Ich bin bei allen bisherigen 5 Bänden mit einem gemischten Gefühl von den Bänden aufgestanden, und weis immer noch nicht was ich von ihnen halten soll. Ich muss sagen, Hohlbein gelingt es sehr gut Dinge zu beschreiben, er beweist mit jedem Buch das er sicherlich ein sehr wortgewandter und bildhafter Autor ist, Qualitäten die ihn sehr hervorheben, und die Chronik ist sicherlich ein weiterer Beweis dafür, das er das wirklich drauf hat.
Leider offenbart die Chronik auch etwas was er offensichtlich nicht drauf hat. Originell zu sein. Die Chronik ist eine wirklich interessante Idee, sie hat vieles was mich anspricht, einen gut ausgebauten Helden, einen tollen "Nebendarsteller" in Form Abu Dun's eine erfrischend neue Art das Thema Vampir anzugehen.
Aber warum, muss ich mir immer wieder denken, wiederholt er sich ständig. Wie wenn ihm die Ideen seit dem ersten Band ausgegangen wären, wiederholt sich ständig ein Muster von Verrat durch Personen denen der Held vertraute, ein Muster wo man anfangs schon das Ende weis, da Hohlbein den Leser in From Andrej's Ahnungen nahezu das kommende auf dem Tablett präsentiert, wo er praktisch jeden Band den Held sterben lässt und im entscheidenden Moment immer doch noch die Rettung kommen lässt, nahezu immer sogar mit ähnlicher Wortwahl.
Ich habe den 5ten Band gelesen und kann zumindest sagen er ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem 4ten den ich einfach nur noch schlecht fand.
Seit 5 Bänden ist die Information die Andrej über sein Dasein und seine Art erhalten hat nahezu gleich null, er gerät wie ein Anfänger von einem Hinterhalt in den nächsten, man hat stellenweise das Gefühl das kein Mensch geschweige denn jemand mit der Erfahrung von fast 2 Leben so dumm sein kann, und Hohlbein lässt einen weiter mit geradezu null an Wissen die immer gleiche Story erleben, wie den Helden von Buch zu Buch hecheln in der Hoffnung endlich dann aber im nächsten Band etwas zu erfahren,über was und warum Andrej ist. Fast wie wenn er absichtlich nur Geld daraus machen wollte zieht Hohlbein die Story (vor allem im 4ten Band)wie ein Kaugummi ins unendliche und verstrickt sich in unlogische Handlungsstränge.
Nicht nur ist Andrej sich immer der Gefahr die auf ihn lauert bewusst und er geht JEDESMAL trotzdem in die Falle, nicht nur vergisst Hohlbein stellenweise was er in alten Büchern gesagt hat und lässt seine Charaktere "vergessen" das sie das eigentlich schon wissen, nein was mich fast am meisten entäuscht hat war, das man in diesem Band einen Vampir kennelernt, der weniger lange lebt als Andrej, der weniger "stark" ist aber viel viel mehr weis. Wie konnte Andrej in 100 Jahren nicht einmal lernen das er andere zum Vampir machen kann?
Alles in allem hinterlässt die Chronik bei mir einen faden Nachgeschmack, sie ist wirklich fesselnd und spannend erzählt (bis auf Band 4, der wirklich völlig unnötig war) Hohlbein glänzt durch eine Bildhaftigkeit das man sofort eintaucht, und immer mehr lesen will, aber leider schreckt man nach einiger Zeit stark zurück, weil sich scheinbar alles nur wieder und wieder auf immer gleiche Weise ereignet, man hat nahezu nie das Gefühl das Andrej wirklich mächtig oder erfahren ist, ständig verhält er sich dämlich, wird wieder und wieder besiegt, obwohl er laut Band 5 der beste lebende Schwertkämpfer der Welt ist, und das schlimmste, der Leser, durch Hohlbeins überzeichnete Beschreibungen, die geradezu plakativ das Kommende andeuten, informiert, weis meistens schon von Anfang an was geschehen wird, und ärgert sich deswegen umso mehr darüber, das der Protagonist es trotzdem macht.
Mephisto