Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Chinesische Mauer gilt als das bedeutendste und größte Bauwerk unserer Erde. Denn: Mit 6.000 Kilometern Länge und bis zu 16 Metern Höhe kann man kann sie sogar vom Mond aus sehen. Aus Stein, Erde, Lehm und Holz gebaut, spiegelt das Bollwerk die turbulente Geschichte Chinas zu seinen nördlichen Nachbarn wieder, denn die von Millionen von Arbeitern errichtete Mauer war nicht nur als Schutz vor Feinden zu verstehen, sondern auch als Abgrenzung der Ackerbau betreibenden Bevölkerung von der umherziehenden, nomadischen Hirtenkulturen der Steppe.
Der gigantische, exklusive Bildband Die chinesische Mauer aus dem Hirmer Verlag präsentiert erstmals in einer deutschen Publikation die Geschichte der "Großen Mauer", eingebettet in einen Text mit literarischen, über Jahrhunderte überlieferten Zeugnissen, die ein packendes Porträt der damaligen Landschaft und ihrer Menschen geben. Qualitativ hochwertige Farbaufnahmen beschwören durch einfühlsam fotografierte Kunstwerke aus mehr als zwei Jahrtausenden -- darunter Grabfiguren, Malereien und buddhistische Kunst -- die Vergangenheit und lassen sie lebendig werden. Eingestreute Zeichnungen, kalligraphische Feinheiten und Gedichte runden diese in jeder Hinsicht gelungene bibliophile Kostbarkeit ab. --Katja Klenk
Neue Zürcher Zeitung
Vor und hinter der Mauer
Bunte Bildbände über das «Reich der Mitte» sind Legion in unseren Buchhandlungen und Antiquariaten. Brauchen wir also noch einen weiteren? Es kommt darauf an. Nimmt man das opulente Buch «Die Chinesische Mauer» zur Hand, gewinnt man schnell den Eindruck, hier mal einen neuen Blick auf das viel bestaunte Weltwunder werfen zu können, dessen Anfänge in das 4. Jahrhundert vor Christus zurückreichen. Dankenswerterweise repetieren die Autoren nicht die vielfach kolportierte Mär vom einzigen Bauwerk auf Erden, das auch vom Mond aus sichtbar sei, sondern konzentrieren sich auf das, was hienieden zu sehen ist und das ist interessant genug. Farbfotos der Mauer zu allen Jahreszeiten, aus allen Blickwinkeln und Provinzen, durch die sich das Bauwerk von West nach Ost schlängelt, in den verschiedensten Stadien des Verfalls, werden ergänzt durch eindrucksvolle Porträtaufnahmen von Angehörigen der Nomadenvölker, die wie zu Zeiten des ersten Mauerbaus die westlichen und nördlichen Regionen der heutigen Volksrepublik China bevölkern. Eine weitere Dimension erschliessen die korrespondierend zu den Fotos und zum sachkundigen Text eingefügten Abbildungen z. B. von Stein- und Tonfiguren aus der Wei- bis zur Tang-Zeit, Grabbeigaben, Steinabreibungen mit Jagd- und Kriegsszenen sowie religiöse und Alltagsdarstellungen aus den zahlreichen Höhlen und Klöstern beiderseits des Grenzwalls. So wird das Verständnis für die kulturhistorische Bedeutung des Gesamtkunstwerks Chinesische Mauer anschaulich vertieft.
Christiane Hammer