Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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74 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verwesende Leichen auf dem Lande, 26. Mai 2006
Es ist Simon Beckett zweifelsfrei gelungen, mit seinem Thriller ein hochgradig spannendes Buch zu präsentieren, das man kaum aus der Hand legen kann. Dabei bedient sich der Autor jedoch lediglich klassischer Spannungstechniken. Der Einbruch des Grauens in eine scheinbar heile Welt, die Verwandlung von sympathischen Charakteren in stinkende Leichen und letztlich auch das private Schicksal des introvertierten Arztes treiben den Leser von Seite zu Seite. Auch die Erzähltechnik aus der Rückschau heraus steigert die Spannung weiter, da David Hunter im Gegensatz zum Leser die Momente kennt und benennt, in denen jemand falsche Entscheidungen trifft, aber nicht den Grund dafür benennt. Etwas konstruiert wirkt einerseits die angehäufte Zahl äußerst drastischer Schicksalsschläge, die die einzelnen Hauptpersonen schon vor dem Einsetzen der Handlung erleiden mussten; andererseits fördert dies die Empathie bei uns Lesern und lässt uns mitfiebern.
Wer also einmal unausgeschlafen an seinem Arbeitsplatz erscheinen möchte, weil er / sie ein Buch nicht aus der Hand legen konnte, dem / der sei Simon Becketts "Die Chemie des Todes" unbedingt empfohlen. Es ist wirklich spannend bis zur letzten Seite!!
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eher Krimi als Thriller, 6. September 2008
Um kaum einen anderen Kriminalroman ist in den letzten Jahren wohl ein so großer Hype gemacht worden, wie um "Die Chemie des Todes" von Simon Beckett.
Große Beachtung hat das Buch wohl allein schon durch das wirklich gelungene Cover gefunden, wenngleich dieses, ebenso wie die Lobeshymnen anderer Autoren auf dem Klappentext, letztendlich mehr versprechen als der Inhalt am Ende wirklich halten kann, denn das Buch ist entgegen der Erwartungen vieler kein blutrünstiger, ekliger Thriller, sondern liest sich vielmehr wie der klassische britische Krimi.
Beckett baut eher ruhig und langsam die Spannung auf und nimmt sich viel Zeit, um die einzelnen Figuren, insbesondere den Ich-Erzähler, den forensischen Anthropologen David Hunter, sehr überzeugend und ohne die üblichen Klischees zu strapazieren, auszuarbeiten. Der kriminalistische Handlungsstrang beginnt erst um einiges später. Das dann im Verlauf des Buches kaum forensische Arbeit anfällt und diese nicht zur Lösung des Falls beiträgt, wird manch einer bemängeln, hat mich persönlich allerdings weniger gestört, da es Beckett nur dort einbringt, wo es die Story auch wirklich vorantreibt.
Diese liest sich flüssig und durchaus spannend, krankt aber an einigen sehr offensichtlichen Hinweisen, welche es besonders für Vielleser des Genres einfach machen, die Identität des Mörders zu entschlüsseln. Hier wäre vielleicht weniger mehr gewesen. Trotz dieser eindeutigen Fingerzeige bleibt der Plot aber unterhaltsam, was in erster Linie daran liegt, dass Becketts Manham, der Handlungsort des Buches, mithilfe der verschrobenen Bewohner toll in Szene gesetzt wird und der Leser die Stimmung im Dorf beinahe selbst mitfühlen kann. Das sich diese beklemmende, köchelnde Atmosphäre am Ende so sehr erhitzt, dass zu einer Art Hexenjagd aufgerufen wird, wirkt vor dem Hintergrund der heutigen Zeit jedoch etwas unglaubwürdig.
Insgesamt ist "Die Chemie des Todes" ein guter, streckenweise packender Kriminalroman, der, besonders aufgrund des interessanten Hauptprotagonisten, durchaus Lust auf mehr macht, die Vorschußlorbeeren größtenteils aber nicht verdient hat.
