Irgendwann im 15. Jahrhundert, irgendwo in Siebenbürgen, nähert sich Andrey Delany mit gemischten Gefühlen seinem Heimatdorf...würde man ihn erneut verteiben oder ihn willkommen heißen...das heißt...vorausgesetzt man erkennt ihn überhaupt, schließlich hatten er und seine Familie 1. Grades, außer seinem Ältesten Sohn der noch im Ort lebt ?!, sich jahrelang von allen Menschen soweit ferngehalten wie nur möglich,doch nun...seit sie alle tot sind...niedergestreckt von Krankheit oder seltsamen Attentaten zieht ihn etwas zurück zu seinem Geburtsort.
Als er sich dem Ort nähert...wird ihm klar, daß weder seine Hoffnungen, noch seine Befürchtungen erfüllt werden...denn...der Ort ist geplündert und außer einem sterbenden Folteropfer und einen Hirtenjungen sind die Dorfbewohner tot oder verschleppt.
Andrey entschließt sich die Verschleppten zu finden und damit beginnt eine abenteuerliche Reise quer durch die Welt die Andrey Delany lehrt das nur wenig so ist wie es scheint...einschließlich seiner selbst.
Band 1-3,
bilden eine Art geschlossene Triologie deren fortlaufende Haupthandlungstränge Andreys Suche nach den Verschleppten, seine abschließende "Transformation" zu einem (Highlander-Daywalker-)Vampyr mit Menschlichkeit&Moral und "den Fall" eines anderen zu einem zunehmend triebgesteuerten Vampyr schildern.
Obwohl der Einstieg etwas zäh ist und sich bald kleine Ungereimtheiten(mal sind es um die 50, mal 100 Verschleppte, etc...) im Detail zeigen, sorgen der flüssig zu lesende Schreibstil und das, dem zähen Einstieg folgende, stete voranschreiten von Geschichte und Charakterentwicklung für angenehmen Lesespaß.
Diese ersten 3. Bände würde ich daher als Triologie jedem empfehlen, der sich mit dem Thema Vampire anfreuden kann, ohne sich an einer gewissen Kampflastigkeit betr. heroischer Kämpfe und der nicht ganz gelungenen Verschmelzung von Highlander&Daywalker&klassicher-Vampirmythos mit pseudohistorischen Roman zu stören.
Band 4-13
Band 4 bildet den Einstieg in die Bände der "Vampyra ex Machina", einer Reihe von Bänden die KEINEN! echten fortlaufenden Handlungsstrang besitzen und sehr loose miteinander verknüpft sind...dafür aber eine umso austauschbarere Handlung haben.
-Andrey und sein Gefährte treffen auf "sonderbare" Menschen und/oder eine mysteriöse Begebenheit
-ihre übernatürlichen, unfehlbaren Vampirsinne sagen ihnen, fälschlicherweise, "das ist alles natürlich"
-obwohl sie mit ihren unfehlbaren Sinnen immer wieder gravierend falsch liegen...wird diese Wahrnehmung, zumeist,
als unfehlbare Wahrheit angenommen und, der Handlung der vorherigen Bänden zum Hohn, damit begründet das diese
Sinne ja bisher unfehlbar gewesen seien
-entsprechend groß ist die Überraschung des Leser wenn sich zum 3mal+ die Einschätzung als grob falsch erweist
-es offenbart sich ein Feind der (bitte 2+ ankreuzen) unendlich viel älter(im Sinne des Vampirmythos), schneller,
kampferfahrener, stärker, robuster, verletzungsresistenter, verschlagener, intelligenter,etc...ist
-dieser Feind ist hoffnungslos überlegen und "tritt" den Helden über viele Seiten ständig in den Hintern
-eine mysteriöse Vergiftung/Krankheit/Schwäche/tödliche Verletzung/etc...betrifft einen der Gefährten welche ihm
zeitweise seiner vampirischen Kräfte oder zumindest des größten Teils beraubt...es wird beschrieben wie entsetzt
der Betroffene ist, da dieser als Vampyr ja noch nie krank (außer in den vorherigen Bänden, so schwer
verletzt(außer in den vorherigen Bänden),etc...war
-obwohl man jetzt dem mysteriösen, unendlichen mächtigeren Feind erst recht unterlegen ist...siegt man dann gegen
Ende des Buches ,überraschen und unerwartet, in reltaiv wenigen Zeilen
-entfesselt dabei fast immer DEN VAMPYR, die tierhafte Seite der Unsterblichkeit oder bemüht sich ihn nicht zu
entfesseln
-kämpft dann, siegreich, einen Kampf des Willens der unendlich(das Wort liebt der Autor :) viel schwieriger ist,
als der gerade überstandene Kampf
-im nächsten Band treffen Anrey und sein Gefährte dann auf sonderbare Menschen...
im besonderen Maße seltsam(weil sprunghaft, der internen Logik nicht folgend) sind
-nicht nachvollziehbare Brüche im Charakter der Akteure
-seltsame Sprünge in der Darstellung des vampirischen "Lebenskraftentzugs"(und der anderen Fähigkeiten)
welche vom klassischen Blutsaugen bis zur präzisen, Massenvernichtungs-Mittelstreckenwaffe reichen, wobei mit
letzerer bei beliebig vielen Zielen, im Radius mehrerer Meter, gleichzeitig die Lebenskraft entzogen wird.
Die Beschreibung der "Dinge die da Möglich" sind schwankt von Roman zu Roman
-seltsame Sprünge bei den "zulässigen Zielen"
mal kann nur anderen Unsterblichen Lebenskraft entzogen werden, dann mal jedem Menschen den man unmittelbar
getötet hat, dann mal jederzeit/jedem Lebewesen, dann mal...
-unzutreffende Bezugnahme auf Ereignisse früherer Bände
-die aufgesetzt wirkende, exponentiale Steigerung der "Gegnermacht"
anderer Vampir->mehr/mächtigere Vampir(e)/Mythische Wesen ->noch mehr/noch mächtigere Vampir(e)/Mythische
Wesen->... antike Götter...mehr/mächtigere G:)
Zeitweise gewinnt man wirklich den Eindruck, daß die Chronik ab dem 4. Band von verschiedenen Autoren/Co-Autoren geschrieben wurde...welche aber jeweils nur eine grobe Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse/der internen Romanlogik erhalten haben.
Trotz, oder evtl. gerade wegen, dieser Ungereimtheiten kann die "Vampyra ex Machina" unterhaltsamen Lesespaß für jene bieten welche die Bände ohne "weinendes Auge" als eher seichte Parodie der Vampirfantsy sehen können oder grundsätzliche eher kurzweilige Unterhaltung mit anschaulichen Kampfbeschreibungen suchen.
Wer jedoch nach nach einer tiefgängigen Geschichte und abgerundeten/glaubhaften Charakteren sucht, eine weitgehend geschlossene, über die Bände fortlaufende Geschichte oder nur Fantasy im Sinne des "klassischen" Vampirmythos erwartet...sollte sich den Kauf sehr sorgfältig überlegen.