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am 30. Januar 2015
Merle Hilbk erzählt von einer äußerst vielfältigen Welt, die nur durch die Klammern "russisch" und "in Deutschland" zusammengehalten wird. Dreieinhalb Millionen Russen - dazu gehören Russlanddeutsche, russische Juden und russische Arbeitsmigranten - sind nach dem Krieg und vor allem nach dem Fall der Mauer nach Deutschland eingewandert. Dreieinhalb Millionen, das sind fast 5 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Das hat mich umso mehr überrascht, als ich in meinem Umfeld - es mag an der Stadt liegen, in der ich lebe - kaum Russen kenne oder treffe.

Sehr zugute kommt der Autorin und damit auch der Leserin und dem Leser, daß sie erstens sehr gut russisch spricht und auch schon mehrfach in Rußland war und sie zweitens nebenbei in Bars und Clubs Russenpop auflegt. Sie ist also schon seit längerem mit Mentalität, Wünschen, Einstellungen und kulturellen Eigenheiten von Menschen vertraut, die in Rußland aufgewachsen sind. Die aber genauso vielfältig sind wie Menschen, die hier in Deutschland großgeworden sind. Neben Spätaussiedlern, deren Berufsausbildung hier nicht anerkannt wurde und die oft deutlich unter ihrer Qualifikation arbeiten müssen und die daher all ihre Hoffnungen in ihre Kinder setzen, treffen wir auch auf Jugendliche, die sich schwer mit den veränderten Lebensumständen tun und sogar im Knast landen. Auf den nicht unerheblichen Anteil von Russen in unseren Gefängnissen müssen die Verantwortlichen reagieren und dafür haben sie unterschiedlich Konzepte.

Russen spielen auch für Baden Baden eine sehr wichtige Rolle: Sie bringen das große Geld mit und geben es auch gerne in dieser Stadt mit der größten Dichte von Edelboutiquen aus.

Am allerschönsten aber war für mich die Geschichte der - mittlerweile multikulturellen - Breakdancer aus dem Odenwald: Ein Märchen, wenn auch wahr.

Das Buch ist wunderbar zu lesen, informativ, kurzweilig, intelligent.
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am 22. Mai 2009
Auch in unserer Stadt leben sie, auch in unseren Kindergarten gehen ihre Kinder, auch bei uns ist es schwer, mit ihnen in Kontakt zu kommen und sie leben in ihrer eigenen Welt und community. Das vorliegende Buch der russlanddeutschen Schriftstellerin Merkle Hilbk, die durch ihr Buch "Sibirski Punk" berühmt geworden ist, unternimmt eine Reise durch die Welt dieser Menschen, eine "Reise durch das russische Deutschland".

Nachdem sie vor drei Jahren in Russland selbst nach einem Gegenentwurf zum eigenen westdeutschen Mittelklasseleben gefahndet hat, spürt sie im neuen Buch ihrer eigenen Familiengeschichte und dessen blinden Flecken nach. Ein angeblicher Onkel, der aber in Wahrheit wohl eher nur ein sehr entfernter Verwandter ist, öffnet ihr quasi die Türen zu einem regelrechten Paralleluniversum einer russlanddeutschen Lebenswelt, mit der wir als deutsche Mehrheitsbevölkerung weniger Berührungspunkte haben als zu unseren türkischen Mitbürgern.

Man trifft dort Menschen, die sich in blitzsauberen Wohnungen eingerichtet haben und zwanghaft, letztlich aber vergeblich ihre Herkunft zu vergessen suchen. Merle Hilbk macht uns bekannt mit den unterschiedlichsten Menschen, die fast ausschließlich in einem Wir" reden, das man bald über bekommt, ein Wir, mit dem die Russlanddeutschen ihre angebliche Opfergeschichte kollektiviert haben.

Aber wir lernen auch die wirklichen Opfer der Selbstisolation der Russlanddeutschen kennen, junge Menschen, die an diesem selbstausgrenzenden Wir" zerbrochen sind, und die in die Kriminalität und das Gangwesen abgerutscht sind und unser Bild von der "Russenmafia" prägen.

Ein schonungsloses Bild einer Parallelgesellschaft, die stärkeren sozialen Sprengstoff beinhaltet als die islamische.
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