Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Friede, Freude, aber bitte keinen Eierkuchen!, 20. September 2007
Die Champagner-Diät! Na, endlich!!!
Als leidgeplagte Diäterin und leidenschaftliche Champagnertrinkerin hat mich dieses Buch einfach angelacht. Doch die Enttäuschung war herbe.
Zunächst mal ist nicht nur die Protagonistin dick, dick aufgetragen sind hier auch die Dickenklischees. Natürlich kocht, backt und isst Hauptdarstellerin Eva pausenlos und dann natürlich fett und süß. Sie ist eine echte Couchpotato, völlig unselbstständig und naiv. So lässt sie sich auch mal einfach so vom dünnen, blonden, schwedischen (noch mal 5 Euro ins Klischee-Schwein) Kindermädchen den Mann ausspannen. Aber selber schuld.
Nun gut, Eva will abnehmen (denn nur wer schlank ist verdient geliebt zu werden, wie wir alle wissen) und begibt sich in eine Moppel-Sportgruppe im Fitness-Center. Natürlich schaffen es alle abnehmwilligen Moppel zunächst nur unter Keuchen und Schwitzen die drei Treppen zum Kursraum hinauf.
Frau Lind war so gut, die ungefähre Gewichtsklasse von Eva anzugeben. Sie entspricht inetwa der meinen. Moppel aber nicht gleich Moby Dick! An dieser Stelle würde ich gerne Frau Lind darüber informieren, dass ich vernünftig und gesund esse, zweimal die Woche zwei Stunden im Fitness-Studio trainiere (Ausdauer und Kraft) und regelmäßig jogge. Drei Treppen hüpfe ich notfalls also auch noch mal auf einem Bein hoch. Nur an meinem Umfang ändert sich herzlich wenig - nur im Schneckentempo, wenn überhaupt. Über die Darstellung Evas habe ich mich daher richtiggehend geärgert, da sie die ohnehin bestehenden Vorurteile gegenüber beleibten Menschen völlig unreflektiert schürt. Bei einem Rückfall verputzt Eva zum Beispiel zwei Pizzen (!!), vier (!) Karamellpuddings und noch eine Großpackung (!) MonCheri. Verfressen, faul, untätig und selber schuld. Na, wunderbar. Danke auch.
Nun gut. Eva geht zum Moppel-Sport, lutscht nur noch am Möhrchen und schon purzeln nur so die Pfunde...insgesamt 30 Kilo (komisch...bei anderen scheinen die hartnäckiger zu sein). Diät hätten wir also schon mal...aber da fehlt doch noch was. Ach ja...richtig, der Champagner. Beinahe vergessen, aber auch nicht weiter schlimm. Den süppelt unsere Heldin immer dann, wenn sie am Computer sitzt. Zwischendrin wird noch mit dem überaus nervigen dicken Schweinehund geseiert, der Eva immer wieder zum Essen und Sich-gehen-lassen überreden will.
Aber woher nimmt Eva plötzlich die Energie zum Abnehmen? Nur, weil ihr Oller mit Agneta von Abba durchgebrannt ist? Nein nein...hier kommt der Dreh der Geschichte. Eva lernt im Champagnersuff ganz zeitgemäß per Email einen Mann kennen. Der war mal Schiffskoch auf einem Luxusdampfer und schickt ihr nun per Mail immer "sinnliche" Kochrezepte. Dafür würde jede Frau, die gerade mitten im Diätfrust steckt, den Kerl mit bloßen Händen erwürgen. Lies dich satt oder wie?
Im Gegenzug lügt Eva ihm die Hucke voll, wird zur erfolgreichen - und vor allem schlanken !- Hamburger Modedesignerin Claudia Monrepos. (War das nicht die mit der Piermontkirsche?)
Man ergeht sich in endlosem, wenig tiefgreifendem Liebesgesülze, Wichtigmacherei und besagten Kochrezepten und verabredet sich schließlich in New York. Wo auch sonst? Uschis Frittenstübchen in Köln-Kalk wäre wohl auch nicht glamourös genug für ein Happy End.
