Im Gegensatz zum Schokoladenmädchen finde ich das Cover diesmal daneben. Aber das hat nichts mit dem Roman zu tun, den ich mir gekauft habe, weil mir das Schokoladenmädchen so gut gefallen hat.
Wieder geht es in diesem Roman um Aufstieg: Diesmal den der Champagner-Winzerin Amélie. Amélie aber wird erst mal zwangsverheiratet an einen schrulligen alten Anwalt. Dies nur, um das Champagnergut der Familie zu retten. Amélie muss sich arrangieren, sogar Sexspiele über sich ergehen lassen: Eine Wahnsinns-Szene ist die erste Nacht mit diesem Anwalt: Realistisch ohne sexistisch zu sein. Genauso stellt man es sich vor, wenn im 19. Jhd. Frauen mit viel älteren Männern verheiratet werden. Toll ist auch, wie das Winzerhandwerk geschildert wird. Ich sah alles vor Augen, hörte Geräusche und atmete den Duft von Kellern, Herbst und Champus/Sekt. In St. Petersburg dann beginnt die Liebesgeschichte. Amélie erregt Aufsehen durch ihre Schönheit, aber auch wegen ihrer "lesenden Hände", die Krankheiten anzeigen. Auch ihr Champagner mundet den höheren Kreisen. Sie lernt die wahre Liebe kennen, erlebt erotische Abenteuer und doch platzt am Ende ihr Traum, weil ihr alter Anwalt plötzlich bei einem Fest auftaucht. Nur weil ihr geheimnisvoller Fürst, ein Mann mit hohen Moralvorstellungen, Amélie in die Champagne nachreist, nimmt alles ein glückliches Ende. Fazit: Sehr unterhaltend, mit prickelnden aber auch nachdenklich machenden Szenen und realistischen Gefühlen. Ein "echter" historischer Roman.