Der dritte Band der Chronik des Raben ist für mich der bisher eindrucksvollste. Bisher habe ich alle Bände sehr schnell gelesen aber dieser hat bei mir gerade mal einen Tag gehalten. Er ist so spannend und athmosphärisch dicht geschrieben, daß es mir schon schwer gefallen ist, das Buch überhaupt wegzulegen. Die Kämpfe sind äußerst spannend beschrieben und auch wenn die Beschreibung der Umgebung, der Landschaft und der einzelnen Charaktere sicherlich nicht so ausführlich ist, wie bei vielen anderen Fantasybüchern (vielleicht ist auch gerade dieser Umstand es, der das Lesen sehr vereinfacht...) beginnen die Charaktere sich im Laufe dieses Bandes immer stärker zu differenzieren. Hirad kommt dabei eine besondere Rolle zu, die alles bisher dagewesene in Balaia auf den Kopf stellt. Insgesamt ist dieser Band wie auch seine Vorgänger sicherlich gut für Fantasy-Einsteiger geeignet oder für Fantasy-Leser, die der ausführlichen Beschreibungen ala Robert Jordan überdrüssig sind und sich nicht ganze Bände ohne Handlung "antun" möchten (hiermit soll die Genialität von Wheel of Time keineswegs in Frage gestellt werden!).
Ab hier werde ich auch über Inhalte schreiben, so daß jeder, der sich die Spannung erhalten will nicht weiterlesen sollte.
Barclay gelingt es in diesem Band die früheren Andeutungen und kurzen Episoden, die sich mit den unterschiedlichen Dimensionen auseinandersetzen, in einen Kontext zu bringen. Während es in den ersten Bänden noch unklar ist, welche Bedeutung die unterschiedlichen Dimensionen besitzen, werden in diesem Band die Zusammenhänge zwischen den Dimensionen erklärt. Dazu wird ein Überblick über die Dimension der Drachen um Sha-Kaan gegeben und deren Kampf ums Überleben geschildert, der enger mit dem Schicksal Balaias zusammenhängt, als bis zu diesem Band gedacht. Zudem werden die Auswirkungen, die die Wirkung des Spruchs Dawnthief auf diese Dimensionen haben, von Barclay beschrieben, die auch die Grundlage für die neue Aufgabe des Raben sind. Besonders gut gelingt es Barclay in diesem Band die Allmacht der Magier, die völlig von sich überzeugt sind, zu relativieren und zu zeigen, daß das lückenhafte Wissen der Magier Balaia vielleicht tiefer als je zuvor ins Unglück stürzt.