Der Blutkönig...
Nachdem sein böser Halbbruder Jared den Thron an sich gerissen hat, muss Tris flüchten, doch der feige Mord an seiner Familie lässt ihm keine Ruhe und er arbeitet darauf hin, Jared zu stürzen. Doch er muss sich beeilen, denn der grausame Magier Arontala will beim kommenden Hagedornmond den Obsidiankönig, einen der mächtigsten Schwarzmagier aller Zeiten, befreien - und dann ist der Sieg der Finsternis unvermeidbar.
Nach Monaten des Trainings und der Vorbereitung tritt Tris gegen seine beiden Widersacher an - in der Nacht des Hagedornmondes....
Stärker als der erste Teil, wird hier die Geschichte von Tris weitererzählt. Er muss lernen, seine Macht zu beherrschen, während seine Gefährten den Widerstand in Margolan aufbauen.
Nach dem ersten Teil, in dem die (damals noch recht klischeebehafteten) Charaktere vorgestellt wurden, geht es nun mehr in die Tiefe. Die Hintergründe der Personen werden erzählt und die Länder der Winterkönigreiche lebhaft beschrieben. Vor allem die Aufwieglung der Massen gegen Jared zum Hagedornmondfest ist sehr gut gelungen. Einige originelle Szenen runden den soliden Grundbau ab.
Streckenweise nicht so gut ausgefallen ist die Beschreibung von Jareds Bluttaten, da etwa das halbe Buch nur von Jareds Grausamkeiten berichtet wird, bis man sich fragt, wie ein einziger Sterblicher so viel Schaden in so kurzer Zeit anrichten kann - und es noch zu keiner Rebellion kam. Zudem wird immer und immer wieder Tris unzureichende Magiekontrolle beschrieben, die das Ganze mit der Zeit lächerlich wirken lässt. Und dass eine ganze Zitadelle der Schwesternschaft gegen einen Einzigen von Arontalas Magiern scheitert, lässt sehr an der Kompetenz der Hexen zweifeln...
Der eigentliche "Held" dieser Geschichte ist übrigens die Heilerin Carina, die dauernd damit beschäftigt ist, irgendwelche Todverletze wieder zusammenzuflicken.
Auch wirkt die Geschichte manchmal zu glatt und einige gefährliche Situationen lösen sich schließlich komplett in Wohlgefallen auf.
Fazit: Ich habe zwischen drei und vier Punkten geschwankt, aber ich kann guten Gewissens dann doch die 80 % (4/5) Bewertung geben.
Für den geringen Preis lassen sich auch schlechtere Bücher kaufen. Es ist kein Pflichtkauf, aber die zum Lesen eingesetzte Zeit ist nicht vergeudet.