verdammt gut gemacht. Narnia ist nicht Herr der Ringe, Eragon oder die Artussage. Es ist ein eigenständiger Stoff, der sich aus einem Pool von Sagen und Legenden bedient, aus dem alle Fantasyschaffenden schöpfen. Die Narnia Sage ist in jedem Fall(das gilt für Teil 1 und 2) hervorragend verfilmt worden. Sie ist unterhaltsam, kurzweilig, spannend, großartig animiert und lebendig. Dabei in den Haupt- und Nebenrollen hochwertig besetzt; als Beispiel will ich nur Sergio Castellitto und Peter Dinklage nennen. Das kann man weiß Gott nicht von allen Fantasyverfilmungen behaupten.
Und wenn der Rest der Kritiker dann ankommt und mault und schimpft, dann müsst ihr mal wieder selbst entscheiden und euch den Film einfach anschauen. Sollte er euch gefallen, haltet es mit Oli Kahn: Freut euch, ballt die Fäuste mit den Worten: Weiter, weiter...immer weiter und hofft auf einen dritten Teil(natürlich in der gleichen Qualität wie die Vorgänger).