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33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Meisterwerk oder geschickt beworbenes Mittelmaß?, 11. Dezember 2007
Simon Beckett kann wohl getrost als so etwas wie ein Shootingstar im Bereich des Thrillers mit rechtsmedizinischen Bezügen bezeichnet werden.
Der Buchklappentext verspricht einen DER Romane des Jahres, Fachpresse und Leserschaft überschlagen sich vor Begeisterung über einen herausragenden Thriller, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt etc. pp.
Was ist letztlich dran an der positiven Presse und der nahezu ungeteilten Begeisterung allenorts?
Beckett betritt mit DIE CHEMIE DES TODES wahrlich kein literarisches Neuland. Dank solcher Besteller-Autoren wie Kathy Reichs oder auch Patricia Cornwell hat die mitunter recht morbide Faszination, die von rechtsmedizinischen Einblicken ausgeht, schon lange Einmarsch in den Mainstream-Thriller gehalten. Insofern dürfte es kaum noch einen Hund hinterm Ofen hervorlocken, wenn sich ein neuer Autor anschickt, uns mit Erkenntnissen über Leichenfaulstadien, Fliegenlarvenentwicklung und Obduktionen zu beglücken.
Hier kann also kaum das Geheimrezept für den großen Erfolg von Simon Beckett zu finden sein.
Auch in allen anderen Bereichen bietet DIE CHEMIE DES TODES eher gängige Thrillerkost, kommt der Romanerstling schließlich als klassischer Whodunnit daher, bei dem die Mitglieder einer dörflichen Gemeinschaft die bange Erkenntnis gewinnen müssen, dass ein in ihrer Gegend umgehender Frauenmörder aus den eigenen, zahlenmäßig begrenzten Reihen stammen muss.
Mit dem Wissen, auf irgendwelchen Seiten schon einmal dem Mörder begegnet zu sein, lässt sich wunderbar beim Verdächtigen und Mutmaßen mitmachen.
Aber auch das ist nichts, was nicht jeder leidlich gelungene Krimi zu bieten haben sollte.
Beckett schildert recht gut den Gegensatz von ländlicher Idylle und dem Einzug von Schrecken und Paranoia, den eine Mordserie in einem Dorf mit sich bringt.
Leider ergeht er sich hierbei auch in so gut wie jedem Klischee, das sich bei einer solchen Ausgangsbasis denken lässt.
Da ist der vernünftige, verwitwete Dorfarzt, noch immer traumatisiert vom Verlust seiner Familie, der im Dorf das Vergessen sucht und als Zugezogener als Außenseiter abgestempelt wird (klar, dass Dörfler für Leute, die von außen kommen, nichts als Misstrauen übrig haben).
Da ist der übereifrige Dorfgeistliche, der sich im Zuge der Mordserie ins Rampenlicht stellt und völlig unchristlich selbst inszeniert.
Da sind die üblichen Verdächtigen: Ein paar struntzdumme Wilderer, die zurückgezogen bei ihrer Ma am Rande des Dorfes ihr illegales Dasein fristen und rumstänkern, wo sie es nur können.
Da ist der bärige Raufbold des Dorfes, der in der Schänke (muss natürlich auch vorhanden sein, mitsamt eines brummeligen, aber ansonsten schwer korrekten Wirts) den Plaudertaschen und Großmäulern eins auf die Mütze gibt.
Oh, und der Kommissar, der die Mordserie bearbeitet, ist natürlich ein schlecht gelaunter Trenchcoatträger.
Haben wir etwas vergessen?
Wenn einem Neuling mit solch einem Roman der große Einstieg gelingt, zeigt dies vielleicht nur eines:
Dass das Genre des Rechtsmedizin-Thrillers immer noch uptodate ist und die Leute einfach per se begeistern kann, dass aber langsam alle Spielarten durchgearbeitet sind und nicht mehr sehr viel Raum übrig bleibt für wirklich Neues.
Was man da machen kann?
Nichts!
Höchstens eins: Sich mit einem Autor wie Simon Beckett freuen, dass man mit Dutzendware den großen Wurf hinkriegen kann!
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