Es kommt, wie sich jeder denken kann, der laut Packungsbeilage ein Überraschungsei auch schon alleine aufmachen darf. Der Schiffskoch-Traumtyp ist natürlich nicht ganz das, was er vorgibt, aber es gibt doch noch ein dickes, fettes Happy End mit Frieden und Freude, aber ohne Eierkuchen, denn nur der liebe Herrgott weiß, wie viel Weight Watchers Punkte in so einem Ding stecken. Und die nunmehr erschlankte und daher auch endlich liebe(n)swürdige Eva will ja nicht gleich wieder rückfällig werden, oder?
Der Schluss schlägt dem Fass dann noch die Krone ins Gesicht und man fragt sich rückblickend...wenn der Kerl (den sie am Ende dann abbekommt) sich doch zunächst aus seiner Warte in den dürren Wichtigpups Claudia Monrepos verliebt hat, der ihm in den Mails mit ständiger Angeberei und ich-bin-so-beschäftigt-und-wichtig-Gelaber begegnete...wirft das nicht ein schlechtes Licht auf ihn? Wer will den so einen Kerl?
Also, da nehm ich lieber den Champagner.
Einmal Veuve Clicquot für mich, bitte. Nüchtern kann man diesen Schund von einem Buch ja gar nicht ertragen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Unzumutbar, 2. Juni 2006
Ich las den überwiegenden Teil des Buches im Stehen in der Buchhandlung. War neugierig, was dieses Mal auf die deutsche Leserin zukommt, und nicht zu vergessen: ihre ersten beiden Bücher habe ich geliebt. Nun also die Champagner-Diät, und selbige ist schlicht nicht zu ertragen, sie liegt schwer im Magen. Kochrezepte im Text (Simmel lässt grüßen). Missionarisches Walkenglorifieren (und Meister Strunzens merkantile Blauaugen blitzen auf jeder Seite beifällig). Jede Menge Email-Korrespondenz, ach, der Himmel möge uns allen beistehen, hat doch der Briefroman bereits vor so einigen Dekaden das zeitliche auf ewig gesegnet, darüber hinaus hat Frau Lind sich meines Wissens bereits beim vorletzten Buch in dieser Form ausgetobt. Und als Hauptthema eine Liebe, die jedoch gar keine Liebe ist, sondern mit einer - tadaaa, potzblitz - höchst überraschenden Wendung so ungefähr zehn Zeilen vor Schluss auf anderen Beinen um die Ecke biegt, was ich guten Gewissens hier ausbreiten kann, dieweil jeder Leser, der seine Sinne noch halbwegs beisammen hat, bereits auf Seite 27 das ganze Schlamassel vorhersehbar drohend auf sich zukommen sieht. Über das Stilistische zu reden wollen wir hier lieber nicht beginnen, es ist von "cool" und "boh" und anderen lebens- wie volkesnahen Wörtern fein durchsetzt. Witz? Esprit? Fehlanzeige. Nebenan in Österreich schreibt es sich unter dem herrschenden Finanzdruck offenbar wenig inspiriert.
Gebe ich nun einen Punkt dafür, dass das Opus gebunden erschienen ist und die Autorin damit endlich mit dem vermeintlichen Ritterschlag geadelt wird, der sie zur "richtigen" Schriftstellerin avancieren lässt? Nein. Ein gebundener Flop ist des Preises wegen noch schlimmer als ein Taschenbuchflop. Das Problem ist allerdings: Null Sterne geht nicht. Also ein Gnadenstern von Amazon. Okay.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Laaaannngweilig, 6. Juni 2006
Das langweiligste Buch, das ich je gelesen habe. Hat Hera Lind ihren Wortwitz verloren oder läßt sie schreiben? Ich kann kaum glauben, daß es solch einen Abfall zwischen den anfänglichen witzigen und kurzatmigen Bücher bis zu diesem eintönigen Schinken gibt.
Dazu empfinde ich die wiederkehrenden Inhalte als ausgesprochen oberflächlich. Frau (und Mann) werden hier nur über Statussymbole und Äußerlichkeiten definiert: Mode, vorgespielte High-Society-Welt um dem Mailfreund zu imponieren, Gourmetgerichte, Aussehen, Schlankheitswahn.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|