Andrej und Abu Dun sind ENDLICH wieder unterwegs und dieses Mal hat es sie in den kalten Norden verschlagen. Lang war die Wartezeit der Fans, zumindest für diejenigen, die sich verkniffen haben, das achte Buch zu kaufen, da sie von negativen Rezensionen abgeschreckt wurden - so wie ich.
Die Erwartungen, die ich an das Buch gestellt habe, wurden erfüllt, allerdings auch nicht übertroffen, was ein wenig schade ist, da sie von vorn herein schon nicht allzu hoch angesiedelt waren.
Wieder einmal bekommen die beiden Unsterblichen es mit unerklärlichen Mächten zu tun, doch bei Andrej macht sich schon sehr schnell die Vermutung breit, dass es sich dabei nur erneut um Wesen ihrer Art handelt, die jedoch weitaus machtvoller und älter zu sein scheinen. Sie werden in einen Kampf zwischen dem Volk der Nordmänner und ihrer Götter verstrickt und es ist nicht zuletzt die Liebe zu einer Frau, die Andrej letztendlich zu seiner Entscheidung, den Menschen in ihrem Kampf beizustehen, verhilft. Das Buch bietet meiner Meinung nicht wirklich etwas Neues, denn soweit ich mich erinnere, hatten es die beiden schon öfter einmal mit "falschen" Göttern zu tun.
Allerdings ist das Buch ganz nach Hohlbeinmanier spannend geschrieben und wer ein Fan der beiden Hauptprotagonisten ist - so wie ich - der wird seinen Spaß und sein Lesevergnügen an "Das Dämonenschiff" haben und auch über die schlechte Lektorenarbeit und den einen oder anderen Logikfehler hinweg sehen können.
Den Titel finde ich jedoch ein wenig unglücklich gewählt, denn das Dämonenschiff hat meiner Meinung nach nur eine sehr untergeordnete Rolle, wenngleich sich dort zugegebenermaßen gewisse Schicksalsschläge ansammeln, die Andrej immer wieder gerne in seine bereits gut bekannten Täler der Trauer und der Qual hinabstoßen.
Des Weiteren habe ich zu bemängeln, dass ich mit der weiblichen Hauptrolle - wie mit allen in dieser Serie bereits vorausgegangenen - nie wirklich warm werden konnte. Hohlbeins Versuch, aus ihr eine starke, unabhängige und für die damalige Zeit vermutlich ausgesprochen selbstsichere junge Frau zu machen, geht gehörig nach hinten los und nicht selten möchte ich sie für ihr kindisches, patziges und - in meinen Augen auch - sehr dummes Verhalten gehörig verprügeln. Ebenso wie Andrej, nebenbei bemerkt, der einmal mehr zu einem Idioten mutiert, wenn es um Frauen geht. Wäre da nicht Abu Dun, der ihn immer wieder gerne auf den Boden der Realität zurück holt und ihn darauf hinweist, seine Logik wieder einzuschalten, wäre vermutlich Hopfen und Malz verloren. Deswegen - und das mag für diejenigen, die das Buch bereits gelesen haben, ein wenig kaltschnäuzig klingen - hat mich das Ende des Buches in gewisser Weise sehr zufrieden gestellt.
Bestimmte Dinge sollen im Andrej-Abu-Dun-Vampyr-Universum einfach nicht sein - und das ist auch gut so.
Abschließend bleibt noch zu bemerken, dass ich mir wohl auch das Zehnte und sämtliche Folgebücher kaufen werde (wann immer sie erscheinen mögen) und dass sich meine drei vergebenen Punkt schlichtweg dadurch ergeben, dass das Buch ebenso wie seine Vorgänger gute Unterhaltung bietet, allerdings nur denjeningen, die dem Hohlbeinstil nach wie vor etwas abzugewinnen haben oder schlichtweg Fan der Serie sind. Denjeningen, die sich auf der Suche nach tatsächlich anspruchsvoller Fantasyliteratur befinden, würde ich von diesem Buch eher abraten.