Konnte man dem ersten Buch der Chaos-Chroniken noch eine beschwingte Unbekümmertheit bescheinigen, so hat Carver jedoch mit dem zweiten Band rapide abgebaut.
Die Geschichte ist einfach nur langweilig und überflüssig. Die Handlung rauscht ohne Sinn und ohne Finesse am Leser vorbei. Das Geschreibsel von Carver erinnert an die ersten Versuche von Neu-Autoren. Alles teilweise recht unausgegoren und anfängerhaft. Die Dialoge zwischen den Hauptpersonen sind sowas von dilettantisch das es schon weh tut. Das unglaublich schlechte Lektorat hat einen nicht geringen Anteil am Verlust des Spassfaktors. Fehler über Fehler. Normalerweise stört mich das nicht besonders, aber ob der Fülle im vorliegenden Band ist es einfach nur nervig.
Auch die eigentliche Geschichte ist einfach nur unterirdisch. Die Figur des John Bandicut wird absolut nicht weiterentwickelt. Der Charakteraufbau seiner Freunde, Ik und Li-Jared, ist nicht vorhanden. Beide sind ohne jegliche Tiefe oder wirklichem Hintergrund. Die Schauplätze wechseln von Szene zu Szene, hinterlassen aber keinen bleibenden Eindruck. Die drei Helden sind mal hier mal da und verschwinden auch genauso schnell wieder durch irgendwelche Portale. Genau wie Bandicut weiß der Leser nicht was eigentlich passiert. Er und Ik reisen ihrem dritten Gefährten Li-Jared quer durch das Weltenschiff nach. Warum, wieso - keiner weiss es wirklich. Am wengisten die beiden.
Zufällig trifft man auf das Boojum, eine körperlose ausserirdische Wesenheit die unbedingt das Weltenschiff zerstören will. Warum sie das möchte, sie lebt ja immerhin dort, wird im Laufe der Geschichte auch nicht geklärt. Sie ist einfach nur böse - das muss reichen. Der langweilige Kampf zwischen den drei Helden umd dem Boojum ist uninteressant, unspektakulär und vorhersehbar.
Das Geheimnis der Translatorsteine wird auch nicht in irgendeiner Weise gelüftet oder so. Sie bringen Bandicut auf das Weltenschiff, geben Anfangs ein paar Kommentare von sich und schweigen dann ab der Mitte bis zum Ende. Auch das Quarx stirbt mal wieder. Das wäre dann das dritte oder vierte Mal, ich habe mittlerweile aufgehört zu zählen.
Tut mir leid, wenn ich nichts positives über das Buch erzählen kann, aber es ist einfach nur unterirdisch schlecht. Der erste Band ist durchaus zu empfehlen und erinnert ein wenig an die Juvenile Novels Reihe von Heinlein oder auch die frühen Flinx Romane von Alan Foster. Aber den zweiten Band sollte man einfach überspringen. Es gibt bedeutend besseres.
© Detlef Vallenton